Ab Anfang 2017 wird das sogenannte E-Government in der Stadt Dietikon einen kräftigen Schub bekommen. Das geht aus der Beantwortung einer Interpellation von Philipp Müller (FDP) und zweier Mitunterzeichnenden hervor. Das Thema liegt dem FDP-Gemeinderat offensichtlich besonders am Herzen, hat er doch bereits 2011 einen ähnlichen Vorstoss eingereicht.

«Viel ist seither nicht passiert», moniert Müller in der aktuellen Interpellation. Deshalb wollte er unter anderem wissen, warum 2011 geplante Projekte nicht umgesetzt wurden, warum eUmzugZH noch nicht eingeführt ist und welche Projekte der Stadtrat in Sachen E-Government in nächster Zeit anstrengen will.

Bequemer und billiger

Unter E-Government versteht man die Vereinfachung von Kommunikation und Transaktion zwischen staatlichen, kommunalen und sonstigen behördlichen Institutionen sowie zwischen diesen Institutionen und Bürgern durch den Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien.

«Bevölkerung und Unternehmen können die wichtigsten Amtsgeschäfte und Anliegen online und jeweils über möglichst nur eine Anlaufstelle (Single Point of Contact) tätigen», heisst es dazu auf einer Informationsseite des Kantons.

Für den Bürger besteht der Hauptvorteil darin, dass Informationen der Behörden rund um die Uhr abrufbar sind und auch die Kommunikationsmöglichkeiten erheblich ausgeweitet sind. Somit entfallen oft zeitaufwendige Wege. Gleichzeitig werden in den Behörden durch diese neuen technischen Möglichkeiten viele Abläufe vereinfacht und oft automatisiert.

Die Kommunikation und der Geschäftsverkehr zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden werden vereinfacht. Als Grundlage dafür verabschiedete der Bundesrat 2007 die E-Government-Strategie Schweiz. Abgesehen von den erheblichen Vorteilen für Bürgerinnen und Bürger entsteht so auch für die Behörden ein Vorteil: Sie sparen Zeit, Geld und Arbeitskraft.

Elektronischer Newsletter

Die Stadt Dietikon räumt in der Beantwortung der Interpellation einen Handlungsbedarf in Sachen E-Government unumwunden ein und kündigt eine komplett überarbeitete Homepage an: «Ziel ist es unter anderem, das Angebot der Onlinedienste für die Einwohnerinnen und Einwohner markant auszubauen.» Social Media für News und Anlässe sollen integriert, Online-Formulare ergänzt, Reminder-Dienste und ein elektronischer Newsletter eingeführt werden.

Vorreiter war die Stadt bei der Online-Steuererklärung, die sie schon seit dem Steuerjahr 2011 anbietet; flächendeckend im Kanton wurde sie erst 2013 eingeführt. Auch das E-Konto ist schon aufgeschaltet. Dieses ermöglicht den elektronischen Kontoauszug für die Steuerpflichtigen und die Möglichkeit zur Generierung von Einzahlungsscheinen für das E-Banking. Der Tarifrechner für das Beitragswesen von Kindertagesstätten und Tagesfamilien ist ebenso bereits installiert.

E-Payment-Dienstleistungen etwa für SBB-Tageskarten, Wohnsitzbescheinigungen und Aufenthaltsausweise sind in Vorbereitung. Nicht einen Tag eher als mit der flächendeckenden Einführung im Kanton Zürich Anfang 2017 wird der «eUmzugZH» in Dietikon möglich sein. Ebenfalls per Anfang Jahr ist geplant, bei der Exekutive die elektronische Sitzung einzuführen.

Das heisst, dass die Traktandenlisten und die Sitzungsunterlagen dann auf Wunsch nur noch elektronisch zugestellt werden können. Bei der Schulpflege ist sie schon seit einiger Zeit Usus.
Die Stadt möchte die E-Government-Planungen aber auch ganz grundsätzlich neu angehen und kündigt ab Januar 2017 eine Neuausrichtung der Informatikkommission, einer vorberatenden Kommission des Stadtrates, an. Diese soll sich dann insbesondere dem Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien für elektronische Dienstleistungen widmen.