Der Stadtrat muss in den nächsten sieben Monaten einen Massnahmenkatalog erarbeiten, in dem er aufzeigt, wir er in den nächsten Jahren den Finanzhaushalt sanieren will. Das beschloss das Dietiker Parlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit 27 zu 7 Stimmen. Der Stadtrat hatte das entsprechende Postulat von Martin Romer (FDP) nicht entgegennehmen wollen.

Der Stadtrat muss nun zeigen, wie er den Finanzhaushalt bis 2016 ins Gleichgewicht bringen will. Im Jahr 2017 wird der kantonale Übergangsausgleich wegfallen, der Dietikon gemäss Budget im nächsten Jahr fast 34 Millionen Franken zuspricht.

Ein Steuerfuss von 160 Prozent?

In seiner Begründungsrede zeichnete Romer ein düsteres Bild davon, wie sich Dietikon verändern werde, wenn man die Finanzen nicht schnellstmöglich in den Griff kriege. Er prophezeite, dass Dietikon bis im Jahr 2017 den Steuerfuss auf 160 Prozent anheben müsse – was dann möglich sein werde, da sich Gemeinden bis dann möglichst eigenständig finanzieren müssen.

Danach, so Romer, werde sich die Abwärtsspirale immer schneller drehen: Unternehmen ziehen weg, Steuern gehen verloren, Steuerzahler werden zu Sozialhilfebezüger, Arbeitsplätze gehen verloren, die Infrastruktur der Stadt wird marode, Vereine lösen sich auf, Jugendliche wissen nicht mehr, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen.

«Wir leisten uns nicht viel Luxus»

Wenn man Martin Romer so zuhöre, so hoffe man fast, dass am 21. Dezember die Welt untergehe, damit all das, was er befürchte, nicht eintreffe, sagte Rosmarie Joss (SP). «In der Stadt Dietikon leisten wir uns nicht viel Luxus. Aber das bisschen Luxus, das wir uns leisten, bringt uns viel Lebensqualität.» Hingegen könne man sich den Luxus sparen, einen unnützen Massnahmenkatalog auszuarbeiten, der sowieso nichts bringe.

Er verstehe Rosmarie Joss nicht, sagte Samuel Spahn (GP). Gegen einen Massnahmenkatalog für die Sanierung des Finanzhaushalts könne man doch nichts haben. Höchstens gegen die allfällig erarbeiteten Massnahmen könne man etwas haben.