Gross war die Aufregung am Sonntagabend um 17.30 Uhr in Dietikon, als die Ankunft des Samichlauses und seiner Entourage kurz bevorstand. Dicht gedrängt standen die Menschen entlang der Bremgartnerstrasse, mit Kinderwagen, Fotoapparaten, Glühwein, den Nachbarn und den Grosseltern. Kleinkinder rannten in dicken Skianzügen und Wollmützen herum, Teenager drängten auf die Strasse, um besser zu sehen und kreischten, als sie die ersten Lichter sahen, die bedeuteten, dass die Ankunft des bärtigen Mannes kurz bevorstand. «Er kommt», rief ein Mädchen seiner Freundin zu: «Oh mein Gott, mein Herz!»

Zuerst kamen dann aber – so wie es die Tradition beim Dietiker Chlauseneinzug will – die Fackelträger, die Trychler, die Geisslechlöpfer, Kinder und Erwachsene mit Laternen und eine ganze Gruppe von Schmutzlis mit dunklen Gesichtern. Sogar ein paar Eseli begleiteten den Umzug, der jeweils beim Guggenbühlwald startet und bis zum Kirchplatz zieht. Und dann war er endlich da, der Star des Abends – oder besser gesagt, gleich mehrere davon – mit seinem roten Mantel, dem Wallebart und dem Bischofstab. Und wie ein Star verhielt er sich auch, wenn auch ohne die Allüren, die Rockstars ganz gerne haben: Majästetisch sah er aus, wie er auf seinem Wagen sass, der Menge zuwinkte, während seine Chlausenkollegen, die zu Fuss unterwegs waren, den Kindern die Hände schüttelten und sich volksnah zeigten.

Auf dem Kirchplatz angelangt, stellten Samichlaus und Schmutzli sich vor die St.Agatha-Kirche, um den Kindern und Erwachsenen, die sich gegen die Abschrankungen drängten und auf die Zehenspitzen stellten, um etwas zu sehen, noch eine Botschaft mitzugeben. Während der Chlaus sich letztes Jahr nicht nur Freunde gemacht hatte, weil er sich in seiner Rede zur Limmattalbahn geäussert hatte, blieb er dieses Jahr schön brav. Er erzählte von den schönen Begegnungen mit Kindern und Erwachsenen, auf die er sich auch dieses Jahr wieder freue und ermahnte die Kinder, das Zimmer aufzuräumen und die Eltern, doch nicht immer so viel zu arbeiten. Ganz so halt, wie man es sich von einem Samichlaus gewohnt ist.