Dietikon

Dietiker Saxofonist gastiert mit Swing-Repertoire in der St. Josefskapelle

Spielt seit 66 Jahren Jazz: der Dietiker Hans Baumann.

Spielt seit 66 Jahren Jazz: der Dietiker Hans Baumann.

Der Saxofonist Hans Baumann spielt etwa dreimal jährlich im Rahmen von «Kultur in der Kapelle» in der ehemaligen St. Josefskapelle in Dietikon - ein bewährter Termin im lokalen Kulturkalender.

Sanft fängt der Bassist an zu spielen, gefolgt von Perkussion und Keyboard, da setzt der Dietiker Saxofonist Hans Baumann ein. Das Publikum applaudiert, die Chemie zwischen Baumann und dem Elmar Kluth Trio stimmt. Von der Harmonie liess sich das Dietiker Publikum im gemütlichen Kapellensaal auch gleich anstecken, die einen schwenkten ihre Köpfe im Takt oder wippten mit.

«Ich fühle mich gebauchpinselt», schwärmt der Saxofonist, er freue sich über das zahlreich erschienene Publikum und natürlich über das gemeinsame Spielen mit dem Trio. Der erfahrene Jazzer unterhält das Publikum mit lustigen Anekdoten und hat sichtlich Freude an Stücken wie «I can’t give you anything but love».

Per Zufall auf Trio gestossen

Die Organisatoren von «Kultur in der Kapelle» laden den Dietiker Saxofonisten zirka dreimal im Jahr ein. Dabei lässt sich der 76-Jährige gerne von verschiedenen Musikern begleiten. Auf das Trio sei Baumann per Zufall gestossen: «Ich habe den Pianisten Elmar Kluth in einem Jazz-Lokal kennen gelernt», erzählt er.

Das Zürcher Trio ist eine feste Grösse in der Schweizer Jazzszene. Der Pianist Elmar Kluth agiert auch als Solist, Bassist Thomas Hirt gehört zum Zürcher Jazzklub Moods und tourte durch die USA, Russland und Europa. Besonderen Gefallen fand das Publikum auch am Schlagzeuger Wim Dijkstra. Der Holländer überraschte während des Auftritts mit einer fast zweiminütigen Soloeinlage.

«Wir haben uns für ein Swing-Repertoire entschieden, abwechselnd haben wir noch den Bebop-Stil untergebracht», kommentiert Baumann das Programm. Er spiele zwar schon seit 66 Jahren Jazz, trotzdem sei dieser Auftritt etwas Besonderes: «Lampenfieber kann man das nicht nennen, aber es war schon eine gewisse Anspannung vorhanden», verrät der Dietiker nach dem Auftritt. «Schliesslich habe ich noch nie so viel geübt: Wir haben uns zweimal bei Wim getroffen, um die Stücke einzustudieren», verrät er.

Doch Jazz lebt von der Improvisation: «Man lässt sich einfach vom Augenblick leiten», so Baumann. Feilen könne man immer, wie einst die Jazz-Koryphäe Charlie Parker sagte. «Jeder rettet mal den anderen, aber bei unserer Routine hat das so ganz gut geklappt», meint Baumann, das sei eben die Freiheit im Jazz.

Die vier Jazz-Musiker hätten sich deswegen auch Stücke ausgesucht, die vielleicht nicht jeder kenne, die aber angenehm und leicht verdaulich seien. Von «A Slow Boat to China» bis hin zu «Summer Samba», die Anwesenden genossen die kleine Zeitreise durch das Jazz-Repertoire in der ehemaligen St. Josefskapelle. Das Publikum belohnte sie mit viel Applaus und Standing Ovations.

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