Dietikon
Energiestrategie 2050: Dietikon soll schnellstmöglich keine Treibhausgase mehr ausstossen

Die Stadt möchte die vom Bundesrat im August 2019 beschlossene Klimaneutralität bereits vor 2050 umgesetzt haben. Die nun vom Stadtrat genehmigte Strategie sieht sieben Ziele vor, um das zu erreichen.

Hans-Caspar Kellenberger
Merken
Drucken
Teilen
Der Dietiker Stadtrat will das «Netto-Null-Ziel» bereits vor 2050 erreichen. (Symbolbild)

Der Dietiker Stadtrat will das «Netto-Null-Ziel» bereits vor 2050 erreichen. (Symbolbild)

Bild: Roger Grütter

Die Schweiz soll bis 2050 keine Treibhausgase mehr ausstossen. Nun hat der Dietiker Stadtrat seine neue Energie- und Klimastrategie 2050 verabschiedet. Das von der Landesregierung vorgegebene Ziel wird auf die Stadt adaptiert. In einer Medienmitteilung vom Donnerstag heisst es, dass Dietikon als dicht besiedelte und verkehrstechnisch gut erschlossene Stadt eine besondere Verantwortung und Vorreiterrolle hat, das «Netto-Null-Ziel» bereits vor 2050 sicherzustellen.

Angestrebt wird laut Mitteilung eine zuverlässige Energieversorgung sowie eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Entwicklung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz und die Versorgungssicherheit stehen im Mittelpunkt der Strategie. Sieben Ziele hat die Stadt ausformuliert: Für den Betrieb der öffentlichen Verwaltung sollen bis 2030 grösstenteils erneuerbare Energien eingesetzt werden. «Grösstenteils heisst alles, was man innerhalb der verfügbaren Zeit sinnvoll angehen kann», sagt Hochbauvorsteher und Präsident der Energiekommission Anton Kiwic (SP) auf Anfrage.

Bis 2040 soll dann in einem zweiten Schritt die gesamte Energieversorgung für die Bevölkerung auf dem Gemeindegebiet, ebenfalls grösstenteils auf erneuerbare Energiequellen umgestellt sein. Gerade bei diesem Ziel ist die Stadt auf Mithilfe angewiesen. «Wir versuchen Anreize zu schaffen, sodass die Bevölkerung das mitträgt und wir weiterkommen», sagt Kiwic.

Kompensation mit negativen Emissionen

Weiter will die Stadt die Energieleistung pro Kopf senken. Die Produktion von lokaler, erneuerbarer Energie soll hingegen erhöht werden. Die nicht-energiebedingten Treibhausgasemissionen aus Landwirtschaft, Industrie und Abfall sollen minimiert und bis 2050 auf null gebracht werden. Alternativ können diese aber auch mit negativen Emissionen kompensiert werden. Gerade diese Möglichkeit, die vorsieht, CO2-Bestände aus der Luft zu filtern, die nicht als verschmutzend gelten, soll auf dem Gemeindegebiet genutzt werden. «Wir wollen aktiv CO2 aus der Luft holen», sagt Kiwic. Dies führe zu einer negativen CO2-Bilanz. «Wir sollten nicht nur kein CO2 mehr ausstossen, sondern auch Luft zum Atmen generieren», hält Kiwic fest.

Überdies will die Stadt das qualitative Wachstum mit einem Wirtschaftscluster Umwelt und Energie sowie durch die Reduktion der Emissionen aus dem privaten und öffentlichen Konsum fördern. «Wir wollen den Cluster im Bereich der Kreislaufwirtschaft positionieren, da wir viele gute Unternehmen im Limmattal haben. Sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups sollen einbezogen werden, um uns als Gesellschaft weiterzubringen. Das ist ein wichtiger Pfeiler unserer Strategie», sagt Kiwic. Die Strategie wiederum sei ein wichtiges Instrument für die bevorstehende Revision der Energieplanung und somit die Dietiker Energiepolitik der nächsten fünf bis zehn Jahre.