Kontrollen
Dietiker Gemeinderat kämpft gegen Raser-Lärm

Das Parlament fordert regelmässige Fahrzeug-Kontrollen im Dietiker Zentrum.

Sibylle Egloff
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Blick auf das Zentrum von Dietikon

Blick auf das Zentrum von Dietikon

zvg

Dietikons Zentrum hat ein Lärmproblem. Darüber herrschte an der Parlamentssitzung am Donnerstagabend Konsens. Die Gemeinderäte von links bis rechts brachten zum Ausdruck, dass sie sich an der Lärmbelästigung durch Autos stören.

Allen voran Anton Felber (SVP), der in einem Postulat forderte, dass die Raserei im Stadtzentrum zu einem Schwerpunktthema gemacht und dagegen mit Kontrollen und Verzeigungen vorgegangen wird. Mit der Stossrichtung der Antwort des Stadtrats zu seinem Postulat zeigte sich Felber zufrieden.

Er bemängelte aber die lange Vorbemerkung. Darin werden Ausführungen zu Klappensystemen von Autos und deren Geräuschpegel gemacht. «Wer sich über Bauvorschriften von Autos informieren will, kann das selber tun. Die Vorbemerkung hat mit meinem Postulat nichts zu tun.»

Recht gebe er dem Stadtrat, dass nicht ausschliesslich getunte Autos Lärm verursachen würden. «Es war nie meine Absicht, dass solche Autos verboten werden.» Doch das Motorengeheule im Zentrum gehöre verboten. Er freue sich deshalb, dass die Stadtpolizei zusammen mit der Kantonspolizei eine Grosskontrolle im Sommer 2017 durchgeführt habe. «Es zeigt, dass Dietikon keine Lärmbelästigung duldet. Zwei oder drei Kontrollen pro Jahr wären noch effektiver.»

Schockierende Mängel

Auch Ernst Joss (AL) sprach sich für Kontrollen aus. «Das Problem ist schon länger bekannt.» Er habe bereits zwei Vorstösse eingereicht, um Abhilfe zu schaffen. «Doch damals hatte ich den Eindruck, dass der Stadtrat das Problem nicht erkennt und auch keine Massnahmen ergreifen will.»

Er sei schockiert gewesen, als er gelesen habe, dass bei der Kontrolle die Verkehrssicherheit bei 6 von 21 untersuchten Autos bemängelt wurde und bei 5 getunten Fahrzeugen unerlaubte Änderungen festgestellt worden seien. «Das zeigt, dass es nicht ohne Kontrolle geht.» Auch Andreas Wolf (Grüne) hält Kontrollen für die richtige Lösung. «Es freut mich, dass die Stadt- und die Kantonspolizei für das Thema sensibilisiert sind.» Eine wichtige Frage für ihn: «Wie regelmässig finden Kontrollen statt?»

Manuel Peer (SP) bevorzugte eine andere Variante: «An den betroffenen Stellen soll Tempo 30 eingeführt werden.» Olivier Barthe (FDP) betonte in seinem Votum, dass Raserei kein Kavaliersdelikt sei. «Es ist gut, dass sich die Stadt- mit der Kantonspolizei austauscht.» Für ihn weniger erfreulich sei, dass sich laut Antwort eine lokale Tuning-Szene entwickle.

Christine Ilg (EVP) kam auf den Gesundheitsaspekt zu sprechen. «Es ist wichtig, dass die Politik das Thema ernst nimmt. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Lärmemissionen.» Trotz Disskussion ist das Thema für Postulant Felber nicht vom Tisch. Er habe von Anwohnern gehört, dass der Lärm anhalte. «Ich werde weiterhin ein Auge darauf haben.»