Dietikon
Nur bei Verdacht: Die Stadt will Kinderkrippen nicht öfter kontrollieren

Für den Stadtrat hat sich das Zweijahresintervall bewährt. Bei Verdachtsfällen könne schnell reagiert werden, schreibt er in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage von AL-Gemeinderat Ernst Joss.

Florian Schmitz
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Die Aufsichtsbesuche werden laut Stadtrat vorangekündigt, weil für die Kinderkrippen viel Vorbereitung nötig ist.

Die Aufsichtsbesuche werden laut Stadtrat vorangekündigt, weil für die Kinderkrippen viel Vorbereitung nötig ist.

Themenbild: Kevin Roth

Alle zwei Jahre werden die sieben Kindertagesstätten in Dietikon in der Regel kontrolliert. Eine externe, von der städtischen Sozialbehörde beauftragte Firma führt diese vorangekündigten Kontrollen durch. Für den Dietiker Stadtrat hat sich dieses System bewährt, wie er in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage von AL-Gemeinderat Ernst Joss schreibt. Die Aufsichtsbesuche werden normalerweise angemeldet, «weil die betroffenen Kindertagesstätten genügend Vorlauf benötigen, um alle notwendigen Unterlagen zusammenzustellen, die für eine Überprüfung notwendig sind», erklärt der Stadtrat.

Joss wollte in seiner Anfrage vom Stadtrat wissen, wieso Kinderkrippen nur alle zwei Jahre kontrolliert werden und weshalb diese Besuche grundsätzlich angekündigt werden. Schulen würden etwa wesentlich häufiger besucht, gab er zu bedenken. «Der Stadtrat erachtet die Überprüfung der Kindertagesstätten in Zweijahresintervallen als genügend», heisst es in der Antwort.

Bestehe ein Verdacht, dass in einer Kinderkrippe nicht alle Bedingungen eingehalten werden, könnten in kürzeren ­Abständen unangemeldete Aufsichtsbesuche angeordnet werden. Ohne Hinweise auf allfällige Mängel werden solche zurzeit aber nicht durchgeführt. Grundsätzlich wäre eine Verkürzung der Aufsichtsintervalle laut Stadtrat möglich: «Die dadurch verursachten Mehrkosten hält der Stadtrat jedoch für nicht gerechtfertigt.»

AL-Gemeinderat Ernst Joss fragte den Stadtrat unter anderem, wieso Kontrollbesuche in Kitas grundsätzlich angekündigt werden.

AL-Gemeinderat Ernst Joss fragte den Stadtrat unter anderem, wieso Kontrollbesuche in Kitas grundsätzlich angekündigt werden.

zvg / LTA

Joss wollte zudem wissen, wieso die Kontrollen nicht von städtischen Mitarbeitern durchgeführt werden und regte an, eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden zu prüfen. Diese Option sei bereits mehrmals verworfen worden, schreibt der Stadtrat. Die beauftragte Firma verfüge über viel Erfahrung im Bereich der Kontrolle und Bewilligungserteilung für Anbieter von familienexterner Betreuung. Müsste die Sozialabteilung diese Aufgabe selbst übernehmen, wären laut Stadtrat viele zusätzliche Kompetenzen nötig: «Derzeit gibt es in Dietikon kein Stellenprofil, welches diese Anforderungen abdecken könnte.»

Der Aufbau des notwendigen Wissens sei wegen der hohen Kosten nicht gerechtfertigt, schreibt der Stadtrat. Zumal die Überprüfung der Kitas an sich zeitlich nicht sehr aufwendig sei. Auch von einer möglichen gemeinsamen Aufsicht in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden sieht der Stadtrat ab. Weil nur schon eine interkommunale Trägerschaft gegründet werden müsste, sei diese Option weder zielführend noch kosteneffizient.