Papstwahl

Dietiker Gläubige: «Es ist an der Zeit für einen offeneren Papst»

Der Papst bei seiner Sonntagsmesse, Kirche St. Agatha in Dietikon.

Der Papst bei seiner Sonntagsmesse, Kirche St. Agatha in Dietikon.

Vor einer Woche gab Papst Benedikt XVI. seinen Rückzug bekannt. Die Gläubigen der St.-Agatha-Kirche Dietikon machen sich am Rande der Eucharistiefeier Gedanken über seine Nachfolge. Sie hätten gerne einen offeren Papst.

Am Ende der Fastenzeit werden die Katholiken einen neuen Papst haben. Zeit also, sich Gedanken über die Hoffnungen und Wünsche an den Nachfolger von Papst Benedikt XVI. zu machen.

Seit Papst Benedikt XVI. am Montag aus Gesundheitsgründen seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, ist die katholische Kirche in Aufruhr. Diskutiert wird unter anderem über moralische Aspekte dieses Novums in der Neuzeit, viele können den Entschluss des Papstes aber nachvollziehen. Ein älterer Herr meint: «Ich kann verstehen, dass der Papst aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme diese Konsequenz zieht.» So und ähnlich denken viele Mitglieder der katholischen Gemeinde St. Agatha.

Mit dem frühen Ende von Papst Benedikts Amtszeit flammen denn auch wieder Hoffnungen auf ein liberales und offenes Oberhaupt der katholischen Kirche auf. Bereits nach dem Tod von Johannes Paul II. wurden solche Wünsche laut, doch Papst Benedikt setzte die konservative Linie seines Vorgängers und engen Vertrauten fort, ohne dabei aber je an dessen Beliebtheit anknüpfen zu können. Ein Mitglied der Kirchengemeinde St. Agatha meint, dass es nun endlich an der Zeit für einen offeneren und liberaleren Papst wäre, der die katholische Kirche in die moderne Zeit zu überführen vermag.

Hoffnungen waren umsonst

Mit Joseph Ratzinger hatten sich Hoffnungen auf einen weniger konservativen Papst schnell in Luft aufgelöst, denn ausser seines historischen Rücktrittes hat er der katholischen Kirche in den Augen vieler Mitglieder mehr geschadet als genutzt. Dass die katholische Kirche genau während der Amtszeit von Papst Benedikt mehr Austritte als sonst zu verzeichnen hatte, dürfte demnach kein Zufall sein. Vielleicht ist das denn auch der Grund, weshalb die Mehrheit der Katholiken den Rücktritt von Benedikt einigermassen gelassen nimmt. Der Tenor in der Kirchengemeinde Dietikon ist also derselbe wie auch fast überall sonst: Man kann den Rücktritt nachvollziehen und wünscht sich einen Nachfolger, der moderner, liberaler und weltoffener mit den Herausforderungen der katholischen Kirche umgehen kann.

Beten für den neuen Papst

Mit der Eucharistiefeier am Samstagabend hat auch für die katholische Kirchgemeinde Dietikon die Fastenzeit oder Zeit der Stille begonnen. In ihre Gebete einschliessen werden die Katholiken sicherlich auch den Papst und die Kardinäle, die nun vor der schweren Aufgabe stehen, einen Nachfolger zu finden, der die Hoffnungen zahlreicher Kirchen-Angehöriger an eine modernere und liberalere Zukunft der katholischen Kirche hoffentlich erfüllt.

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