In Dietikon sass wohl schon fast jeder einmal in einer von Roger Zeindlers Veranstaltungen. Als Mann hinter dem Public Viewing auf dem Kirchplatz oder dem Dietiker Oktoberfest sorgt er dafür, dass in der Stadt etwas läuft. Seit ein paar Monaten versetzt seine neueste Produktion das Publikum in Feierstimmung: Diesmal handelt es sich um seinen DJ-Song «Waterfalls». Über eine Million Mal wurde das Lied via Musikstreaming-Dienst spotify.com schon angehört.

Mittlerweile habe er ein Gespür für Melodien, die sich auf dem Musikmarkt behaupten können, sagt der 49-Jährige, der in den 1990er-Jahren ins Unterhaltungsgeschäft einstieg. Von Pop-Songs bis zu Schweizer Schlager habe er damals als Disc Jockey die ganze Palette gespielt.

Erster Song wird zum Hit

2002 produzierte der gebürtige Dietiker, der heute in Berikon zu Hause ist, sein erstes House-Lied «Only for you». Es wurde auf Anhieb zum Clubhit. Danach verschrieb er sich endgültig der House-Musik, die schon seit der Jugend seine wahre Leidenschaft ist. Durch den Song wurde sein DJ-Name «Jaybee» ein fester Begriff in der Szene. Clubs buchten ihn als Hauptakt.

Dank seines Standbeins als Eventveranstalter ist er heute nicht gezwungen, jeden Auftrag anzunehmen. «Einmal pro Monat lege ich noch Platten auf, schliesslich bin ich auch schon ein alter Hase», sagt Zeindler und lacht. Die bescheidenen Worte täuschen beinahe über den Ehrgeiz hinweg, mit der er sich durch neue Projekte immer wieder von Neuem behauptet. So bringt er sein neustes, mit seinem Musikerfreund Maurizio Pozzi produziertes Lied unter seinem neuen Künstlernamen «Roger Martin» heraus. «Nach Jahren im Geschäft werde ich als DJ in eine Schublade gesteckt und hätte mit dem bisherigen Namen Schwierigkeiten, einen Stilwechsel zu vollbringen», so Zeindler, der für seinen neuen Song einen anderen House-Stil wählte als in seinen Jahren als «DJ Jaybee».

So schrieb er Sony Music, er würde ihnen einen Song eines Freundes, Roger Martin, als Hörprobe zukommen lassen, um das Label unbeeinflusst entscheiden zu lassen. Die Strategie ging auf. Beim Versand an Radiostationen ging Sony mit derselben Taktik vor. Erst nach einigen Wochen erfuhr der erste Sender, dass der Hit von einem alten Bekannten stammt. Dass sein Song im regulären Radioprogramm gespielt werde, sei heute Voraussetzung, um als DJ seinen Bekanntheitsgrad hochzuhalten. Davon hänge wiederum die Menge der Aufträge ab, so Zeindler.

Von der Strasse in den See

Bei so viel Erfindergeist erstaunt es nicht, dass sich Zeindler für seinen Street-Parade-Auftritt nicht mehr mit einem simplen Love-Mobile zufriedengibt. Vier Jahre hintereinander war er rollend unterwegs, letztes Jahr wagte er den Sprung ins Wasser. Aus einem 80-Meter-Boot, mit dem der Baustoffhersteller Kibag sonst Kies transportiert, macht der Tausendsassa am Samstag sein «Danceboat». Es bietet Platz für 300 House-Fans. Er selbst wird während zweier Fahrten innerhalb des Seebeckens die Gäste beschallen. Aus der Tanz-Parade von einst sei ein grosser Kommerzevent geworden, doch tragisch finde er das nicht, sagt er. Die grosse Anzahl Besucher zeige, dass die Leute sich ideal vom Alltag erholten, wenn sie verkleidet durch die Strassen tanzen können.

LiZ-Leserinnen und -Leser gewinnen mit etwas Glück 5×2 Tickets für das Danceboat am Samstag, 13.8., von 13.30 bis 17.30 Uhr. Schreiben Sie uns dazu am 11. August bis 18 Uhr ein E-Mail an inserate@limmattalerzeitung.ch mit Vorname, Name und Telefonnummer und versuchen Sie Ihr Glück! Die Gewinner werden am 12. August benachrichtigt.