Dietikon
Dietiker Stadträte werden mit Marktcafé zu Gastronomen

«Ich hoffe, wir haben überhaupt eine Bewilligung für dieses Café», meint Infrastrukturvorstand Roger Brunner schelmisch. «Wenn nicht, dann kann der Stadtrat ja über eine Sonderbefugnis abstimmen», fügt er lachend an.

Alex Rudolf
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Dies hätte sogar geklappt, denn am Samstagmorgen waren sechs Stadträte auf dem Dietiker Marktplatz und servierten Kaffee und Kuchen für einen guten Zweck. «Wir wurden von der Zentrumsvereinigung angefragt, ob wir einmal das Marktcafé schmeissen wollen», sagt Stadtpräsident Otto Müller. Dieses Angebot habe man auch gerne angenommen, denn der Kontakt mit der Bevölkerung Dietikons sei den Mitgliedern des Stadtrats sehr wichtig, versichert er.

Viele Leute nutzten die Gelegengeit, in Kontakt mit der Exekutive zu treten. «Die Lärmemission des Verkehrs und die Sauberkeit des öffentlichen Raums sind die Themen, die die Leute am meisten beschäftigen», sagt Müller weiter.

In zwei Schichten, eine von 8 bis 10 Uhr und von 10 bis 12 Uhr, versorgen die Stadträte die Marktbesucher mit frischem Kaffee, Zopf und Rüeblikuchen. Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi ist auch froh, dass die Bevölkerung Fragen stellen kann: «Die Leute schätzen es sehr, wenn sie Informationen zum politischen Geschehen in Dietikon quasi aus allererster Hand erhalten können».

Auch die Vertreterin der Geschäftsstelle der Zentrumsvereinigung, Sabine Billeter, ist sehr zufrieden. «Diese Aktion zeigt, dass der Stadtrat einen grossen Respekt vor der Bevölkerung hat und auch auf sie zugeht». Auf die Frage, ob denn die Herren Stadträte auch gute Gastronomen abgeben würden, meinte Billeter nur: «Klar, das wird hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass der Stadtrat das Marktcafé betrieben hat».