Dietikon
Die «Computeria» weicht dem «Dig[iT]reff»: Warum der Seniorenrat sein Angebot neu aufstellt

In Dietikon findet Mitte Januar erstmals der «Dig[iT]reff» statt. Unter der Leitung von Seniorenrats-Mitglied René Müller sollen ältere Menschen nach und nach Tablet- und Smartphone-Profis werden.

Larissa Gassmann
Drucken
Bald sollen Seniorinnen und Senioren fitter im Umgang mit Smartphone und Tablet werden.

Bald sollen Seniorinnen und Senioren fitter im Umgang mit Smartphone und Tablet werden.

Colin Frei

Was gilt es beim Smartphone-Kauf zu beachten? Was waren schon wieder Apps und wie genau richtet man sich ein Hintergrundbild ein? All das und mehr sollen Dietiker Seniorinnen und Senioren bald im «Dig[iT]reff» lernen. Stattfinden wird dieser erstmals am 18. Januar. Im Vordergrund stehen dabei Tablets und Handys. Denn: «Wir haben das Gefühl, dass vor allem dort ein Bedarf vorhanden ist, die Grundlagen näher kennen zu lernen», sagt René Müller. Der 68-Jährige ist neu im Seniorenrat und dort für alle digitalen Fragen zuständig.

Starten werden sämtliche Treffen mit einem Informationsteil. Dabei geht es um Themen wie Sicherheit, grundsätzliche Einstellungen wie Lautstärke, Sperrbildschirm oder Hintergrundbild und die Vor- und Nachteile der Gerätearten. Auf den Vortrag folgen soll schliesslich ein praktischer Teil. In diesem werden in kleinen Gruppen und unter Anleitung spezifische Fragen und Probleme der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angegangen. «Dadurch sollen alle direkt profitieren können», sagt Müller. An den weiteren Treffen am 9. Februar und 15. März stehen wiederum die Beratung und gängige Apps im Vordergrund.

«Dig[IT]reff»

Anmeldung: Telefonisch bei René Müller unter 079 402 19 20 oder via DigiTreff@renemueller.ch oder online unter: forms.office.com/r/nvaHiMEr9z. Freiwilliger Unkostenbeitrag, Durchführung im 2G-Modus.

Ziel des «Dig[iT]reff» ist es, «dass jeder etwas mitnehmen kann, was er noch nicht kennt». Genau das aber ist laut Müller die Herausforderung. Denn: Nicht jeder hat den gleichen Kenntnisstand. Wie sich das Publikum an den Treffen zusammensetzen wird, steht noch nicht fest. Deswegen sollen Interessierte im Anmeldeformular nicht nur die Art ihres Geräts, sondern auch bereits erste Fragen und Probleme festhalten. Grundsätzlich aber ist im «Dig[iT]reff» jeder willkommen. Alles, was es dafür benötigt, ist ein entsprechendes Gerät. «Wir stellen keine grosse Anforderungen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer», sagt Müller.

Nicht die einzige Computeria, die nicht weitergeführt wird

Er selbst war über 40 Jahre lang im Informatikbereich tätig. In den letzten paar Berufsjahren habe er sich vor allem mit Lösungen und Schulungen rund um die verschiedenen Tools beschäftigt. Nach der Pensionierung sei es sein Ziel gewesen, mit seiner Zeit «etwas Gescheites anzufangen». So gibt Müller unter anderem bereits bei der Caritas Computer- und Handykurse. Letztendlich landete er nun beim Dietiker Seniorenrat. «Dieser hat mich mit offenen Armen empfangen», so Müller.

René Müller (68) ist neu im Seniorenrat und dort für alle digitalen Fragen zuständig.

René Müller (68) ist neu im Seniorenrat und dort für alle digitalen Fragen zuständig.

zVg/Lukas Schnurrenberger

Das Angebot «Dig[iT]reff» ersetzt die seit 2014 bestehende «Computeria». Grund für die Namensänderung ist, dass es sich bei der Computeria eigentlich um einen Verein handelt, dessen Name geschützt ist. «Dementsprechend haben wir uns zu einem Neuanfang entschieden», sagt Müller. Bereits jetzt seien erste Anmeldungen eingegangen. Damit jeder vor Ort möglichst viel lernen kann, soll der erste Anlass auf zwölf Teilnehmende beschränken werden. Sind es mehr Anmeldungen, so wolle man den gleichen Anlass nochmals durchführen. Geplant sind vorerst drei Treffen. «Wenn diese gut besucht sind, bieten wir das Angebot sicherlich vermehrt an», sagt Müller. Er wolle hier etwas aufbauen, «dabei müssen die Menschen aber auch mitmachen».

Jahresprogramm Seniorenrat

Nebst dem «Dig[iT]reff» plant der Seniorenrat in diesem Jahr weitere Veranstaltungen. So findet jeweils am ersten Dienstag des Monats ein Lesezirkel statt. Ebenfalls auf dem Programm stehen weiterhin die Tablet- und Smartphone-Kurse, bei denen Schulkinder den Seniorinnen und Senioren unter die Arme greifen. Diese fanden bereits über 20 Mal statt und werden laut Müller im 1:1-Format und je nach Bedürfnis abgehalten, während man beim «Dig[iT]reff» eher nach einem festen Programmrahmen vorgehe. Dazu gesellen sich Spielenachmittage, der Zmittagstisch im Restaurant Ochsen und das Seniorenkino im «Gleis21». Letzteres findet jeweils am vierten Dienstag des Monats statt. Nachdem Margrit Meier-Bozian nach fünf Jahren ihren Line-Dance-Kurs nicht mehr durchführt, wurde zudem eine Nachfolgelösung gefunden. Neu übernimmt für sie Daniela Böni. 

Besonders Corona hat im letzten Jahr die Arbeit des Seniorenrats erschwert. Eins-zu-eins-Beratung und Treffen waren kaum mehr möglich. Da die meisten nun geimpft seien, sei dies nun anders, so Müller. Auch Lokalitäten wie das «Gleis21» neben dem Bahnhof, wo der Treff stattfinden wird, seien nun wieder zugänglich. Wie Müller berichtet, wurden die Computeria-Angebote in den letzten paar Jahren jeweils gut besucht. Da mittlerweile immer mehr ältere Menschen ein Smartphone besitzen, sei das ein stets präsenter werdendes Thema.

Dies auch, weil in der Gegend Angebote fehlen. So wurde etwa die Computeria Urdorf aufgelöst, wie Präsident Nicolas Pierre Tinguely im Oktober in der «Limmattaler Zeitung» schrieb. Aufgrund von Corona habe man die Aktivitäten abrupt beendet müssen. Nach wie vor könne die Schulung nicht im Alterszentrum stattfinden. «Der erhebliche Mehraufwand, welcher neu für die Lokale zu erbringen wäre, kann leider von Kursbetreuern, alters- und gesundheitsbedingt, nicht mehr übernommen werden», so das Fazit von Nicolas Pierre Tinguely. «Da und dort ist das Angebot eingeschlafen oder es fehlt der Nachwuchs», sagt denn auch Müller. Dies soll sich nun ändern. So gibt es auch in den Reihen des Seniorenrats einige neue Gesichter. «Vielleicht braucht es das manchmal für einen Aufschwung», so Müller.