Dietikon
Coronatests an Dietiker Schulen: Befürworter starten neuen Versuch

Die Schule Dietikon macht keine Coronatests. Eine Vorstoss fordert den Stadtrat nun zum Handeln auf.

David Egger
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SpucktestS: Solche Bilder würden viele Dietikerinnen und Dietiker gerne auch an der Dietiker Schule sehen.

SpucktestS: Solche Bilder würden viele Dietikerinnen und Dietiker gerne auch an der Dietiker Schule sehen.

Themenbild: Severin Bigler

Die Maske gehört heute zum Alltag. Das war zu Beginn der Pandemie noch anders. Peter Metzinger (FDP) war noch im Juni 2020 der einzige im Dietiker Parlament, der eine Maske trug. Heute tragen sie alle. Masken sind nun auch an den Dietiker Schulen verbreitet: Seit Montag, 3. Januar, gilt im ganzen Kanton eine Maskenpflicht ab der ersten Klasse. Davor, seit 1. Dezember, galt die Maskenpflicht erst ab der vierten Klasse. Auch wird regelmässig gelüftet. Das alles findet Metzinger zwar vorbildlich, aber es ist ihm nicht genug. Denn im Gegensatz zu anderen Limmattaler Schulen verzichtet die Schule Dietikon nach wie vor auf regelmässige Coronatests in den Klassen – obwohl dies von Metzinger und vielen anderen als «wirksames Instrument zum Unterbrechen der Infektionsketten» angesehen wird. So formuliert es Metzinger in seiner Kleinen Anfrage, die er am Freitag eingereicht hat. Darin bittet er den Stadtrat, zu prüfen, an der Schule Dietikon doch noch Coronatests einzuführen.

Warum der Stadtrat bisher dagegen war

Rückblende: Im September hatte Parlamentarier Beat Hess (Grüne), der selbst in Dietikon Lehrer ist, den Stadtrat gefragt, wieso er auf regelmässiges Testen verzichtet. Der Stadtrat antwortete im November, dass «kein wirklicher Handlungsbedarf» bestehe. Denn: «Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Schule grundsätzlich ein Hotspot ist.»

Beat Hess (Grüne), Parlamentarier in Dietikon.

Beat Hess (Grüne), Parlamentarier in Dietikon.

zvg

Gegenüber Hess argumentierte der Stadtrat weiter, dass man ja nach den Herbstferien während dreier Wochen Tests durchgeführt habe, um Ansteckungen durch Ferienrückkehrer zu verhindern. Dort zeigte sich, dass nur bis zu 0,45 Prozent der Testresultate positiv ausfielen. «Eine sehr tiefe Zahl», hielt der für die Schule zuständige Stadtrat Reto Siegrist (Mitte) damals fest. Zudem hätten bloss 80 Prozent der Eltern ihren Kindern erlaubt, bei den Tests mitzumachen. Und kantonsweit liege die Verweigerungsquote bei 30 Prozent. «So verkommen gewisse Klassenresultate zur Farce», so Siegrist.

Reto Siegrist (Mitte), Stadtrat und Schulvorstand in Dietikon.

Reto Siegrist (Mitte), Stadtrat und Schulvorstand in Dietikon.

David Egger

All das lässt Metzinger nicht mehr gelten. Die damaligen Argumente seien damals zwar «einleuchtend» gewesen. Aber, so schreibt Metzinger in seiner Kleinen Anfrage: «Heute haben wir mit Omikron eine andere Durchseuchungssituation und die Tatsache, dass während der kurzen Phase repetitiver Tests im Herbst nur wenige Fälle entdeckt wurden, kann heute nicht mehr als Argument gelten. Auch die Tatsache, dass 30 Prozent der Eltern die Teilnahme ihrer Kinder an den Corona-Tests verweigern, gilt seit dem 5. Januar nicht mehr, denn an diesem Tag wurde eine Studie bekannt, wonach nicht alle Kinder getestet werden müssen, um einen Corona-Ausbruch rechtzeitig zu bemerken. Die Hälfte sei ausreichend.» Vor diesem Hintergrund will Metzinger eine Neubeurteilung durch den Stadtrat.

Peter Metzinger (FDP), Parlamentarier in Dietikon.

Peter Metzinger (FDP), Parlamentarier in Dietikon.

Sandra Ardizzone

Metzinger argumentiert, dass in der Wirtschaft derzeit wegen Krankheit und Quarantänen über 100000 Arbeitskräfte fehlen, dass öV-Linien wegen Personalmangel gestrichen werden und dass sich täglich Zehntausende anstecken. Ein Teil davon werde unter Long Covid leiden und so die IV belasten.

«Zum Schutz der Gesundheit und vor den finanziellen und wirtschaftlichen Folgen ist es deshalb dringend geboten, sämtliche vertretbaren Massnahmen zum Unterbrechen der Infektionsketten zu ergreifen»,

schreibt Metzinger. Zu diesen Massnahmen gehörten eben auch repetitive Corona-Tests an den Schulen, «denn gerade in den Schulen findet das Virus einen einfachen Weg, sich schnell in der Bevölkerung zu verbreiten und in die Familien zu gelangen». Eltern könnten sich etwa im öV schützen, aber nicht zuhause gegen eine Infektion durch die Kinder.

Für Metzinger ist klar: «Bei einer unkontrollierten Durchseuchung der Kinder müssen mehr Erwachsene in Quarantäne als bei einer Entdeckung und Unterbrechung der Infektionsketten.» Auch daher seien repetitive Tests sinnvoll.

Lesen Sie hier, wie ein Dietiker Vater – bisher erfolglos – für Coronatests an der Schule kämpft:

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