Limmattalbahn
Dietiker SVP-Basis sagt Nein zur Limmattalbahn

Wie bereits die kantonalen Delegierten hörte auch die Basis der SVP Dietikon nicht auf die eigenen Parteiexponenten.

Sophie Rüesch
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Visualisierung der Limmattalbahn: Dietikon Bahnhofplatz,

Visualisierung der Limmattalbahn: Dietikon Bahnhofplatz,

Architron GmbH, Zürich

Die Mitglieder der SVP Dietikon vermag die Limmattalbahn-Vorlage, die im Kanton Zürich am 22. November zur Abstimmung gelangt, nicht zu überzeugen. Sie beschlossen an ihrer Versammlung vom Montag die Nein-Parole zu den 646-Millionen-Krediten, wie die Partei gestern mitteilte. Dies, obwohl die Dietiker Gemeinderatsfraktion der SVP wie auch deren Exekutivpolitiker geschlossen hinter dem Projekt stehen.

Darüber wird im Kanton am 22. November abgestimmt

Die Limmattalbahn (ein Tram) soll Altstetten mit Killwangen verbinden und die grössten Stadt- und Entwicklungsgebiete erschliessen. Die 13,4 Kilometer lange Strecke wird 27 Haltestellen aufweisen. 2019 soll die erste bis Ende 2022 die zweite Etappe in Betrieb genommen werden. Am 22. November wird über die Kantonalzürcher Staatsbeiträge für den Bau der Limmattalbahn und die Erweiterung von Strassenkapazitäten abgestimmt (siehe Haupttext). Die Gesamtkosten für die Limmattalbahninfrastruktur von 755 Millionen teilen sich der Bund und die Kantone Zürich und Aargau. (jk)

Mit 17 Nein- zu 14 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen fiel der Entscheid knapp aus. Gemäss Mitteilung verlief die Diskussion zwar «nicht verbissen und in einem gehässigen Ton, wie es leider in letzter Zeit zur Norm wurde». Dennoch konnte Fraktionspräsident Stephan Wittwer die Mitglieder nicht davon überzeugen, dass die Limmattalbahn als Teil eines Gesamtverkehrsprojektes «der Region und insbesondere auch der Stadt Dietikon unter dem Strich mehr Vor- als Nachteile bringt». Immerhin habe man «einige Missverständnisse, die von den Gegnern medial immer wieder vorgebracht wurden», in der anschliessenden Frage und Antwortrunde beseitigen können.

Wer ist dafür – und wer dagegen?

Pro Limmattalbahn: Zürcher Regierungsrat. Kantonsrat. Der Bund. Die Aargauer Regierung, der grosse Rat Aargau. Die Exekutiven der Stadt Zürich und aller Gemeinden im Bezirk Dietikon. Mit einer Ausnahme alle Dietiker Stadtparlamentarier. Alle Limmattaler Kantonsräte sämtlicher Parteien. Der Gewerbeverband Limmattal und seine lokalen Sektionen. Der Industrie und Handelsverein Dietikon, die Wirtschaftskammer Schlieren, die Vereinigung für Industrie, Handel und Dienstleistungen Spreitenbach. Der Hauseigentümerverband Schweiz und der HEV Dietikon-Urdorf. Die Kantonalparteien von: SP, FDP, VP, GLP, Grüne, EVP, EDU. Die Bezirksparteien.

Kontra Limmattalbahn: Komitee «Masslose Limmattalbahn - Nein», HEV Schlieren, Demokratische Partei Dietikon, SVP Kanton Zürich. SVP Dietikon. Eine knappe Mehrheit der Schlieremer Stadtparlamentarier.

Stimmfreigabe: AL

Der Entscheid der Dietiker Delegierten ist ein weiteres Beispiel, das zeigt: In Sachen Limmattalbahn ist die SVP, die sich mit Projekten des öffentlichen Verkehrs generell schwertut, gespalten. Zwar stehen alle Limmattaler SVP-Kantonsräte (und auch die meisten aus dem Rest des Kantons), alle Exekutivpolitiker der SVP sowie die Bezirks-Partei vorbehaltlos hinter dem Projekt.
Doch bereits die kantonalen Delegierten beschlossen an ihrer Versammlung im September trotz zahlreichen befürwortenden Voten von Parteiexponenten die Nein-Parole. Sie ist damit die einzige Kantonalpartei, die sich gegen das Projekt ausspricht.