Dietikon

Dietiker Parlament will Planzer Zuzug ins Niderfeld nicht verbieten

Die Dietiker Transportfirma Planzer soll nicht daran gehindert werden, ins Niderfeld umzuziehen. FNI

Die Dietiker Transportfirma Planzer soll nicht daran gehindert werden, ins Niderfeld umzuziehen. FNI

Der Stadtrat muss sich nicht gegen den geplanten Umzug des Transportunternehmens Planzer ins Niderfeld wehren. Das Parlament lehnte ein Postulat, das dies vorschlug, am Donnerstagabend mit 24 zu 11 Stimmen klar ab.

Man habe bei der Einzonung des Niderfelds immer von einer hochwertigen Entwicklung gesprochen, sagte Gemeinderat Ernst Joss (AL) in der Parlamentssitzung vom Donnerstagabend. Dass nun jedoch das Dietiker Transportunternehmen Planzer seinen Hauptsitz ins Niderfeld verlegen wolle und mit 100000 Quadratmetern Fläche rund ein Drittel davon einnehmen würde, besorge ihn. Er warb damit für die Überweisung seines Postulats, in dem er den Stadtrat auffordert, die Ansiedlung Planzers im Niderfeld zu verhindern. Man müsse für Dietikon denken, sagte Joss. Der Bevölkerung habe man ein hochwertiges Gebiet mit Wohnungen versprochen und kein Logistikzentrum.

Stadtrat: «ökologisch sinnvoll»

Der Stadtrat wollte das Postulat nicht übernehmen. «Moderne Logistik ist an so einem Standort durchaus auch ökologisch sinnvoll», sagte Stadtpräsident Otto Müller (FDP) und nahm damit Bezug auf die Lage des Niderfelds an den Bahngleisen. Zudem sei der Stadtrat daran interessiert, Planzer als Dietiker Traditionsfirma in der Gemeinde eine Zukunft zu ermöglichen. Man müsse jedoch Rahmenbedingungen festlegen, die definierten, unter welchen Bedingungen die Erstellung eines Logistikzentrums im Niderfeld möglich sei.

Gemeinderat Gabriele Olivieri (CVP) erklärte, seine Fraktion sei gegen das Postulat. «Man kann nicht jetzt schon gegen ein Projekt sein, wenn man noch nicht genau weiss, was projektiert ist.» Joss solle das Ganze nicht überstürzen.

Gegen Gateway, gegen Logistikterminal

Für das Postulat sprach sich die SP-Fraktion aus. «Wer das Gateway-Terminal bekämpft, muss auch das Logistikterminal bekämpfen», sagte Peter Wettler und wies darauf hin, dass ein «Lastwagenkonvoi» zu erwarten sei. Er befürchte zudem, dass das Logistikterminal die Limmattalbahn gefährden werde.

Das erzürnte Markus Erni (SVP), der diese Aussage als «groben Unsinn» und «arg polemisch» bezeichnete.

Martin Romer (FDP) wehrte sich gegen die Aussage, der Planzer-Hauptsitz sei mit dem Gateway-Container-Terminal zu vergleichen. Die SBB würde kaum Arbeitsplätze schaffen und bezahlten zudem keine Steuern in Dietikon - im Gegensatz zu Planzer. «Es kommt uns nicht in den Sinn gegen eine Dietiker Traditionsfirma anzutreten, die Arbeitsplätze schafft.»

Grüne gaben «vorläufige Unterstützung»

Die Grünen hätten grundsätzlich keine Freude am weltweiten Güterverkehr, sagte Lucas Neff. Doch habe Planzer zumindest erkannt, dass das Gros der Güter auf die Schiene gehöre. Seine Fraktion unterstütze das Postulat vorläufig, da sie überzeugt sei, dass diese Diskussion in den Gemeinderat gehöre. Man wolle Planzer aber nicht auf jeden Fall verhindern.

Alle bürgerlichen Parteien stellten sich hinter den Stadtrat. Der Gemeinderat stimmte schliesslich mit 24 zu 11 Stimmen gegen die Überweisung des Postulats.

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