Dietiker Stadtpolizei deckt ­Verstösse in illegalen Beizen auf

David Egger
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Von 17.30 bis 22.15 Uhr ging die Dietiker Stadtpolizei am Freitagabend auf Beizentour. Sie kontrollierte ein Take-away-­Lokal, zwei Bars und vier Vereinslokale, wie sie gestern mitteilte. Beim Take-away war noch alles in Ordnung. Ganz anders bei den Bars und angeblichen Vereinen: Drei Vereinslokale entpuppten sich als illegale Beizen, «weil sie den Betrieb öffentlich führten», statt ihn nur für Vereinsmitglieder zu öffnen. «Zwei Vereinslokale konnten nicht einmal Vereinsstatuten oder einen Handelsregistereintrag vorweisen», sagt der Chef der Stadtpolizei Dietikon, Marco Bisa, gegenüber der «Limmattaler Zeitung».

Auch aktuelle Mitglieder­listen sucht die Stadtpolizei an solchen Orten jeweils vergeblich. Um die Mitgliederlisten zu ­überprüfen, sind jeweils zahlreiche Personenkontrollen nötig.­«Insgesamt 55 Personen» seien überprüft worden, teilte die Stadtpolizei mit. So ging ihr nebenbei ein 31-jähriger Nordmazedonier ins Netz: «Er musste wegen eines offenen Ermittlungsauftrags auf die Polizeiwache geführt werden.»

Neben fehlenden Wirtepatenten stellte die Stadtpolizei viele weitere Verstösse gegen das Gastgewerbegesetz fest: «Der Inhaber einer Bar wurde verzeigt, weil das Fumoir nicht korrekt angeschrieben war.» Zudem gab es in drei Lokalen keine Preisliste und in einem Fall waren die Jugendschutzbestimmungen nirgends deklariert.

14 Verstösse gegen das Rauchverbot festgestellt

Ein weiteres Problem waren Beizen-Bosse und Raucher, die sich keinen Deut um Rauchverbote scheren. 14 Mal musste die Stadtpolizei entsprechende Verstösse feststellen. Die meisten davon konnten mittels Ordnungsbusse geahndet werden. Genauso ignorant verhielten sich manche gegenüber den Corona­vorschriften. «Mehrere Lokale führten keine Gästeliste. Da diese Vorschrift aber erst seit ein paar Tagen gilt, verzichteten wir darauf, die Gastgeber sofort zu verzeigen. Zurzeit setzen wir noch auf Aufklärungsarbeit», erklärt Polizeichef Bisa.

Ein Auge hatte die Polizei auch auf illegales Glücksspiel. Bei dieser Kontrolle habe man aber keines feststellen können, sagt Bisa. Illegales Glücksspiel ist gerade in Dietikon ein häu­figes Problem. Das Katz-und-Maus-Spiel im zwielichtigen Teil der Dietiker Beizenlandschaft endet auch nach der neuerlichen Kontrolle nicht. Manche Beizen-Bosse machen trotz Busse weiter wie bisher. «Unter den Gebüssten hat es auch Wiederholungstäter», sagt Bisa.