Dietikon
Aus für das Libergy: Reformhaus im Zentrum schliesst nach gescheiterten Rettungsversuchen endgültig

Nachdem das Reformhaus an der Zentralstrasse immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, bleiben die Türen nun definitiv zu. Auch der Neustart mit einem Bistro im vergangenen Jahr gelang nicht. Geschäftsführer Pascal Bättig will nun auf den Onlinehandel setzen.

Carmen Frei
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Der Schriftzug leuchtet noch, doch das Geschäft von Pascal Bättig an der Zentralstrasse musste schliessen.

Der Schriftzug leuchtet noch, doch das Geschäft von Pascal Bättig an der Zentralstrasse musste schliessen.

Carmen Frei

Nach knapp sechs Jahren ist Schluss: Seit Ende Oktober sind die Türen des Libergy geschlossen, der finanzielle Aufwand war für Geschäftsführer Pascal Bättig zuletzt nicht mehr zu stemmen. Das Reformhaus bot viele vegane Bioprodukte an und hatte ein grosses Sortiment für ernährungsbewusste Personen und Allergiker. Am liebsten wäre er mit dem Laden an der Zentralstrasse in Dietikon geblieben, sagt er. «Darum versuche ich nun, einen Onlineshop zu machen.»

Die Baustelle und die Pandemie machten das Geschäft zunichte

Dass es zur Schliessung kam, hat laut Bättig mehrere Gründe. Darunter die Baustelle der Limmattalbahn vor seiner Ladentür, die nun beinahe zu Ende sei. «Aber in der Zeit, in der die Baustelle da war, hat uns das den Schnauf genommen», meint er.

Die ungeliebte Limmattalbahn-Baustelle vor dem Eingang war laut Bättig einer der Gründe für die Schwierigkeiten beim Reformhaus Libergy in Dietikon.

Die ungeliebte Limmattalbahn-Baustelle vor dem Eingang war laut Bättig einer der Gründe für die Schwierigkeiten beim Reformhaus Libergy in Dietikon.

David Egger

Bättig hatte zuletzt im Geschäft mit verschiedenen Geschäftspartnern zusammengearbeitet, nachdem das Reformhaus im Herbst 2019 bereits kurz vor dem Aus stand. Gegenüber der «Limmattaler Zeitung» wollten sie sich jedoch nicht zur Libergy-Schliessung äussern.

Unter anderem eröffnete im vergangenen Jahr ein Bistro im Laden, um die Miete aufteilen zu können und das Reformhaus finanziell zu entlasten. Im Oktober 2020 nahm dieses seinen Betrieb auf, nachdem die Baubewilligung acht Monate in Anspruch genommen hatte. Die Zusammenarbeit mit seinem Geschäftspartner funktionierte Bättig zufolge aber nicht wie gewünscht und nur zwei Monate später gingen er und der Bistrobetreiber wieder getrennte Wege. Darum habe er das Bistro selbst übernommen.

«Es lief richtig gut. Dann kam aber der Lockdown im Dezember. Das war der Genickbruch für uns»,

sagt der Geschäftsführer heute. «Wenn das Bistro weiterhin offen gewesen wäre, hätten wir es geschafft.» Nach der Schliessung suchte er für die leerstehende Fläche innerhalb des Ladens einen neuen Mieter. Dieser musste sich nun ebenfalls ein neues Geschäft suchen.

Viel Zuspruch erhalten von der Kundschaft

Ende Oktober richtete Bättig noch einen Abschiedsapéro aus. Vor allem Stammkunden hätten diesen besucht. «Sie haben sich verabschiedet, es haben auch einige Kunden geweint», sagt er. Um seine Kundschaft trotzdem in Zukunft beliefern zu können, arbeite er nun am Onlineshop. «Viele Kunden haben auch gesagt, sie würden mich besuchen oder die Bestellung abholen», sagt Bättig. Andere Kundinnen und Kunden hätten ihm aber mitgeteilt, dass sie nun nicht mehr zu ihm kommen könnten.

«Die meisten haben gesagt, dass das Libergy sehr wertvoll für Dietikon war», sagt er. Er wisse sogar von zwei Kunden, die bereits ihren Umzug planen. «Das Libergy war das Einzige, das sie in Dietikon gehalten hat», behauptet er. Bättig ist der Meinung, dass das Dietiker Zentrum wieder eine gute Durchmischung verschiedener Geschäfte brauche. «Ich habe mir nun sechs Jahre Mühe gegeben. Mein Ziel war, dass ich den ersten Schritt mache und dann andere Läden eröffnen.» Mit der Schliessung des Libergy sei dieses Ziel nun wieder in die Ferne gerückt.

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