Die von Romer geforderte Schuldenbremse sollte festlegen, dass alle Ausgaben der Stadt Dietikon die Höhe der erwarteten Einnahmen nicht überschreiten dürfen, um dem Finanzhaushalt wieder auf die Beine zu helfen.

Der Gemeinderat folgte damit dem Stadtrat, der weder Motion noch Postulat annehmen wollte. Die Abstimmung fiel mit 18 zu 15 Stimmen aber knapper aus als erwartet, hatte Romer für seine Motion doch nur fünf Mitunterzeichnende gewinnen können. Mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat konnte er aber schliesslich auch einen Teil der SVP-Stimmen sichern.

Der Abstimmung war eine lange und zunehmend emotionale Diskussion vorausgegangen. Romer appellierte an die Parteien, Hand in Hand zu gehen. «Politisches Hickhack hat hier keinen Platz», sagte er. Und er stellte klar, dass die FDP nicht so naiv sei, wie ihr unterstellt wurde.

Er pochte aber darauf, dass der Stadtrat die Möglichkeit einer Schuldenbremse wenigstens ernsthaft prüfen sollte, bevor er sie ablehnt. «Auch wir wissen, dass es sicher kein Sonntagsspaziergang sein wird, dieses Instrument kommunal installieren zu wollen.»

Handeln ja, Schuldenbremse nein

Dass etwas getan werden muss, um die finanzielle Situation zu verbessern, darin sind sich alle einig. Doch die Schuldenbremse sei das falsche Instrument, monierten die Gegner. Finanzvorstand Rolf Schaeren zeigte anhand der Jahresrechnung 2012, dass eine Schuldenbremse «verheerende Konsequenzen» hätte.

Dies, weil die Ausgaben bei den grössten Posten im Budget - Bildung und Soziale Wohlfahrt - gesetzlich reguliert sind. Er rief ins Bewusstsein, dass sich bei Einsparungen zuerst der Übergangsausgleich des Kantons verringern würde. Auch Roger Bachmann legte dar, dass sich die Schuldenbremse auf kommunaler Ebene aus technischen und rechtlichen Gründen nicht umsetzen lasse. Rosmarie Joss (SP) warnte davor, «dass wir uns den kleinen Spielraum, den wir noch haben, selber beschneiden».