Dietikon
Gemeinderat genehmigte die neue Quartierarbeitsstelle einstimmig

Lob von allen Fraktionen: Gemeinderat ­Dietikon spricht für einen Ausbau Quartierarbeit in der Stadt aus. Mit der neuen Stelle sollen die Aktivitäten vom Studio Dietikon weitergeführt und erweitert werden.

Florian Schmitz
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Seit 2019 nimmt das Studio Dietikon wie hier im Gjuchquartier die Bedürfnisse der Dietiker Quartier auf im Rahmen des Stadtentwicklungsdialogs. Diese Bemühungen sollen dank der neuen Stelle ausgebaut werden.

Seit 2019 nimmt das Studio Dietikon wie hier im Gjuchquartier die Bedürfnisse der Dietiker Quartier auf im Rahmen des Stadtentwicklungsdialogs. Diese Bemühungen sollen dank der neuen Stelle ausgebaut werden.

Archivbild: Florian Schmitz

Einstimmig genehmigte der Dietiker Gemeinderat den stadträtlichen Antrag, im Stadtplanungsamt eine Stelle für Quartierarbeit zu schaffen. Dank ­dieser sollen die bisherigen Aktivitäten des 2019 gestarteten Studio Dietikon weiter ausgebaut werden. Alle Gemeinderatsfraktionen lobten am Donnerstagabend das Anliegen.

«Es ist Zeit für eine Weiterentwicklung der Quartierarbeit», sagte Manuela Ehmann (EVP). Beda Felber (Mitte) begrüsste, dass nun ein Mehrwert aus all den vom Studio Dietikon angestossenen Projekte herausgeholt werden soll. «Wir finden es gut, dass nicht alles extern vergeben wird», sagte Roger Bleuler (SVP) und ergänzte, dass die Quartierarbeit nicht überfordern dürfe und homöopathisch umgesetzt werden soll.

«Wichtig ist für uns, dass es messbare Zielsetzungen gibt, die regelmässig überprüft werden», sagte Michael Segrada (FDP). Auch bereits bestehende Quartiervereine sollten dank den zusätzlichen Ressourcen für Quartierarbeit unterstützt werden. Beat Hess (Grüne) drückte die Hoffnung aus, dass die Quartierarbeitsstelle die sozialen Kontakte in Quartieren stärke, aber auch eine präventive Wirkung gegen Vandalismus und Littering haben werde.

«Wir sind kein Dorf mehr, heute fühlt man sich eher verwurzelt im eigenen Quartier.»

Sven Johannsen (GLP) schloss sich den positiven Voten seiner Vorredner an und bezeichnete den Ausbau der Quartierarbeit als gute Idee.

Die Quartierarbeit soll die Quartiervereine ergänzen

Die einzige kleine Kritik brachte Ernst Joss (AL) an: «Die SP/AL-Fraktion hätte gerne nochmals über den Lohn diskutiert.» Es sei nicht logisch, dass die Stelle in einem tieferen Lohnband eingestuft sei als der Rest des Stadtplanungsamtteams, sagte Johannes Küng (SP), der bei der Stadt Opfikon für Quartier- und Freiwilligenarbeit angestellt. Obwohl die Stelle viele und hohe Ziele verfolge, sei er optimistisch, dass die Stadt eine gute Person für den Job finde.

Peter Metzinger (FDP) sagte, dass er als Präsident des Quartiervereins Limmattal hoffe, dass die Verwaltung den Dialog mit den Quartieren endlich richtig angehe und betonte: Die Stelle müsse komplementär sein und könne die Arbeit eines Quartiervereins nicht ersetzen.

Ratstelegramm

Zu Beginn der Doppelsitzung waren 31 von 36 Gemeinderatsmitgliedern und 5 von 7 Stadtratsmitgliedern anwesend, anfangs des zweiten Sitzungsteils dann 35 Gemeinderatsmitglieder und 7 Stadtratsmitglieder.

Der Änderungsantrag von Sven Johannsen (GLP), das Traktandum Kommunaler Mehrwertausgleich nach hinten zu verschieben, damit es zu Beginn des zweiten Sitzungsteils behandelt wird, wurde mit 22 zu 9 Stimmen angenommen.

Andreas Wolf (Grüne) begrüsste in einer Fraktionserklärung die von der Stadt vor knapp zwei Wochen eingeführten Energiesparmassnahmen für den Winter. Mit Blick auf Schlieren, wo noch mehr unternommen wird, hoffe er darauf, dass auch in Dietikon in den nächsten ­Wochen noch weitere Massnahmen folgen.

In der Fragestunde beantwortete der Stadtrat 31 Fragen.

Der stadträtliche Antrag zur Schaffung einer Stelle für Quartierarbeit im Stadtplanungsamt wurde mit 34 zu 0 Stimmen genehmigt.

Die Interpellation von Gabriele Olivieri (Mitte) zum Ausbau der Kantonsstrasse von Widen nach Bergdietikon wurde beantwortet.

Die Interpellation von Catalina Wolf-Miranda (Grüne) zu Auswirkungen des Ukrainekriegs auf Dietikon wurde beantwortet.

Der stadträtliche Antrag, im Rahmen der Teilrevision der städtischen Nutzungsplanung den kommunalen Mehrwertausgleich auf 40 Prozent bei einer Freifläche von 1200 Quadratmeter festzulegen, wurde in der Schlussabstimmung mit 20 zu 13 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen und setzte sich gegen zwei Minderheitsanträge durch. In der ersten Abstimmungsrunde erhielt die Variante Stadtrat 16 Stimmen, der Antrag von FDP/SVP (30 Prozent Mehrwertabschöpfung) 9 Stimmen und der Antrag von EVP/GLP (35 Prozent Mehrwertabschöpfung) 8 Stimmen. In der zweiten Abstimmungsrunde setzte sich die Variante Stadtrat mit 20 zu 13 Stimmen gegen den Antrag von FDP/SVP durch.

Das Postulat von Raphael Müller (FDP) betreffend Krypto-Währungen als Bezahlungsmittel in Dietikon wurde auf Antrag des Stadtrats mit 28 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen nicht überwiesen.

Das Postulat von Kerstin Camenisch (SP) betreffend Finanzielle Unterstützung für Haushalte mit kleinem Budget wurde auf Antrag des Stadtrats mit 25 zu 7 Stimmen bei zwei Enthaltungen nicht überwiesen

Die letzten sechs traktandierten Geschäfte entfielen aus Zeitgründen.

Die nächste Gemeinderatssitzung findet am 1. Dezember statt.  (flo)