Dietikon
Eine grünere Stadt ist kühler und attraktiver: Metzinger reicht Postulat ein

Dietikon soll eine Strategie vorlegen, um mehr Grünflächen zu schaffen, fordert FDP-Gemeinderat Peter Metzinger in einem Postulat. Mit einem grünen Band liesse sich der zukünftigen Hitzeentwicklung entgegenwirken.

Oliver Graf
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Dank Pflanzen können Städte kühler werden: Die Stadt Dietikon soll mehr Grünflächen im dreidimensionalen Raum schaffen, fordert ein Postulat.

Dank Pflanzen können Städte kühler werden: Die Stadt Dietikon soll mehr Grünflächen im dreidimensionalen Raum schaffen, fordert ein Postulat.

Keystone

Der Stadtrat soll mehr «Grünflächen im dreidimensionalen Raum von Dietikon» schaffen. Er soll eine entsprechende Strategie ausarbeiten und auch gleich konkrete Massnahmen prüfen, bittet FDP-Gemeinderat Peter Metzinger in einem Postulat mit dem Titel «Die kühle Stadt ist attraktiv».

Denn aus den Aufzeichnungen der Wetterwarten gehe hervor, dass Monate mit Rekordhitze weltweit inzwischen fünf Mal so häufig auftreten wie bei einem stabilen Klima, begründet Metzinger seinen Vorstoss. Bis 2030 werde sich der Faktor voraussichtlich auf zehn erhöhen.

In der zugeteerten Stadt bleibt die nächtliche Abkühlung aus

Gerade Städte heizen sich in heissen Sommermonaten auf. Und in der Nacht bleibt Abkühlung aus, weil Gebäude und geteerte Böden die tagsüber gespeicherte Wärme abgeben. Auch Dietikon ist von dieser Entwicklung betroffen, wie der Stadtrat in einer Antwort auf eine Interpellation zum Thema Klimawandel dargelegt hatte.

Heisse Temperaturen sind aber für viele Menschen unerträglich, für alte und kranke gar bedrohlich, wie Metzinger aus einem Artikel der «Limmattaler Zeitung» zitiert. Und er verweist auf eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, die der «Stadt der Zukunft» empfiehlt, sich ein Netz durch das Siedlungsgebiet zu spannen, das aus Pflanzen und Grünflächen gewoben ist. So liesse sich das Lokalklima günstig beeinflussen.

Als lobenswert stuft Metzinger deshalb den Versuch der Infrastrukturabteilung ein, die im vergangenen Jahr mehrere hundert Klimabäume an Dietiker Einwohner, Hausbesitzer und Liegenschaftenverwalter verschenken wollte. Leider sei dieses Angebot nur partiell in Anspruch genommen worden, bedauert Metzinger.

Die Bevölkerung soll in die Strategie eingebunden werden – aber wie?

In seinem Vorstoss fragt er denn auch den Stadtrat nicht nur an, ob er eine Strategie für mehr Grünflächen erarbeiten könne. Sondern er will auch wissen, ob und wie die Bevölkerung bei der Umsetzung einer solchen Strategie einbezogen werden könnte. Und er fragt auch gleich nach einem Plan B, «falls es nicht gelingt, die Bevölkerung stärker zu involvieren».

Schliesslich erkundigt sich der FDP-Gemeinderat, ob es Alternativen zur Begrünung oder zusätzliche Massnahmen gebe, um der zukünftigen Hitzeentwicklung entgegenzuwirken. Das eingereichte Postulat «Die kühle Stadt ist attraktiv» haben 15 Dietiker Gemeinderäte mitunterzeichnet. Sie stammen aus den Reihen von FDP, EVP, Grünen, SP und AL.