Dietikon
222 Jahre Limmatüberquerung: Der Herbstmarkt steht im Zeichen der Franzosen

Die Stadt Dietikon hat den Herbstmarkt auf den 25. September gelegt, um an die Zeit zu erinnern, als das Limmattal im Zentrum des Weltgeschehens stand.

Florian Schmitz
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Dieses Jahr wird der Herbstmarkt wegen geltender Hygiene-Regeln weniger Standplätze bieten.

Dieses Jahr wird der Herbstmarkt wegen geltender Hygiene-Regeln weniger Standplätze bieten.

Ly Vuong

In der Nacht vom 24. auf den 25. September 1799 bauten die Franzosen bei Dietikon eine Pontonbrücke und überquerten die Limmat, um die in Unterengstringen stationierten Russen überraschend anzugreifen. Genau 222 Jahre später, am 25. September 2021, findet im Dietiker Zentrum der nächste Herbstmarkt statt. «Die Standortförderung und Kultur Dietikon nehmen die Schnapszahl zum Anlass, Marktgeschehen und Rahmenprogramm ganz im Zeichen Frankreichs zu gestalten», schreibt die Stadt am Donnerstag in einer Mitteilung.

Das Detailprogramm sei noch in Ausarbeitung. Fest steht bisher erst, dass ein «Tag der offenen Vereinstüre» den lokalen Vereinen eine Möglichkeit bieten soll, sich vor Ort zu präsentieren. Um die Hygiene-Regeln des Bundes einzuhalten, werden die Abstände zwischen den Ständen bewusst gross gehalten. «Aufgrund der reduzierten Platzverhältnisse werden lokale und regionale Marktfahrende, Vereine und Organisationen bevorzugt», heisst es weiter.

Wie Dietikon auf dem Arc de Triomphe verewigt wurde

Das geschichtsträchtige Ereignis im zweiten Koalitionskrieg hat dazu geführt, dass Napoleon die Stadt Dietikon auf dem Arc de Triomphe in Paris verewigte. Denn mit dem Überraschungsangriff im Limmattal schaffte General André Masséna die Voraussetzung für den Sieg der Franzosen über die Österreicher und Russen in der zweiten Schlacht von Zürich.

Russenlinde
7 Bilder
Klarer Favorit: Wodka durfte nicht fehlen.
Links Unterengstringer Ehrenbürger Dr. Jakob Meier und Unterengstringer Ehrenbürger Willy Haderer, beide haben den Rang eines Oberst im Kosaken-Heer.
Links Pater Michail von der russischorthodoxen Kirche in Zürich und rechts Kopelan Mark des zentralen Kosakenheers.
Dmitry Andrienko vom Kasaken-Heer (links) und alt Gemeindepräsident Willy Harderer.
Sie gedenken den in 1799 gefallenen Russen (zweite Schlacht bei Zürich, die Franzosen gewannen damals dank eines guten Überraschungsangriffs).
Die Sechstklässler lauschten gespannt Jakob Meiers (rechts) Anekdoten.

Russenlinde

Sibylle Egloff

Während Dietikon mit dem Herbstmarkt an die Franzosen erinnern will, wird auf der anderen Seite der Limmat jährlich den rund 1000 in der Schlacht gefallenen Russen gedenkt. Bereits 14 Mal organisierte die Gemeinde Unterengstringen die Gedenkfeier bei der sogenannten Russenlinde, die 2002 extra für diesen Anlass gepflanzt wurde. Zum Anlass reist jeweils auch eine russische Delegation an, um die Freundschaft zwischen Russland, der Schweiz und Unterengstringen zu zelebrieren.