Dietikon

Dietiker Arbeitsgericht: 84-Jähriger wird trotz Nebengeräuschen gewählt

Die Wahl der Beisitzenden der Arbeitgeberseite am Dietiker Arbeitsgericht ist trotz Irritationen ruhig verlaufen.

Die Wahl der Beisitzenden der Arbeitgeberseite am Dietiker Arbeitsgericht ist trotz Irritationen ruhig verlaufen.

Der ehemalige Stadtzürcher SP-Gemeinderat Bruno Kammerer ist einer von zehn Beisitzenden der Arbeitgeberseite am Arbeitsgericht Dietikon und in anderen Bezirken. Der SVP war der «84-jährige Sozialist» ein Dorn im Auge.

Bruno Kammerer, langjähriger SP-Politiker aus der Stadt Zürich und Vater des historischen Parkplatzkompromisses, ist in fünf Bezirken wieder als Kandidat für die Arbeitgeberseite der Arbeitsgerichte vorgeschlagen worden. Die Nominationen des Grafikers mit Jahrgang 1936 sorgten für einigen politischen Wirbel. Die SVP lancierte in der Folge verschiedene Gegenkandidaten. Im Bezirk Hinwil trat beispielsweise der Geschäftsführer der kantonalen SVP an: «Ich bin sicher geeigneter als ein 84-jähriger Sozialist», wurde Martin Suter kürzlich im «Tages-Anzeiger» zitiert.

Im Bezirk Dietikon hat Kammerer, seine Wiederwahl nun aber problemlos geschafft. Mit 6701 Stimmen erreichte er zwar nur das zehntbeste Resultat aller gewählten Kandidatinnen und Kandidaten. Doch blieb er damit weit über dem im ersten Wahlgang erforderlichen absoluten Mehr, das bei 3992 Stimmen lag. Die nicht gewählten Kandidierenden erreichten zwar beachtliche Resultate, blieben aber doch chancenlos. Claudia Stüssi (Dietikon, Jahrgang 1979) erzielte 1562 Stimmen, Beat Friedrich (Schlieren, 1954) erhielt 893 Stimmen.

Gewählt wurden am Sonntag insgesamt zehn Beisitzende der Arbeitgeberseite des Arbeitsgerichts Dietikon. Die Wahl schafften – neben Kammerer – Bruno Ghilardi aus Urdorf (Jahrgang 1957; 7975 Stimmen), Roger Quendoz aus Hedingen (1962; 7969), Carla Hirschburger aus Zürich (1980; 7961), Susanne Gmür Thaler aus Zürich (1967; 7941), Roger Gerl aus Buchs (1968; 7825), Angelo Sartori aus Buchs (1957; 7769), Jörg Maier aus Neftenbach (1958; 7661), Jürg Studer aus Zürich (1957; 7655) und Alfred Meyer aus Dübendorf (1951; 7615).

Die zehn Beisitzenden sind für eine sechsjährige Amtszeit gewählt worden. Bei deren Ablauf wird Bruno Kammerer 90 Jahre alt sein. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» merkte er an, dass er täglich Velo fahre und ihm ein Arzt beschieden habe, er werde bestimmt hundertjährig. Intensiv ist das Amt übrigens nicht besonders: In den vergangenen sechs Jahren wurde Kammerer von den sieben Arbeitsgericht, an denen er mitwirkte, nur viermal aufgeboten. (og).

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