Dietikon
Das Littering nimmt zu: Die Bevölkerung soll jetzt auf «Fötzeltour» gehen

Im Dietiker Stadtgebiet fanden sich im Pandemiejahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast 20 Tonnen mehr Abfall. Mit einer Littering-Aktion will die Stadt die Einwohnerinnen und Einwohner für das Problem sensibilisieren.

Sven Hoti
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Über 220 Tonnen Abfall sammelte die Dietiker Infrastrukturabteilung im Pandemiejahr 2020 im Dietiker Stadtgebiet ein.

Über 220 Tonnen Abfall sammelte die Dietiker Infrastrukturabteilung im Pandemiejahr 2020 im Dietiker Stadtgebiet ein.

Themenbild: Severin Bigler

Anfang Mai erhalten alle Dietiker Haushalte Post von der Stadt. Keine Angst, es ist keine Rechnung, sondern ein gelber Abfallsack sowie ein Flyer mit der Einladung zur «Frühjahrsputzete». Die Dietikerinnen und Dietiker werden darin angehalten, herumliegende Abfälle einzusammeln und kostenlos bei der Hauptsammelstelle Zelgli zu entsorgen. Mit der Aktion will die Stadt die Bevölkerung auf die Zunahme des Litterings aufmerksam machen und um ihre aktive Mithilfe bitten, schreibt sie in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Im vergangenen Jahr habe die Stadt mehr Meldungen als sonst wegen Litterings erhalten, erklärt Torsten Hartmann von der Dietiker Infrastrukturabteilung auf Anfrage. «Teilweise auch von Orten, wo wir sonst nie Probleme hatten oder Kehrichttouren durchgeführt wurden.» Er nennt etwa den Guggenbühlwald oder das Gebiet hinter dem Reitsportzentrum Fondli. Gleichzeitig hätten immer wieder Personen und Vereine ihre Unterstützung bei der Abfallentsorgung angeboten. Hartmann:

«Meine Idee hinter der Aktion ist, dass ich noch ein paar Leute mehr motivieren kann, mitzuhelfen – bestenfalls auch über längere Zeit.»

Für jeden mit Littering-Material gefüllten Sack gibt es gemäss Mitteilung der Stadt ein Geschenk. Konkreter: Für jeden abgegebenen gelben Littering-Sack erhielten die «Fötzeler» gratis zwei gebührenpflichtige Abfallsäcke für Zuhause, erläutert Hartmann.

Dietiker Entsorgungsdienst steht nun häufiger im Einsatz

Im Coronajahr 2020 hat die Dietiker Infrastrukturabteilung im öffentlichen Raum 225 Tonnen Abfall eingesammelt, 2019 sind es noch 207 Tonnen gewesen, wie die Stadt in der Mitteilung weiter schreibt. Die Infrastrukturabteilung habe ihre Einsätze zur Abfallbeseitigung im öffentlichen Raum dementsprechend erhöht.

Den Anstieg erklärt sich die Stadt mitunter durch die wegen der Coronapandemie eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten. «Bei schönem Wetter haben sich die Menschen vermehrt im Freien aufgehalten und entsprechend viel Abfall zurückgelassen», heisst es in der Mitteilung.

Die Littering-Kampagne soll bis Ende August 2021 geführt werden. Am 17. und 18. September ist dann anlässlich des schweizweiten Clean-up-Days ein Rückblick geplant. Das Angebot von kostenlosen Abfallsäcken für «Fötzeltouren» bleibe aber auch nach dem Kampagnenende bestehen, verspricht die Stadt. Kostenlose Abfallsäcke für die Fötzeltouren lassen sich das ganze Jahr über bei der Infrastrukturabteilung an der Heimstrasse 36 beziehen.

Doch nicht nur im öffentlichen Raum, auch in ihren eigenen vier Wänden haben die Dietikerinnen und Dietiker im vergangenen Jahr grössere Abfallmengen entsorgt. Dies zeigten Zahlen, welche die «Limmattaler Zeitung» im März unter anderem von der Stadt Dietikon erhalten und ausgewertet hatte.

So verzeichnete die Dietiker Infrastrukturabteilung im Coronajahr 2020 rund 60 Tonnen oder 1,1 Prozent mehr Hauskehricht und Sperrgut als im Jahr zuvor. Die eingesammelte Menge Bioabfall stieg um über 7 Prozent auf 1726 Tonnen an, die Menge an Karton um gar 9 Prozent oder 31 Tonnen. Auch vergleichsweise mehr Wertstoffe wurden eingesammelt. Beim Altglas stieg die Menge um knapp 17 Tonnen oder 2,7 Prozent, beim Aluminium/Weissblech um 2,7 Tonnen respektive 5,2 Prozent.