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Dietiker nimmt Pokal in Empfang — Zug gewann in Bern den Unihockey-Cupfinal

Tim Mock (22) gewann mit Zug United in Bern den Unihockey-Cupfinal – unterstützt von Limmattaler Kollegen.

Ruedi Burkart
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Dietiker nimmt Pokal in Empfang

Dietiker nimmt Pokal in Empfang

Ruedi Burkart Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Erstmals in einem Endspiel dabei und gleich erfolgreich: Tim Mock erlebte mit seinem Verein Zug United am Samstag in der Berner Wankdorfhalle den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens als Spitzen-Unihockeyaner. Dank eines 6:5-Siegs nach Verlängerung gegen Alligator Malans durfte Teamcaptain Mock den Pokal in Empfang nehmen, umringt von jubelnden Mitspielern und unter dem tosenden Applaus der aus der Zentralschweiz mitgereisten Fans. «Wir sind einfach nur stolz auf das Erreichte», versuchte der sympathische Dietiker, in der Stunde des Triumphs, seine Gefühle in Worte zu fassen.

Die Zuger lagen zwischenzeitlich mit 4:2 in Führung, dann mit 5:4, ehe sie den Ausgleich der Bündner zum 5:5 vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit kassierten. Dank Alexander Larsson, der nach einem Sturz in die Bande im ersten Drittel mit einem Turban spielte, legten sie aber in der 65. Minute nach – 6:5 und Cupsieg.

Tim-Mock-Fans trugen sein Konterfei als Maske

Unter den 3200 Zuschauern in der Halle stach eine Handvoll junger Männer heraus, die mit Masken mit dem Konterfei von Tim Mock angereist waren. Die Truppe machte auf den Rängen Stimmung und liess ihren Tim mit selbstgebastelten Transparenten hochleben. «Das sind Kumpels von mir aus Limmattaler Zeiten», meinte Mock schmunzelnd und zeigte auf das illustre Grüppchen, das sich auf der untersten Stufe der Tribüne versammelt hatte und ihm zuwinkte. Kurzerhand kletterte Mock zu seinen Fans hoch und bedankte sich für die Unterstützung. «Wir hatten es damals gut bei den Junioren von Unihockey Limmattal, es war eine tolle Zeit», schwelgte Mock für ein paar Augenblicke in der Vergangenheit.

Dann kehrte er auch gedanklich wieder zurück in die Gegenwart und klatschte sich mit seinen jetzigen Teamkollegen ab. Während Zug-Trainer Nicklas Hedstal den Pokal in Händen hielt und zusammen mit Ehefrau und Tochter in die Linsen der Fotografen lächelte, unterhielt sich Mock ein paar Meter daneben mit dem 19-jährigen Severin Nigg. Die beiden, Mock und Nigg, stehen zusammen mit 6:5-Torschütze Larsson und Dreifach-Skorer Emil Julkunen sinnbildlich für die Ausrichtung der Zuger NLA-Mannschaft: junge, aufstrebende Schweizer Spieler und routinierte Ausländer. «Das ist unser Rezept, diesen Weg haben wir eingeschlagen und wir wollen ihn weitergehen», diktierte Zugs Vereins- präsident Patrick Trachsel in die Notizbücher der Pressevertreter. Der Sieg im Schweizer Cup beschert Mock und Co. zwar anders als beispielsweise im Fussball keine Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb. Doch als amtierende Cupsieger spielen die Zentralschweizer im Supercup Ende August in der Zürcher Saalsporthalle gegen den neuen Schweizer Meister, der ab nächstem Wochenende in den Playoffs ermittelt wird.

Das Cup-Abenteuer ist nun also zu Ende, bald beginnt auch in der NLA-Meisterschaft die Zeit der Entscheidung. Und so steigen Mock und seine Zuger am kommenden Freitag, 28. Februar, gegen Köniz in die Playoff-Viertelfinals. Wieder gegen Köniz, könnte man sagen. Denn schon in den beiden vergangenen Spielzeiten trafen die Zen­tralschweizer auf die Berner, und beide Male schied man mit 1:4 nach Siegen aus. Doch damit soll Schluss sein, Mock und seine Teamkollegen hegen nun grössere Ambitionen. «Wir können gegen alle Teams bestehen, das haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten bewiesen», sagt der Dietiker. Allerdings sagt die Statistik, dass die Zuger mit dem Meister von 2018 ihre liebe Mühe haben. Playoffs inklusive verloren sie seit ihrem Wiederaufstieg in die NLA vor drei Jahren von insgesamt 16 Direktduellen deren 14. Offen ist weiterhin, ob Mock am Zugersee bleibt oder zu seinem früheren Verein GC zurückkehrt. «Ich habe mich noch nicht entschieden», fasst sich der 22-jährige Dietiker auf die entsprechende Frage nach dem siegreichen Cupfinal kurz.

Kommt es in den Playoffs zum Bruder-Duell?

Beim Limmattaler Unihockey-Bruder-Duo Mock ist der Cupsieg von Tim Mock nicht die einzige gute Nachricht: Denn nach seinem langwierigen Bandscheibenvorfall im vergangenen Sommer kommt Tim Mocks jüngerer Bruder Moritz Mock langsam aber sicher wieder in die Gänge: Der GC-­Verteidiger stand in den beiden letzten NLA-Qualifikations­partien nicht nur im Kader der Stadtzürcher, er durfte auch auf dem Feld ran. «Vielleicht spielen wir diese Saison ja noch gegeneinander», mutmasst Tim Mock. Das wäre dann frühestens im Playoff-Halbfinal der Fall.