Dietikon
Dietiker Bevölkerung fühlt sich sicherer – doch es gibt noch gefährliche Orte

Laut einer Umfrage sind Littering und undisziplinierte Verkehrsteilnehmer die gewichtigsten Sicherheitsbedenken der Bevölkerung. Der Bahnhof gilt als besonders unsicher.

David Hunziker
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Hier kommt alles zusammen: Der Bahnhof und Unterführungen werden als unsicherste Orte wahrgenommen.

Hier kommt alles zusammen: Der Bahnhof und Unterführungen werden als unsicherste Orte wahrgenommen.

David Hunziker

Über 87 Prozent der Dietiker Bevölkerung fühlen sich in ihrer Stadt im Allgemeinen «sicher» oder «sehr sicher». Dies ergab eine Befragung von 3000 zufällig ausgewählten Personen, von denen 878 einen Fragebogen retourniert haben. Die Stadt hatte die Umfrage beim Institut für Verwaltungsmanagement (IVM) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur in Auftrag gegeben. Bei der letzten Umfrage aus dem Jahr 2011 lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. Generell fühlen sich die Befragten in fast allen Bereichen sicherer als vor vier Jahren. Im Vergleich zu anderen Bereichen werden Littering sowie undisziplinierte Verkehrsteilnehmer als grösste Negativeinflüsse auf die Sicherheit wahrgenommen. Ausserdem ist das Sicherheitsempfinden im Allgemeinen nachts und bei Frauen tiefer.

Der Dietiker Verkehr ist der Stadt grösstes Sicherheitsrisiko.

Der Dietiker Verkehr ist der Stadt grösstes Sicherheitsrisiko.

Limmattaler Zeitung

Heinz Illi, Sicherheits- und Gesundheitsvorstand von Dietikon, zeigt sich mit den Umfrageresultaten zufrieden. «Sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind», so Illi. Abgesehen von regelmässigen kleineren Anpassungen müsse die Sicherheitsstrategie nicht geändert werden. Massnahmen wurden vor allem rund um den Bahnhof Dietikon vorgenommen, der weiterhin mit Abstand als unsicherster Ort wahrgenommen wird (er wurde 204-mal genannt, gefolgt von Unterführungen mit 21 Nennungen). Seit Frühling 2013 wird die Polizei, die im Zentrum ihrerseits mehr Präsenz markiert, dort von der SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) Dietikon unterstützt. Die SIP hat keine polizeilichen Kompetenzen und leistet aufsuchende Sozialarbeit sowie ordnungsdienstliche Aufgaben. «Die SIP macht ihre Aufgabe sehr gut», hält Illi fest.

Nicht mehr Probleme am Bahnhof

Laut Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, ist der Platz vor dem Coop Pronto am anfälligsten für Probleme mit Randständigen, Jugendlichen oder anderen Gruppen. «Problematisch wird es vor allem dann, wenn eine Gruppe versucht, den Platz zu dominieren», sagt Winkelmann. Die Anzahl Personen, die am Bahnhof negativ auffallen, habe sich in den letzten Jahren nicht verändert.

Obwohl Littering und fehlende Disziplin auf der Strasse von den Befragten als grösste Probleme beurteilt werden, haben auch diese Probleme im Vergleich zu 2011 an Wichtigkeit abgenommen. Auf einer Skala von 1 bis 4 wird Littering mit einem Wert von 2,4 im Schnitt bloss als mittelgrosses Problem beurteilt. Im Vergleich zu 2011 auf tiefem Niveau leicht gestiegen sind einzig die Werte zu angsteinflössenden Personen auf der Strasse sowie Einbrüchen in Privatwohnungen.

Littering sei ein gutes Beispiel dafür, wie das subjektive Empfinden der Sicherheit von der objektiven Situation abweichen könne, sagt Winkelmann. «Obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen Abfall und Kriminalität besteht, werden saubere Orte als sicherer wahrgenommen.» Nach Möglichkeit trage man dem auch Rechnung. Die Probleme beim Verkehr führt Winkelmann auf dessen Zunahme zurück. Da sich die befragten Verkehrsteilnehmer jeweils gegenseitig ein unangemessenes Verhalten vorwerfen würden, sei es schwierig, diesem Ergebnis mit Massnahmen zu begegnen.

Nach konkreten Massnahmen wurde auch in der Umfrage gefragt. Immerhin knapp 70 Prozent der Befragten halten mehr Polizeipatrouillen zu Fuss oder mit dem Velo für «ziemlich wichtig» oder «sehr wichtig», über 62 Prozent sagen dasselbe über mehr Videoüberwachung. Abgesehen von kleineren Anpassungen der Polizeiarbeit, etwa ans Ausgehverhalten, sei jedoch kein weiterer Ausbau der Präsenz geplant, so Winkelmann. «Die Polizeipräsenz ist bereits jetzt sehr hoch, besonders da gerade eine zusätzliche Stelle im Polizeikorps bewilligt wurde.» Neben der Stadtpolizei Dietikon würden auch die Polizeikorps von benachbarten Gemeinden und der Kantonspolizei, die SIP sowie die Transportpolizei der SBB dazu beitragen.

Die Arbeit der Polizei stösst ihrerseits auf Zustimmung: 86 Prozent der Befragten geben an, damit zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Eine überwiegende Mehrheit ist zudem der Meinung, dass sie sich in den letzten drei Jahren verbessert hat.

Eine Umfrage, die die SP Schlieren 2011 durchführte und in der ebenfalls nach dem Sicherheitsempfinden gefragt wurde, brachte ähnliche Ergebnisse zutage: Die Bevölkerung fühlte sich demnach überwiegend sicher, doch auch in Schlieren wurde der Bahnhof als unsicherster Ort wahrgenommen.