Unterengstringen
Dieses Jahr wird Günthard-Lu auf dem Holzstoss verbrannt werden

Schulleiter Beda Durschei hat mit der sichtlich aufgeregten Schülerschar alle Hände voll zu tun. Beim zweiten Anlauf klappt dann die musikalische Einlage.

Franziska Wagner
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Die Schüler singen dem Böögg zur Taufe ein Ständchen. Schon am Sonntag wird er den Flammen geopfert.

Die Schüler singen dem Böögg zur Taufe ein Ständchen. Schon am Sonntag wird er den Flammen geopfert.

Franziska Wagner

Die ganze Schule singt inbrünstig «die erscht isch da, die zweit isch da... und de Böögg, de isch halt au no da». Und wirklich, da ist er: Der bunt bemalte Böögg thront über der ganzen Versammlung. Er hat drei Gesichter aus angemaltem Karton, welche die Sechstklässler in wochenlanger Arbeit gestaltet haben. Auf dem Kopf trägt er schwarze Wollzotteln.

Mit der gestrigen Präsentation des Bööggs beim Primarschulhaus Büehl ist der Startschuss für das diesjährige Mittefasten gefallen. Wie es die Tradition verlangt, erhält er von den Sechstklässlern auch einen Namen.

«Ich taufe dich auf den Namen Günthard-Lu!» verkündet die elfjährige Carol Ann Trachsel feierlich. «Günthard» habe ihr gefallen, weil der Name – genau wie der Böögg – nicht so häufig sei, erklärt sie. Und «Lu», kurz für «Lulu», klinge einfach lustig, ergänzen ihre Freundinnen Thanaporn Laphini und Vanessa Silva (beide 13). Zum Schluss geben die Schüler dem Böögg Wünsche für ihre jeweilige Klasse mit. «Dass wir einander nicht vergessen und immer Freunde bleiben», wünschen sich die Sechstklässler, die bald in die höhere Schulstufe wechseln werden. Und die Erstklässler möchten gerne einmal ein Fussballstadion besuchen.

Lange hat Günthard-Lu nicht zu leben: Bereits morgen Sonntag wird er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das ist der krönende Abschluss des Frühlingsdorffestes. Damit ist der Winter dann endgültig vorbei.