Dietikon
Bier, Cappuccino, Chai und mehr sind teurer – mit dem Umbau hat das Caffè Spettacolo die Preise erhöht

Spettacolo hat in allen 30 Filialen die Preise erhöht. Unter anderem wegen Corona, teurem Strom und hohen Einkaufspreisen, heisst es.

David Egger
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Oh, das ist die teure Milch: Der Cappuccino schlägt auf.

Oh, das ist die teure Milch: Der Cappuccino schlägt auf.

Themenbild: Christian Beutler/Keystone

Raus aus dem Gewusel, hin zum goldenen Gebräu: Dieser Genuss zum Feierabend ist teurer geworden. Zumindest im Caffè Spettacolo am Dietiker Bahnhof. Um zehn Rappen ist dort der Preis aller Bier-Produkte gestiegen. Ist das nun die Inflation, vor der sich zurzeit viele fürchten?

Chai Latte ist 30 Rappen teurer

Bier ist nicht das einzige Produkt, bei dem das Caffè Spettacolo die Preise erhöht hat. Wer etwa einen Chai Latte bestellt, zahlt neu 5.10 Franken statt 4.80 Franken. Das ist ein Aufschlag um 30 Rappen respektive 6,25 Prozent. Von einem Tag auf den anderen? Eben nicht. Die Erhöhung dürfte vielen Gästen gar nicht aufgefallen sein.

Denn von 1. November bis 2. Dezember war das Dietiker Caffè Spettacolo wegen Umbau geschlossen. Zwar stand während der Bauzeit ein provisorischer Foodtruck bereit. Aber dieser war in erster Linie für die Take-away-Kundschaft interessant. Viele andere blieben dem Lokal während des Umbaus fern. Wer mag sich da noch an alte Preise erinnern? Ein schlauer Schachzug der Kaffee-Kette mit 30 Standorten im Land: Schliessen, alte Holzstühle raus, ­neue Sofa-Ecke rein und dann mehr Geld verlangen.

So rechtfertigt der Valora-Konzern die höheren Preise

Ein Sprecher von Valora, dem Konzern hinter «Spettacolo», sagt: «Die Preiserhöhungen erfolgten per 1. Dezember 2021 in sämtlichen Verkaufsstellen. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit dem Umbau des Caffè Spettacolo in Dietikon.» Neben Bier und Chai Latte seien die Preise fürs Gebäck sowie für diverse mit Milch zubereitete Kaffeeprodukte gestiegen – also zum Beispiel Latte macchiato und Cappuccino. Der Valora-Sprecher betont zudem, dass insbesondere die Preise für Café crème und Espresso nicht gestiegen seien. Auch bei Mineralwasser, Wein, Aperol Spritz und weiteren Getränken seien die Preise unverändert.

«Grund für die Preiserhöhungen sind die beträchtlich gestiegenen Einkaufspreise für die Rohstoffe (unter anderem Kaffee, Weizen, Milch, Käse) sowie höhere Strompreise. Zudem hat die Coronapandemie die Gastro- und Cafébranche belastet und tut dies weiterhin», argumentiert der Valora-Sprecher weiter. Und er hält fest, dass die Kundinnen und Kunden Verständnis gezeigt hätten, «da die Preise in der Café- und Gastrobranche 2021 an verschiedenen Orten gestiegen» seien.

Grösser als Winterthur, wichtiger als Zürich Altstetten

In Dietikon jedenfalls hat ein Teil der Kundschaft die höheren Preise bemerkt und sich bei der «Limmattaler Zeitung» gemeldet. Dietikon ist eine der wichtigeren Filialen der Kaffee-Kette. Sie ist zum Beispiel viel grösser als jene am Bahnhof Winterthur. Und der Stellenwert der Dietiker «Spettacolo»-Filiale zeigte sich auch 2021: Sie wurde während des Corona-Lockdowns am 1. März 2021 im Take-away-Modus wieder geöffnet, während die Filialen in ­Baden und Zürich Altstetten noch länger die Türen zu hatten.

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