Dietikon
Bau des Schulpavillons Steinmürli: Der Zeitdruck führt zu Mehrkosten

Nach kurzer Planung ist der Schulpavillon Steinmürli in Dietikon im Jahr 2017 innert fünf Monaten erstellt worden. Er kostete knapp 15 Prozent mehr als erwartet. Der Stadtrat macht insbesondere den «hohen zeitlichen Druck» dafür verantwortlich.

Oliver Graf
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Der Schulpavillon Steinmürli in Dietikon: Der Bau hat sich bewährt, die Nutzer geniessen den hohen Komfort. Es kostete aber mehr als erwartet.

Der Schulpavillon Steinmürli in Dietikon: Der Bau hat sich bewährt, die Nutzer geniessen den hohen Komfort. Es kostete aber mehr als erwartet.

zvg

Der Neubau des Schulpavillons Steinmürli in Dietikon hat insgesamt 6,5 Millionen Franken gekostet – rund 850'000 Franken mehr als im bewilligten Kredit vorgesehen waren. Mit einem Plus von 14,9 Prozent liegt dies aber gerade noch im Bereich der ursprünglichen Kostenschätzung, deren Genauigkeit mit plus/minus 15 Prozent angegeben worden war.

Mehrkosten sind insbesondere im Bereich «Gebäude» angefallen; die vorliegende Bauabrechnung weist diesbezüglich statt den erwarteten Kosten von 4,1 Millionen Franken nun 5,3 Millionen Franken aus.

Diese Mehrkosten hätten sich insbesondere beim Holzbau, bei den Elektroanlagen und den Haustechnikanlagen ergeben, schreibt der Stadtrat – er hat beim Gemeinderat die Genehmigung der Bauabrechnung beantragt. «Die wichtigsten Gründe dafür lagen insbesondere beim hohen zeitlichen Druck und der damaligen Marktlage, die sich insbesondere bei der Holzbauvergabe negativ auswirkten.»

Das Planungsbudget war sehr knapp

Bei der Haustechnik hat sich gemäss Stadtrat negativ ausgewirkt, dass das Konzept anfänglich mit einem sehr knappen Fachplanerhonorar erstellt werden musste. Im Verlauf der weiteren Planung hat sich dann herausgestellt, dass einige der getroffenen Annahmen falsch waren.

«So musste zum Beispiel das Konzept der Luftheizung aufgegeben und stattdessen Erdsonden geplant werden, dank welchen mittels Bodenheizung im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden kann.» Neben dem knappen Planungsbudget macht der Stadtrat auch hier den «hohen Termindruck» für die Mehrkosten verantwortlich.

«Ein cleveres Gebäude für clevere Kids»

Der Baustart war im März 2017 erfolgt. Nur fünf Monate später konnte der Pavillon termingerecht bezogen werden, heisst es im Antrag zur Bauabrechnung. Mit dem Resultat zeigt sich der Stadtrat zufrieden: Der Schulpavillon Steinmürli entspreche dem neuesten Stand der Technik, hält er fest. Als Minergie-P-Eco-Bau würden geringe Betriebs- und Energiekosten entstehen. Zudem sorge die automatisierte Licht-, Luft- und Wärmeregulierung für einen hohen Komfort. Die Architekten hätten deshalb von einem «cleveren Gebäude für clevere Kids» gesprochen.

«Das Projekt hat gezeigt, dass dank guter Planung trotz enormem Zeitdruck und einem lediglich mittleren Budget eine hohe Bauqualität erzielt werden kann», bilanziert der Stadtrat.