Bisher ist der Transport mit dem Fahrrad nur durch Velokuriere bekannt. Besonders in Städten gesellt sich der Drahtesel als oft gesehener Verkehrsteilnehmer auf die dicht befahrenen Strassen. Doch nun geht die Dietiker Firma Planzer neue Wege: Als erstes Transportunternehmen in der Schweiz beliefert sie Kunden statt mit dem Lastwagen mit dem Velo – vorläufig zumindest in Sitten im Kanton Wallis, wo das Cargobike als Pilotprojekt Anfang August lanciert wurde.

Die Idee stammt vom ehemaligen Bergführer und Velokurier Gaël Ribordy. Beim Filialleiter in Conthey, ein weiterer Sitz der Firma Planzer, stiess er mit dem Vorschlag sofort auf Gegenliebe. Nur zwei Monate später rollte das erste batteriebetriebene Elektro-Transportvelo von Planzer bereits über die geschäftigen Strassen. «Das Projekt ist jetzt schon ein kleiner Erfolg», sagt Jan Pfenninger, Leiter Marketing und Kommunikation, auf Anfrage. Es lohne sich wirtschaftlich wie auch ökologisch, da Fahrten mit benzinfressenden Lieferwagen so wegfallen. Das Familienunternehmen bemüht sich um möglichst emissionsarme Transporte. Dank einer ausgeklügelten Citylogistik sparen sie rund 7600 Kilogramm CO2 pro Tag. Die Anschaffung eines zweiten Cargobikes ist laut Pfenninger bereits in Planung. Dieses wird jedoch ebenfalls nur im Wallis zum Einsatz kommen.

Planzer hat das Pilotprojekt Cargobike gestartet – ein voller Erfolg

Planzer hat das Pilotprojekt Cargobike gestartet.

Noch dieses Jahr in Zürich

Die Tragefläche, welche vorne am Velo angebracht ist, kann – je nach Gewicht des Fahrers – etwa 110 Kilogramm transportieren. Zurzeit können zehn bis dreizehn Pakete pro Stunde und bis zu 60 Pakete pro Tag ausgeliefert werden. Da das Velo trotz hoher Last sehr wendig bleibt, ist der Einsatz des Elektrovelos vor allem für Städte oder dicht besiedelte Gebiete ideal. Auch durch die Zürcher Gässchen soll sich das Cargobike bereits in diesem Jahr schlängeln. «Zurzeit laufen Verhandlungen mit Partnern, welche das Projekt gemeinsam mit uns durchführen möchten», sagt Pfenninger. «Wenn es das Volumen der Pakete zulässt, könnten wir eines Tages auch das Limmattal beliefern.»