Dietikon
Der Herbstmarkt verband sich mit dem Tag der offenen Vereinstüren zum Jubiläumsfest

Bereits zum 222. Mal jährte sich die Zweite Schlacht bei Zürich. Aus diesem Anlass stand am Samstag am Herbstmarkt alles im Zeichen der Franzosen – und der Vereine. Denn der Tag der offenen Vereinstüren fand gleichzeitig statt.

Carmen Frei
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Am Herbstmarkt in Dietikon wurd an die Zweite Schlacht von Zürich vor 222 Jahren erinnert.
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Viele stände waren in den Farben Frankreichs dekoriert.
Gleichzeitig fand auch der Tag der offenen Vereinstüren statt, der das Kartell der Ortvereine Dietikon durchführte.
René Weber, Romy Müller, Klaus Stock und Jürg Brenner vertraten den Amateur Fotoclub Dietikon an dessen Stand.
Ronald Mücke und seine Frau verkauften an ihrem Stand französische Leckereien.
Irma Raimann bot ihre Geschenksets zum ersten Mal in Dietikon am Markt an.
Dietiker Kantonsrat Rochus Burtscher (SVP) wies darauf hin, wie wichtig die Vereine für Dietikon seien.
Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) bedankte sich bei den Sicherheitskräften und Vereinen.
Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) betonte, dass die Geschehnisse nicht verherrlicht werden sollten. Stattdessen solle man seine Lehren daraus ziehen.
Die Stadtmusik Dietikon folgte auf die Redner am Vormittag und unterhielt das Publikum unter anderem mit einem Medley von Bond-Titelliedern.
Sandro Strässle, Pascal und Claudia Stüssi, Marco Hess, Giuseppe La Iacono und Giuseppe Sonetto waren für das Kartell der Ortsvereine Dietikon unterwegs.
Diese Kanonenkugeln flogen vor 222 Jahren auf das Kloster Fahr. Für den Anlass wurden sie nach Dietikon gebracht.
Die Trychler waren am Herbstmarkt ebenfalls unterwegs.
Das Wetter spielte mit und lockte viele Besucher ins Dietiker Zentrum.
Alt und Jung trafen sich und schauten sich die Stände der Vereine und der Marktsteller an.

Am Herbstmarkt in Dietikon wurd an die Zweite Schlacht von Zürich vor 222 Jahren erinnert.

Carmen Frei / Limmattaler Zeitung

Vor 222 Jahren setzten die Franzosen unter General André Masséna in Dietikon über die Limmat und schlugen in der Zweiten Schlacht von Zürich die russische Armee unter Alexander Rimski-Korsakow. Um daran zu erinnern, stand der Herbstmarkt am Samstag im Dietiker Zen­trum im Zeichen der Franzosen. Die Stände waren rot, weiss und blau dekoriert und der Choeur Francophone trat auf.

Gleichzeitig fand der Tag der offenen Vereinstüren statt. Kurz vor elf Uhr begrüsste Pascal Stüssi, Präsident des Kartells der Ortsvereine Dietikon, die Gäste im Festzelt. Dann wandten sich der Dietiker Kantonsrat Rochus Burtscher (SVP) und der Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) an die Anwesenden. Burtscher freute sich, diesen Tag mit den Anwesenden feiern zu dürfen und verwies auf die Wichtigkeit der Vereine in Dietikon:

«Jeder dieser Vereine trägt zum Ortsbild und zum ­Leben von Dietikon bei.»

Das Herbstfest soll an die Geschehnisse erinnern

Fehr sprach über die geschichtliche Dimension des Fests und bedankte sich bei den Sicherheitskräften und den Vereinen. Letztere seien wichtig für die Gesellschaft. «Ich bin überzeugt davon, dass die Schweiz gut durch die Krise gekommen ist, weil alle etwas gemacht haben», sagte er.

Nach einem Lied der Stadtmusik wandte sich Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) an die Gäste. Er begrüsste den anwesenden Adjutanten der französischen Botschaft und verlas eine Botschaft des französischen Konsuls. Bachmann betonte, dass die Geschehnisse vor 222 Jahren mit dem Fest nicht verherrlicht werden sollen. Es gehe darum, sich zu erinnern und daraus Lehren zu ziehen.

Auch Unterengstringen erinnerte an den denkwürdigen Tag

Bachmann verwies auch auf die Kranzniederlegung bei der Russenlinde in Unterengstringen zum Gedenken an die gefallenen Russen, die parallel stattfand. Von der russischen Botschaft waren dieses Jahr der erste Botschaftsrat Oleg Markov und der stellvertretende Militärattaché Major Simon anwesend. «Die freundschaftliche Beziehung mit der russischen Botschaft wird sehr geschätzt», ­sagte Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP). Rund 50 Personen nahmen laut Wirth am Anlass teil, an dem neben ihm auch Botschaftsrat Markov und alt Gemeindepräsident Willy ­Haderer (SVP) sprachen.

In Dietikon hatte nach Bachmann die Stadtmusik übernommen. Im Festzelt, in dem Zertifikatspflicht herrschte, waren zudem Kanonenkugeln aus der Schlacht ausgestellt. «Die Kanonenkugeln sind heute vor 222 Jahren auf das Kloster Fahr geflogen und wurden bei der Renovation entdeckt», sagte die Kulturbeauftragte Irene Brioschi.

Der Markt war gut besucht und durchmischt

Ausserhalb des Zelts schlenderten die Leute von Stand zu Stand. Unter anderen waren die Pfadi Limmattal, der Lions Club Limmattal, der Claro Weltladen und die Oberstadtbäckerei vertreten. Pascal Stüssi fand:

«Es ist eine gesunde Vermischung zwischen Vereinen und Marktbetrieb.»

Der Tag der offenen Vereinstüren solle der Bevölkerung zeigen, dass wieder etwas laufe. Er möchte ihn gerne jährlich durchführen. Einen ähnlichen Anlass soll es zudem laut Stüssi bald nur für Sportvereine geben.

Gut 15 der 90 Vereine von Dietikon hatten sich einen Stand gesichert, darunter der Frauenverein. Die Mitglieder am Stand freuten sich, dass sie wieder etwas machen konnten. Sie suchten vor allem jüngere Mitglieder und verwiesen auf ihre anstehenden Anlässe. Der Amateur-Fotoclub Dietikon warb an seinem Stand für seine Ausstellung im Oktober. Kassier Jürg Brenner bezeichnete den Tag als gute Gelegenheit, um wieder mit Leuten in Kontakt zu kommen.

Gute Stimmung und französische Spezialitäten

Auch an den Marktständen genoss man den Herbstmarkt. Irma Reimann aus Deitingen war das erste Mal am Markt in Dietikon und verkaufte ihre Geschenksets. «Es ist eine supergute Stimmung», meinte sie. Händler Ronald Mücke ist auch sonst alle 14 Tage am Markt in Dietikon. Für den Herbstmarkt hatte er extra auf hand­gemachte französische Leckereien gesetzt.

Für Unterhaltung sorgten zudem im Festzelt am Nachmittag die Stadtjugendmusik und die Kinderliederband Silberbüx. Am Abend traten Sängerin Moira und Musiker Pat Burgener auf.

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