Dietikon
AL-Gemeinderat Ernst Joss will wissen: Wie werden die privaten Spielplätze kontrolliert?

Der AL-Parlamentarier Ernst Joss ist unzufrieden mit der Spielplatzsituation in Dietikon. Am liebsten hätte er, dass private Spielplätze allgemein zugänglich werden. Und dass für eine bessere Qualität gesorgt wird.

Ruedi Burkart
Merken
Drucken
Teilen
Hier fühlen sich Kinder so richtig wohl, davon ist er überzeugt: AL-Gemeinderat Ernst Joss posiert in der Freizeitanlage Chrüzacher.

Hier fühlen sich Kinder so richtig wohl, davon ist er überzeugt: AL-Gemeinderat Ernst Joss posiert in der Freizeitanlage Chrüzacher.

Ruedi Burkart

«Das ist ein richtig guter öffentlicher Kinderspielplatz», sagt Ernst Joss und posiert in der beliebten Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher an der Holzmattstrasse. Die Schutzmaske nimmt er auch für ein Foto nicht ab, auch nicht für ein paar Sekunden für den Journalisten der «Limmattaler Zeitung». Schliesslich gilt auf dem ganzen Areal Maskentragpflicht für alle, die älter sind als 12 Jahre.

Weil an diesem wechselhaften Nachmittag im späten April Regen aufkommt, tummeln sich für einmal nur wenige Kinder und Jugendliche auf den verschiedenen Spielplätzen. Die beiden Esel stehen fast ein wenig verloren in ihrem Gehege.

Joss hat das geschärfte Auge eines Grossvaters

Der mittlerweile 74-jährige Dietiker AL-Gemeinderat Ernst Joss ist stolzer zweifacher Grossvater und besitzt somit ein geschärftes Auge für Kinderspielplätze aller Art. Deshalb macht sich Joss Gedanken zur Qualität der privaten Spielplätze. Und hat im Parlament eine Kleine Anfrage eingereicht.

Es gebe nur rudimentäre Vorschriften in der gültigen Bauordnung. Teilweise werden die Spielplätze nicht besonders gut unterhalten, findet Joss. Er will nun wissen, ob für private Spielplätze vermehrte Vorschriften zur Gestaltung gemacht werden könnten, um damit eine bessere Qualität zu erreichen. Zudem will Joss wissen, wie überhaupt kontrolliert wird, ob die privaten Spielplätze auch nach Jahren noch den Bauvorschriften entsprechen.

«Es gibt zwar zahlreiche gut unterhaltene private Spielplätze. Aber einige sind beispielsweise den Mietern der betreffenden Überbauung vorbehalten»,

sagt Joss weiter. Er kenne solche Spielplätze. So ist es schwierig, sich mit Eltern und Kindern einer Nachbarsiedlung auf dem Spielplatz zu treffen. So zielt eine Frage von Joss darauf ab, ob Spielplätze auf privatem Grund für alle Familien zugänglich gemacht werden könnten.

Die Enkelkinder von Joss sind drei Jahre und zwei Monate alt. Sie haben also gänzlich unterschiedliche Bedürfnisse. Joss:

«Dass es beispielsweise kaum Babyschaukeln auf den öffentlichen Spielplätzen hat, finde ich schade.»

Zurück zum Chrüzacher-Spielplatz. «So stelle ich mir einen guten öffentlichen Spielplatz vor», sagt Joss. Ganz grundsätzlich findet er jedoch:

«Die Spielplatzsituation auch auf öffentlichen Spielplätzen in Dietikon ist nicht wirklich gut.»

Und genau aus diesem Grund hat er angeregt, Spielplätze auf privatem Grund für alle Familien zugänglich zu machen. Zum Schluss fügt der AL-Gemeinderat noch an, dass sein dreijähriges Enkelkind ausserhalb Dietikons einen absoluten Lieblingsspielplatz entdeckt habe – in Schlieren.

Der grosse Unterschied zwischen Dietikon und Schlieren in Sachen Spielplatzpolitik

Der Dietiker AL-Parlamentarier Ernst Joss bringt Spielplätze mit seiner neusten Kleinen Anfrage (siehe Text oben) nicht zum ersten Mal aufs politische Parkett. Im November 2020 hatte er gefordert, dass die Stadt Dietikon ein «Konzept zur Verbesserung der Situation der öffentlichen Spielplätze und einen Zeitplan für dessen Umsetzung» ausarbeitet. Insbesondere bemängelte er, dass es im Limmatfeld-Quartier keinen öffentlichen Spielplatz hat – diese Kritik an der Stadt äussert auch Quartiervereinspräsident und FDP-Parlamentarier Peter Metzinger des Öfteren. Allerdings beschloss das Parlament im Dezember, das von sieben SP-Parlamentariern mitunterzeichnete Joss-Postulat nicht an den Stadtrat zu überweisen. 15 Parlamentarier waren gegen das Postulat, 11 dafür. Erst kürzlich wies Joss in einem Leserbrief in der «Limmattaler Zeitung» wieder darauf hin, dass Schlieren ein Spielplatzkonzept hat und Dietikon nicht. Das Schlieremer Spielplatzkonzept geht Jahre zurück: Im Frühling 2015 hatte der Stadtrat mitgeteilt, zwecks Koordination der Entwicklung der Spielplätze ein Spielplatzkonzept für das ganze Stadtgebiet auszuarbeiten. Im Januar 2016 genehmigte der Schlieremer Stadtrat das Konzept. Seither werden, für jeweils mehrere hunderttausend Franken pro Spielplatz, Schlieremer Spielplätze weiterentwickelt. (deg)