Dietikon
Die Stadt stellt eine Lösung in Aussicht: Der Parkplatzfrust im Limmatfeld soll bald passé sein

Den Anwohnern und Besuchern des Limmatfelds in Dietikon fehlen Besucherparkplätze im Quartier. Die Verhandlungen zwischen der Stadt und den verschiedenen Eigentümern sollen nun bald zu einem Ende kommen.

Virginia Kamm
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An diesen gelben Parkplätzen und den Parkuhren stören sich die Anwohnerinnen und Anwohner des Dietiker Limmatfelds.

An diesen gelben Parkplätzen und den Parkuhren stören sich die Anwohnerinnen und Anwohner des Dietiker Limmatfelds.

Ruedi Burkart

Die gute Nachricht zuerst: Der Knatsch um die Parkplätze im Dietiker Limmatfeld soll bald gelöst werden. Schon seit vielen Jahren stören sich Anwohner und Besucher daran, dass im Quartier keine Besucherparkplätze vorhanden sind – auch nicht rund um den Limmat Tower mit seinen 140 Wohnungen. Das Thema hat zuletzt 2019 für Aufsehen gesorgt, als dem Quartierverein Limmatfeld der Geduldsfaden riss und die Mitglieder die gelben Parkplätze der Halter AG blau ansprayten. Der Verein beschwerte sich damals, dass die Parkplätze viermal täglich kontrolliert und Besucher zu oft «wegen geringfügiger Überschreitung der viel zu kurzen Maximal-Parkdauer mit 50 Franken gebüsst» würden.

Die kostenpflichtigen Parkplätze, die man höchstens zwei Stunden benutzen darf, gehören momentan unter anderem der Halter AG, die das Limmatfeld entwickelt hat. Im Gestaltungsplan hiess es damals, der Strassenraum gehe nach dem Bau ins Eigentum der Stadt über. Aus Sicht der Halter AG war damit nur die Fahrbahn gemeint, nicht die Parkplätze. Die Stadt war aber der Ansicht, dass die Parkplätze ihr zustünden.

Corona hat die Dringlichkeit des Problems entschärft

«Die Situation für Anwohner und Besucher ist prinzipiell immer noch die gleiche, aber sie hat sich entspannt, weil es durch die Pandemie zu weniger Besuchen gekommen ist», sagt Quartiervereinspräsident Peter Metzinger. Die Situation sorgt aber nach wie vor für Ärger: «Die Tarife der Parkuhren sind unverständlich angegeben», sagt eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte. Sie störe auch die fehlende Möglichkeit, kurz gratis zu parkieren, um etwas abzuholen. Das sei zum Beispiel bei der Post möglich. Zudem könne man nicht mit dem Handy bezahlen. «Die Stadt vertröstet seit Jahren und nichts passiert», sagt die Frau. «Nach elf Jahren im Quartier hat man es satt!»

Peter Metzinger wünscht sich eine blaue Zone entlang der Heimstrasse und der Nebenstrassen, die in diese einmünden. Er betont, dass auch das Gewerbe diesen Wunsch hege. Auf weitere Protesthandlungen hat der Quartierverein nach der Spray-Aktion 2019 verzichtet. «Die Stadt hat uns versichert, alles zu tun, um eine Lösung mit der Halter AG zu finden», begründet Metzinger dies. Er könne sich gut vorstellen, dass im Quartier Aktionen gefordert würden, sollte sich keine Lösung finden lassen oder sollte die Halter AG das Problem verschleppen.

Laut der Stadt soll das Problem schon bald gelöst sein: «Die Stadt ist in Verhandlung mit den verschiedenen Eigentümern», sagt Stadtschreiberin Claudia Winkler auf Anfrage. Wer die weiteren Eigentümer der Parkplätze sind, möchte die Stadt aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht bekanntgeben. «Die Klärung steht vor Abschluss. Wir hoffen, dass wir bis zu den Sommerferien mehr wissen», sagt Winkler. Die Stadt wünsche sich eine Lösung, die für alle Beteiligten und die Mieterinnen und Mieter Sinn ergebe.

Mario Ercolani, der als Gesamtprojektleiter der Halter AG das Limmatfeld entwickelt hat, bestätigt auf Anfrage die laufenden Gespräche zwischen dem Bauunternehmen, den Grundeigentümern und der Stadt. Er wünscht sich eine gute Lösung für das Gewerbe im Limmatfeld und sagt:

«Für die Kleingewerbler ist es eminent wichtig, dass die Parkplätze nicht ganztägig besetzt sind, sondern den Kunden zur Verfügung stehen.»

Er wünscht sich daher Kurzzeitparkplätze und verweist auf die kostenpflichtige Tiefgarage ohne Parkzeitbeschränkung unter dem Rapidplatz. Er geht davon aus, dass bis Ende Jahr zwischen den heutigen Grundeigentümern und der Stadt alles geklärt sein wird.

Bis es so weit ist, besteht allenfalls eine Möglichkeit, den Parkgebühren auszuweichen: «Es kommt immer wieder vor, dass Parkuhren in Nacht- und Nebelaktionen mit Klebstoff temporär ausser Gefecht gesetzt werden», sagt Quartiervereinspräsident Peter Metzinger. Der Verein distanziere sich zwar mit aller Deutlichkeit von diesen Aktionen. Es lohne sich aber sicher, nach solchen Parkuhren Ausschau zu halten, da man dort keine Busse erhalten könne. «Ansonsten bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als nach zwei Stunden einen anderen Parkplatz zu suchen.»