Dietikon
Die Stadthalle muss saniert werden: Das Parlament bewilligt 1,52 Millionen Franken

Die Stadt Dietikon unterstützt die Genossenschaft Stadthalle: Sie übernimmt die Kosten für anstehende Sanierungsarbeiten. Das Geld erwartet die Stadt nicht zurück. Denn angesichts der Coronapandemie werde kaum ein Gewinn durch den Betrieb möglich sein.

Oliver Graf
Merken
Drucken
Teilen
Die Bühne, der Boden, die Fassade und die Garderoben: Die Stadthalle Dietikon soll für 1,52 Millionen Franken aufgefrischt werden.

Die Bühne, der Boden, die Fassade und die Garderoben: Die Stadthalle Dietikon soll für 1,52 Millionen Franken aufgefrischt werden.

Severin Bigler

Die Dietiker Stadthalle muss saniert werden: Das Stadtparlament hat für die Arbeiten einen Beitrag von 1,52 Millionen Franken an die Genossenschaft Stadthalle bewilligt. Der Entscheid erfolgte am Donnerstagabend nach kurzer Debatte einstimmig.

Die Stadt spricht den Betrag dabei nicht als Darlehen, sondern richtet einen nicht zurückzuzahlenden Investitionsbeitrag aus. Dies begründet der Stadtrat mit der Coronapandemie: Seit Mitte März 2020 finden in der Stadthalle kaum mehr Veranstaltungen statt, die Genossenschaft erzielt keine Einnahmen.

Und mit einer nachhaltigen und schnellen finanziellen Erholung sei im Event- und Veranstaltungsbereich nicht zu rechnen, schrieb der Stadtrat in seinem Antrag. «Das bedeutet auch, dass eine Finanzierung der Sanierungen über ein Darlehen wenig Sinn macht, da es äusserst fraglich ist, ob die Genossenschaft zukünftig überhaupt je genügend Gewinne zu dessen Rückzahlung erzielen wird.»

Das Betriebskonzept soll überprüft werden

Dies sah auch das Parlament so. «Natürlich würden wir uns wünschen, solche Investitionen wären durch Vermietung der Stadthalle selbst finanzierbar», hielt beispielsweise Marin Christen (CVP) fest. Das Betriebs- und Zukunftskonzept für die Stadthalle müsse in nächster Zeit überprüft werden. «Aber jetzt ist jetzt. Und jetzt herrschen immer noch aussergewöhnliche Umstände.»

Die Halle tue der Stadt zudem gut, war man sich über die Parteigrenzen hinweg einig: «Für Dietikon ist es wichtig, dass wir die Stadthalle haben», sagte etwa Manuela Ehmann (EVP). Und Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) wies auf deren Bedeutung als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum hin.

Vorgesehen ist nun, dass die Stadthalle in drei Etappen – jeweils über den Sommer – saniert wird. In einem ersten Schritt sollen die Bühne und der Hallenboden erneuert werden, danach folgt die Sanierung der Fassade und schliesslich werden die Garderoben neu gemacht.

Es stehen schon weitere Arbeiten an

Eine vierte Etappe steht derweil auch schon an; dies ist aber vorerst zurückgestellt worden und ist nicht Bestandteil des 1,52-Millionen-Vorhabens. Aber in fünf bis zehn Jahren müssen die Flachdächer für 700000 Franken saniert werden.

Während das vorliegende Sanierungsprojekt grundsätzlich befürwortet wurde, kritisierte Markus Erni (SVP) den Umstand, dass sich die Fassade nach 17 Jahren bereits in einem schlechten Zustand befindet. Er sprach von Baumängeln.

Als Sprecher der Geschäftsprüfungskommission stellte Erni zudem den Antrag, dass die Arbeiten unter dem öffentlichen Submissionsrecht vergeben werden. Das Parlament nahm diesen Antrag, gegen den sich weder der Stadtrat noch die Genossenschaft Stadthalle zur Wehr setzte, einstimmig an.