Dietikon

Dietiker Lehrlinge schweissen und löten für die Schweizermeisterschaften

Bruno Rathgeb trainiert in seiner Freizeit mit seinem Schützling Argetim Nasufi Techniken zum Biegen von Leitungen.

Bruno Rathgeb trainiert in seiner Freizeit mit seinem Schützling Argetim Nasufi Techniken zum Biegen von Leitungen.

Argetim Nasufi und Miriton Bixhaku trainieren für die Sanitär-Schweizer-Meisterschaften. Die zwei Dietiker nehmen die Herausforderung an und wollen kommende Woche an der Berufsschau in Pratteln zeigen, was sie in ihrer Lehrzeit alles gelernt haben.

Handwerkliches Können und Kreativität sind die beiden Voraussetzungen, um an den Sanitärinstallateur- Berufs-Schweizer-Meisterschaften zu bestehen. Zwei Dietiker nehmen die Herausforderung an und wollen kommende Woche an der Berufsschau in Pratteln zeigen, was sie in ihrer Lehrzeit alles gelernt haben.

Laut Bruno Rathgeb, Fachlehrer an der Technischen Fachschule in Winterthur und Trainer der beiden Limmattaler Teilnehmer, Argetim Nasufi und Miriton Bixhaku, ist es bereits eine Menge. «Nur wer ein überdurschnittliches Zeugnis an der Lehrabschlussprüfung vorweisen kann, ist überhaupt teilnahmeberechtigt», so Rathgeb. Verlangt werde mindestens eine Note fünf. Beide Teilnehmer hätten aber wesentlich besser abgeschlossen. Dennoch würden die Schweizer Meisterschaften kein Selbstläufer.

«Die Teilnehmer werden sehr nahe beieinanderliegen. Das Gefälle wird nicht sehr hoch sein», sagt Rathgeb. Deshalb sei das Training für die Kandidaten, welches er in seiner Freizeit anbiete, umso wichtiger. «Weil die Schweizer Meisterschaften als Qualifikation für die Weltmeisterschaften gelten, werden von den Teilnehmern Arbeitstechniken verlangt, die sie so in der Lehre noch nicht kennen gelernt haben», erklärt Rathgeb.

Ohne Vorbereitung keine Chance

So seien beispielsweise Schweisstechniken gefragt, die beim Lehrabschluss nicht geprüft würden. «Wir trainieren deshalb fünfmal während rund vier Stunden. Würde jemand ohne Vorbereitung an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen, ginge er höchstwahrscheinlich unter», so Rathgeb. Das sieht auch Argetim Nasufi so. «Sonderlich schwierig finde ich die neuen Techniken nicht. Aber auch nur deshalb, weil ich viel übe», sagt er. Er sei deshalb auch nicht nervös. Nur schon die Teilnahme an den Schweizer Meisterschaften sei ein grosser Erfolg. «Aber natürlich wäre es schön, unter die ersten drei zu kommen», sagt Nasufi. Die Podestplätze werden denn auch mit Reisegutscheinen belohnt. Alle Teilnehmer erhalten überdies eine Urkunde, die bei der Stellensuche hilfreich sein könne, wie die Veranstalter sagen.

Nasufi, der in einem Betrieb in Wallisellen arbeitet und sich dort sehr wohl fühlt, hat bereits klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. «Ich möchte sicher die Chefmonteurschule machen. Mein grosses Ziel ist es, die Meisterprüfung zu bestehen», sagt er. Danach könne er sich auch gut vorstellen, im Ausland zu arbeiten.

Als Erstes wolle er aber an den Schweizer Meisterschaften gut abschneiden, hält Nasufi fest. Dort erwartet ihn eine zweigeteilte Aufgabenstellung. «Die Aufgabe besteht einerseits aus einer Sanitärinstallation, wie sie auf einer Baustelle auszuführen ist», sagt sein Trainer Bruno Rathgeb. Andererseits werde eine so genannte Kreativarbeit von den Teilnehmern erwartet. «Aus den Erfahrungen der letzten Jahre besteht diese darin, ein Kantonswappen herzustellen. Dabei werden verschiedene Schweiss- und Löttechniken beurteilt», so Rathgeb.

Psychologische Tricks

Um seine Schützlinge optimal auf diesen Test vorzubereiten, greift der Trainer während des Trainings auch schon mal in die psychologische Trickkiste. «Manchmal drehe ich das Radio laut auf, wenn die Jungs am Arbeiten sind. Denn an der Berufsschau werden mehrere 1000 Besucher erwartet. Da wird es sehr laut», erklärt Rathgeb. Zwar dürften die Zuschauer nicht mit den Meisterschaftsteilnehmern sprechen, ihnen aber aus nächster Nähe über die Schultern schauen. «An eine solche Situation muss man sich zuerst gewöhnen», weiss der Ausbildner und fügt an: «Das ganze Drumherum muss man ausblenden können, wenn man konzentriert und erfolgreich arbeiten will.»

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