Dietikon
Dietiker Stadtrat ist gegen Gateway im Birrfeld

Der Dietiker Stadtrat hält nichts von der Idee, sich für eine Verschiebung des Gateway Containerterminals, welches die SBB beim Rangierbahnhof Limmattal planen, westlich des Heitersbergs einzusetzen.

Bettina Hamilton-Irvine
Drucken
Teilen
Josef Wiederkehr, Gemeinderat CVP, Dietikon

Josef Wiederkehr, Gemeinderat CVP, Dietikon

AZ

«Beim Standort Gateway im Birrfeld handelt es sich lediglich um die Idee eines Journalisten der NZZ, welche auf keiner fundierten Studie basiert», schreibt er in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Josef Wiederkehr.

Entlastung der Nadelöhre?

Der CVP-Gemeinderat hatte den Stadtrat aufgefordert, Stellung zu nehmen zu einem am 23. März erschienenen NZZ-Artikel zum Thema Bahnausbau im östlichen Mittelland. Darin warf Autor Paul Schneeberger die Frage auf, wie die Nadelöhre auf der West-Ost-Achse Aargau–Zürich entlastet würden, wenn der von den SBB geplante Gateway Terminal für das Umladen von Gütern nicht östlich des Heitersbergs im Limmattal realisiert würde, sondern westlich davon.

«Dieser Schritt wäre eine Wohltat für das ganze Limmattal», schreibt Wiederkehr in seiner Anfrage und bittet den Stadtrat auszuführen, was er unternehmen werde, um die Idee Realität werden zu lassen.

«Würde zu Engpässen führen»

Der Stadtrat gedenkt jedoch nichts dergleichen zu tun, wie er in seiner Antwort klarstellt. Denn: «Die Kapazitäten der Schienenwege im Limmattal sind bereits stark ausgelastet.» Ein Standort Gateway im Birrfeld würde dazu führen, dass die Container für den nationalen Sammel- und Verteilverkehr mit zusätzlichen Verbindungszügen zum Rangierbahnhof Limmattal geführt werden müssten. «Dies würde folglich noch zu weiteren Engpässen führen», so der Stadtrat. Seiner Meinung nach würde ein alternativer Standort zum im kantonalen Richtplan eingetragenen Gateway Limmattal nur Sinn machen, wenn er ohne Synergie zum Rangierbahnhof betrieben werden könnte.

Er habe immer wieder andere Standorte ins Spiel gebracht, schreibt der Stadtrat. Vorstellen könnte er sich den Gateway in Basel nahe der Grenze oder den Ausbau bestehender Anlagen wie derjenigen in Rekingen.

Der Stadtrat macht zudem klar, dass die Chancen, den Gateway Limmattal noch abwenden zu können, schlecht stehen. Die SBB hätten die Standortevaluation «intensiv durchgeführt» und sämtliche Möglichkeiten geprüft. Die Studien hätten ergeben, dass der Standort mit direktem Anschluss an den Rangierbahnhof Limmattal «als favorisiert umzusetzen» sei. Nur dort sei es zudem möglich, einen idealen Übergang vom internationalen zum nationalen Güterverkehr zu gewährleisten.

Baubeginn auf 2016 geplant

Dass die SBB auf den Standort Limmattal setzen, machte vorletzte Woche auch Philipp Mader, SBB Infrastruktur, an der Delegiertenversammlung der Zürcher Planungsgruppe Limmattal, klar. Es sei ein «grosser Vorteil», dass mindestens 80 Prozent der Container so auf der Schiene auf den Inland-Güterverkehr verbreitet werden könnten. Die SBB werden das Plangenehmigungsverfahren diesen Herbst starten und hoffen auf einen Baubeginn im Jahr 2016. Der Stadtrat, der den Gateway Limmattal nach wie vor entschieden ablehnt, hat angekündigt, rechtliche Schritte ergreifen zu wollen.