Dietikon
«Ehe für alle»: Zivilstandsamt hat bereits erste Anfragen erhalten

Noch am Abstimmungssonntag hatten sich mehrere Paare beim Zivilstandsamt Dietikon gemeldet, das für 12 Gemeinden zuständig ist.

David Egger
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In der Taverne zur Krone in Dietikon werden einmal im Monat Samstags Paare getraut. (Archivbild)

In der Taverne zur Krone in Dietikon werden einmal im Monat Samstags Paare getraut. (Archivbild)

Cynthia Mira

Die Freude ist nach wie vor gross bei den Befürwortern der «Ehe für alle», nachdem die Änderung des Zivilgesetzbuches am 26. September mit 64,1 Prozent Ja-Stimmen-Anteil angenommen wurde. Und es ging nicht lange, bis die Zivilstandsämter die ersten Anfragen von gleichgeschlechtlichen Paaren erhalten haben. So zum Beispiel auch das Zivilstandsamt Dietikon, das für alle elf Gemeinden des Bezirks Dietikon sowie für die Aargauer Gemeinde Bergdietikon zuständig ist.

«Gleich am Tag der Abstimmung haben sich vier Paare gemeldet», schreibt auf Anfrage die Dietiker Stadtschreiberin Claudia Winkler. Seit der Abstimmung seien es «nochmals zirka drei Paare» ­gewesen.

Warum Reservationen zurzeit noch unmöglich sind

Nur: Das Zivilstandsamt muss solche ­Paare zurzeit noch vertrösten. Denn die gleichgeschlechtliche Ehe einzugehen, wird vor­aussichtlich erst ab 1. Juli 2022 möglich sein. Zuerst muss ­nämlich das vom Volk be­schlossene neue Gesetz noch in Kraft treten. Und das wird ­voraussichtlich eben erst am 1. Juli 2022 der Fall sein. Bis ­dahin müssen gleichgeschlechtliche Paar sich also noch in ­Geduld – oder besser: Vorfreude – üben.

Auch definitive Termine­ für gleichgeschlechtliche Eheschliessungen können sich ­Interessierte in Dietikon noch nicht sichern. So schreibt Stadtschreiberin Winkler auf Anfrage:

«Terminreservationen sind beim Zivilstandsamt Dietikon immer jeweils sechs Monate im Voraus möglich. Somit wären die Paare jetzt noch etwas zu früh, als dass wir Termin­reservationen entgegennehmen würden.»

Sobald möglich, wird es aber Reservationen geben, das ist klar beziehungsweise lässt sich aus den Zahlen zu den sogenannten ­Eintragungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ablesen, die bekanntlich schon bisher möglich waren – es sind jedes Jahr rund ein Dutzend. Waren es 2016 und 2017 noch je elf, stieg 2018 die Zahl auf zwölf und 2019 und 2020 wurden durch das Zivilstandsamt Dietikon jeweils zehn Eintragungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften vorgenommen.

Übrigens: Eine Eheschliessung und eine Eintragung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft kosten gleich viel. Die günstigste Variante ist, im Dietiker Stadthaus zu heiraten. Winkler erklärt:

«Die Gebühren für das Ehevorbereitungsverfahren, die Trauung im Stadthaus, der Eheschein sowie der Familienausweis betragen 305 Franken. Dies entspricht auch den Gebühren für die eingetragene Partnerschaft: Vorbereitungsverfahren, Eintragung Partnerschaft, Partnerschaftsausweis und Partnerschaftsurkunde kosten ebenfalls 305 Franken.»

Mehr kostet es, wenn man sich ausserhalb des Stadthauses trauen will. Beliebt ist zum Beispiel die altehrwürdige Taverne zur Krone in Dietikon.

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