Dietikon
Die SP will mit Anton Kiwic und Kerstin Camenisch einen zweiten Stadtratssitz erobern

Die SP Dietikon zieht mit Hochbauvorstand Kiwic und Gemeinderätin Camenisch in den Stadtratswahlkampf 2022. Das Stadtpräsidium strebt die Partei aber nicht mehr an.

Florian Schmitz
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Im Namen der SP Dietikon präsentierte Co-Präsidentin Katharina Kiwic (rechts) die Stadtratskandidaturen vor der geschlossenen Post im Schönenwerdquartier. Die Ortspartei tritt mit Anton Kiwic und Kerstin Camenisch zur Wahl 2022 an.

Im Namen der SP Dietikon präsentierte Co-Präsidentin Katharina Kiwic (rechts) die Stadtratskandidaturen vor der geschlossenen Post im Schönenwerdquartier. Die Ortspartei tritt mit Anton Kiwic und Kerstin Camenisch zur Wahl 2022 an.

Florian Schmitz / Limmattaler Zeitung

«Ich bin sehr erfreut über die Nomination», sagt Kerstin Camenisch. Sie wolle sich im wachsenden und sich wandelnden Dietikon für die Grundwerte der SP einsetzen. Soziale Gerechtigkeit bei Themen wie Wohnen, Bildung, Gleichberechtigung, Stadtentwicklung und Kultur sei wichtiger denn je. Nach vier Jahren im Dietiker Gemeinderat will Camenisch zusammen mit Hochbauvorstand Anton Kiwic, der erneut antreten wird, bei den Stadtratswahlen am 13. Februar 2022 einen zweiten Sitz für die SP gewinnen. «Wir wollen das linke Lager im Stadtrat stärken», sagt Kiwic.

Am Mittwochmorgen präsentierte die Ortspartei ihr Zweierticket. Der Vorschlag von Wahlausschuss und Vorstand muss im Oktober noch an der Mitgliederversammlung bestätigt werden, sagt Katharina Kiwic, Co-Präsidentin der SP Dietikon. «Wir haben uns intensiv mit dem Entscheid auseinandergesetzt», deshalb sei sie zuversichtlich. Auch einen Angriff auf das Stadtpräsidium wie 2018 überlegte sich die Partei. Aber Roger Bachmann (SVP) habe gute Arbeit geleistet, sind sich beide SP-Kandidaten einig. «Ich habe vier Jahre sehr gut mit ihm zusammengearbeitet», sagt Kiwic. Die SP wolle einen ausgewogenen Stadtrat, sagt Camenisch.

Symbolträchtiger Ort für die Präsentation ausgewählt

Für die Präsentation ihrer Kandidaten hat die Ortspartei ins Schönenwerdquartier geladen, auf den neu entstehenden Quartierplatz direkt vor der ehemaligen Post, die Anfang September für immer ihre Türen schloss. «Die SP hat sich mit dem Quartierverein für den Erhalt der Post eingesetzt», sagt Camenisch vor Ort. «Jetzt wollen wir mit der Stadt eine Lösung finden, damit hier ein Quartierzentrum entstehen kann.» Der Ort sei auch exemplarisch, weil er zeige, wie die Stadt wachse und sich verändere, sagte die 49-Jährige und zeigte auf die nahe Limmattalbahnbaustelle.

Es sei gut, dass die Stadt bei der Schulraumplanung vorwärtsmache. «Aber wir müssen auch in die Früherziehung von Kindern investieren», sagt die studierte Volkswirtin. Genügend und bezahlbare Krippenplätze seien wichtig. Auch für öffentliche Grün- und Freiräume will sie sich aus sozialen und ökologischen Gründen starkmachen. «Dort trifft man sich, dort findet der soziale Austausch statt», sagt Camenisch, die seit 16 Jahren mit ihrer Familie im Altbergquartier wohnt. Seit der Gründung des Kulturhauses Gleis 21 am Bahnhof amtet sie als Co-Präsidentin des gleichnamigen Trägervereins.

«Ich bin überzeugt, dass Kultur gerade in einer Stadt wie Dietikon mit einer mannigfaltigen Bevölkerung enorm wichtig ist, um Menschen zusammenzubringen, zu integrieren und Identität zu schaffen.»

Sie sei eine konsensorientierte Person und funktioniere auch dank ihrer beruflichen Erfahrung sehr gut in Gremien, sagt Camenisch. Als Geschäftsleiterin der Stiftung Ferien im Baudenkmal habe sie viele politische Berührungspunkte in ihrem Arbeitsalltag.

Nicht zuletzt wolle sie auch Mädchen und jungen Frauen ein Vorbild sein mit ihrer Kandidatur. Für die SP sei gleich nach den Wahlen 2018 klar gewesen, dass sie im nächsten Wahlkampf auch auf eine Frau setzen und das Männergremium aufbrechen wollen. «Den Worten müssen Taten folgen», sagt Camenisch.

«Ich bin sehr froh, dass auch andere Parteien nachziehen, nicht zuletzt dank der Arbeit der Plattform Dietikerin.net.»

Kiwic zieht nach vier Jahren eine positive Bilanz

In den vergangenen vier Jahren habe er als Hochbauvorstand drei grosse Ziele verfolgt, sagt der Unternehmer Kiwic: Die Politik soll erstens auf die Bevölkerung ausgerichtet sein und Menschen in den Mittelpunkt stellen. Das Studio Dietikon habe wertvolle Arbeit geleistet, um auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen, aber er wolle sich dafür einsetzen, dass das Projekt noch breitere Schichten in der Bevölkerung erreicht. Zweitens soll die Stadt vermehrt in sich und ihre Zukunft investieren. Dietikon sei inzwischen wieder im Investitionsmodus und kaufe Land und Gebäude auf, um handlungsfähig zu sein, sagt Kiwic und verweist auf Investitionen in Schulen und Kindergärten sowie den Kauf des «Bären».

Drittens sollen Unternehmen in Dietikon gedeihen. «Da haben wir immer noch Defizite. In der Silbern sind wir keinen Schritt weiter», sagt er. Da gelte es, den Druck auf den Kanton aufrecht zu halten, um die Naturschutzblockade zu lösen. Zudem wolle er sich dafür einsetzen, den von der Stadt beschlossenen Cleantech-Cluster in den nächsten vier Jahren zu fördern, um erste kleine Erfolge zu feiern und diesen längerfristig in Dietikon zu etablieren. Insgesamt sei er mit der Bilanz seiner ersten Stadtratslegislatur zufrieden, sagt Kiwic, der von 2008 bis 2018 im Gemeinderat politisierte.

«Aber in vielen Bereichen haben wir nur den Anstoss gegeben.»

Deshalb wolle er sich weiter im Stadtrat für Dietikon einsetzen.

Die Ausgangslage für die Stadtratswahl 2022 ist spannend und schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Gremium ab kommendem Jahr nicht mehr rein in Männerhand sein wird. Neben der SP strebt auch die SVP mit einem Zweierticket bestehend aus Stadtpräsident Roger Bachmann und Mirjam Peter einen zweiten Sitz an. Für die Mitte tritt Schulvorstand Reto Siegrist erneut an und Catherine Stocker-Mittaz soll den Sitz des abtretenden Finanzvorstands Rolf Schaeren verteidigen. Und die Grünen portieren erneut Infrastrukturvorstand Lucas Neff für den Stadtrat.

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