Dietikon
Dietiker Männerchor und Engel-Chörli mit «Standing Ovation» belohnt

Der Männerchor und das Engel-Chörli aus Appenzell präsentieren vielfältiges Liedgut in der St.-Agatha-Kirche in Dietikon. Das traditionelle Konzert kam beim Publikum gut an: Zum Schluss gabs eine verdiente «Standing Ovation».

Christian Murer
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Acht wackere Mannenbilden das Engel-Chörli Appenzell
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Konzert des Männerchors Dietikon
Der Männerchor Dietikon und das Engel-Chörli Appenzell sind vereint
Der musikalische Leiter Emil Koller vom Engel-Chörli Appenzell moderierte

Acht wackere Mannenbilden das Engel-Chörli Appenzell

Christian Murer

Der Männerchor Dietikon bewies ein goldiges Händchen bei der Wahl seiner Gäste für das traditionelle Konzert in der St.-Agatha-Kirche. Die acht wackeren Mannen des Engel-Chörlis aus Appenzell präsentierten sich in blendender Form. Ihr Repertoire reichte vom «Ruggusseli», dem Lied «Uf de Moo chasch goo» bis zum Gassenhauer «Surfe uf em Lankersee». Das Chörli gab eine Stunde lang Lieder verschiedenster Musikstile mit witzigen Texten zum Besten.

Vor über 30 Jahren gegründet

Die Geschichte des Chors nahm in den späten 1970er-Jahren ihren Anfang, als die junge und etwas verrückte Guggenmusik «Ä-pfoch» durchstartete. Im Gasthaus Engel in Appenzell, dem Stammlokal der Gruppe, wurde nach den Guggen-Proben oft bis spät in die Nacht gesungen, allerdings ohne Ansprüche an Literatur und Gesangsqualität – dafür in markanter Lautstärke und aus vollem Herzen. Um die alten Appenzeller Lieder zu pflegen, begannen fünf der Kollegen, ernsthaft miteinander zu proben. So trafen sie sich ab 1980 jeweils am Sonntagnachmittag in der heimischen Stube zu Gesangsprobe und Kaffee.

«Wir haben Freude am Gesang, und diese Freude tragen wir ins Publikum hinaus», sagte Leiter Emil Koller, der zugleich das Konzert moderierte. Das sei von Beginn weg das Ziel des «Engel-Chörlis» gewesen, und daran habe sich bis heute nichts geändert. «Wir hoffen, dass unser Publikum dies bei jedem unserer Vorträge spürt», fügte Koller an. Eine «Standing Ovation» war dann auch der verdiente Lohn für diese Liedkunst.

Der erste Teil des Konzertabends wurde von den Gastgebern bestritten und stand ganz unter dem Motto «Der Sänger empfiehlt». Wolfgang Böhler, der neue Dirigent des Dietiker Männerchors, setzte die musikalische Latte recht hoch. Klassische Männerchor-Lieder, Gospel und Evergreens in Mundart bestimmten das abwechslungsreiche Programm. Organist und Pianist Bernhard Hörler begleitete am Digitalpiano. Moderator Heinz Zubler gab dem guten Dutzend Liedern wie «Im kühlen Grunde», «Jägerchor», «Le vieux Chalet» oder «La Montanara» mit seiner sonoren Stimme den richtigen Drive. Sein achtjähriger Enkel Janis war deshalb voll des Lobes: «Mein Grossvater hat die Lieder super angesagt und gesungen», sagte er. Auch Vater Daniel Berweger war angetan vom Konzert. «Nachdem im letzten Jahr der Männerchor mit einer Band zusammenspielte, fand ich es gut, dass heute wieder ganz die Stimmen der Sänger im Zentrum standen. Für mich verbreitete das Engel-Chörli aus Appenzell Gänsehaut-Atmosphäre», so Berweger. Wer sie nicht gehört habe, habe etwas verpasst.
Er habe den Abend unglaublich genossen.

Zu den Geniesserinnen gehörte auch Marie-Therese Trost aus Aesch. «Ich hatte einfach Freude an diesem Konzertabend und genoss es total», sagte sie. Sie sei einfach an dieses Konzert gekommen, ohne urteilen zu müssen, so das Mitglied der achtköpfigen Aescher Kulturkommission.