BVK
Dietiker Ernst Joss zu seiner Abwahl: «Es war oftmals ein belastendes Amt»

Die Versicherten haben entschieden. Am Mittwoch gab die Pensionskasse der Angestellten des Kantons Zürich bekannt, wer die jeweils neun Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter sind, die der Stiftung mit 115 000 Versicherten und einem Vorsorgevermögen von über 30 Milliarden Franken vorstehen. Bereits vor knapp einer Woche erfuhr der Dietiker AL-Gemeinderat und noch BVK-Stiftungsrat Ernst Joss, dass er nicht in das Gremium wiedergewählt wurde.

Alex Rudolf
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«Die Auseinandersetzung mit dem VPOD im Nachgang der Sanierungspläne war nicht immer angenehm.», Ernst Joss, AL-Gemeinderat aus Dietikon und ehemaliger BVK-Stiftungsrat

«Die Auseinandersetzung mit dem VPOD im Nachgang der Sanierungspläne war nicht immer angenehm.», Ernst Joss, AL-Gemeinderat aus Dietikon und ehemaliger BVK-Stiftungsrat

zvg

Im Vorfeld zur Wahl des neuen Stiftungsrates, der am 1. Juli seine Tätigkeit aufnehmen wird, kam es zu einem Bruch zwischen Joss und dem Verband des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD). Dieser empfahl Joss nicht zur Wiederwahl, da er es ablehnte, dem Personal zuzusichern, die stiftungsrätliche Schweigepflicht zu missachten. «Ob diese Kampagne zu meiner Abwahl geführt hat, ist schwer zu sagen», so Joss, «geholfen hat sie aber sicher nicht.» Den genauen Grund für die Abwahl kenne letztlich niemand, denn die über 80 000 wahlberichtigten Akivversicherten seien frei zu wählen, wen sie wollen, so Joss.

Gewisse Erleichterung spürbar

Auch Markus Schneider, der als Präsident des Anlageausschusses ausgezeichnet gearbeitet habe, so Joss, wurde als Arbeitnehmervertreter nicht wiedergewählt. «Wir beide – ich als pensionierter Mittelschullehrer und er als externer – sind nicht bei der BVK aktivversichert. Vielleicht hat dies die Wähler gestört», mutmasst Joss.

Er deutet aber auch an, dass seine Nichtwiederwahl auch eine gewisse Erleichterung mit sich bringt. Denn oftmals hab es sich um ein belastendendes Amt gehandelt: «Die Auseinandersetzung mit dem VPOD im Nachgang der Sanierungspläne war nicht immer angenehm», so Joss. Seiner Nachfolgerin im Wahlkreis Kanton Schulen – es handelt sich um die vom VPOD unterstützte Irene Willi – prophezeit er eine schwierige Aufgabe. «Denn der Stiftungsrat muss eine gemeinsame Linie finden, in welche Richtung sich die Vorsorgekasse entwickeln soll. Mit einer Organisation wie der VPOD Sektion im Hintergrund ist dies keine einfache Aufgabe.»

In einer Medienmitteilung von Mittwoch zeigte sich der VPOD erfreut über das Ergebnis. «Mit der Wahl wurde die Arbeitnehmervertretung deutlich gestärkt», heisst es. Nun gelte es, die Reihen zu schliessen und sich mit Nachdruck für die Interessen der Versicherten einzusetzen. Weil der Wahlkampf zwischen den Personalverbänden mit harten Bandagen geführt worden sei, müsse sich das neue Gremium nun wieder zusammenraufen.

Für die neun Sitze der Arbeitnehmenden bewarben sich insgesamt 40 Personen. Sechs Personen wurden im Amt bestätigt, neu ins Gremium schafften es Irene Willi (Berufsmaturitätsschule Zürich), Stefan Giger (VPOD-Zentralsekretär) und Calista Fischer (Universität). Auf Seite der Arbeitgebervertreter wurden ebenfalls sieben Bisherige wiedergewählt. Neu im Stiftungsrat sitzen Daniel Dubach (Kanton) und Felix Uhlmann (Universität).