Dietikon
«Bänkligate» an der Limmat: Anwohner zweifeln an der Begründung für entfernte Sitzbänke

Wurden die drei Sitzbänkli beim Altbergquartier tatsächlich wegen Lärm- und Drogenexzessen entfernt? Manche Anwohner zweifeln daran. Gemeinderätin Kerstin Camenisch (SP) fragt darum genauer nach.

Florian Schmitz
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Von den drei Sitzbänken sind nur noch die Fundamente übrig.

Von den drei Sitzbänken sind nur noch die Fundamente übrig.

Sven Hoti

Von den frühen Abendstunden bis in die frühen Morgenstunden habe sich bei den drei Sitzbänkli an der Limmat eine kleine Szene gebildet, erklärte der Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) vor einigen Wochen in der Fragestunde im Gemeinderat. Immer wieder sei die Polizei wegen Lärm, Alkohol- und Drogenkonsum vor Ort im Einsatz gestanden, deshalb habe man die Bänkli auf Höhe der Buchsackerstrasse 20 schliesslich entfernt. Übrig blieben nur die Fundamente.

Seither sei sie von Anwohnerinnen und Anwohnern mehrmals auf diese Antwort angesprochen worden, schreibt Kerstin Camenisch (SP) in einer Kleinen Anfrage, in der sie das Thema erneut aufgreift. Es würden im Quartier nämlich Gerüchte kursieren, dass die Bänkli nur entfernt worden seien, um das Eigen­interesse von wenigen Anwohnern zu erfüllen. Um diese Gerüchte zu entschärfen, bittet die Gemeinderätin den Stadtrat, zu einigen Nachfragen Stellung zu nehmen.

Wie oft musste die Stadtpolizei ausrücken?

So will sie etwa genau wissen, zu wie vielen Einsätzen die Stadtpolizei 2019 an die betroffene Wiese ausgerückt sei und wie hoch diese Zahl im Vergleich zu anderen städtischen Grünräumen sei. Weil das Pandemiejahr nicht repräsentativ sei, fragt Camenisch bewusst nach der Statistik von 2019. Zudem erkundigt sie sich, auf welchem Entschluss die Entfernung der Bänke beruht und sie will wissen, ob der Stadtrat Gegenargumente ins Feld führen kann, um den aufgekommenen Gerüchten entgegenzuwirken.

Die Thematik ist inzwischen in Dietikon bereits unter der ­Bezeichnung «Bänkligate» ­geläufig. In der Fragestunde im Mai hatte Stadtrat Illi unter anderem gesagt, dass man einen Ersatz für die drei Bänke suche. Und: «An den gleichen Ort ­werden sie nicht mehr hin­kommen.»