Züspa
Dieser Urdorfer will der beste Spengler des Landes werden

Simon Schuler kämpft um den Titel des Schweizer Meisters der Gebäudetechnik an der Herbstmesse Züspa.

Ly Vuong
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An diesem Bildschirm programmiert Simon Schuler die Maschine die das Blech biegt
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Kopie von Urder Simon Schuler Züspa
Simon Schuler loetet
Beispiel eines Falzdaches
Die Maschine die das Duennblech vorbereitet und biegt
Hier sieht man ein Beispiel fuer ein Dach aus Duennblech

An diesem Bildschirm programmiert Simon Schuler die Maschine die das Blech biegt

Ly Vuong

In Liveshows kämpfen 55 Gebäudeprofis aus der ganzen Schweiz ab heute an der Herbstmesse Züspa um den Titel des Schweizermeisters in Gebäudetechnik. Zu den Kandidaten, die sich dank überdurchschnittlichen Fähigkeitszeugnissen qualifiziert haben, gehört auch Simon Schuler aus Urdorf. Der 22-Jährige hat dieses Jahr seine Lehre als Spengler mit der Note von 5,3 im Praktischen bei der Betschart AG abgeschlossen. Als einer von 12 Spenglern wird er im Wettbewerb um die Wette Dünnblech schneiden, löten, und beugen. Die Aufgabe für dieses Fach beinhaltet das Planen und Herstellen eines Falzdaches.

«Ich habe mich nicht speziell auf die Berufsmeisterschaft vorbereitet», sagt Schuler, der vor zwei Monaten zufällig durch einen Bekannten vom Wettbewerb erfuhr. Er mache mit, weil er seinen Beruf liebe und den Besuchern der Züspa seine Arbeit auf diese Weise näher bringen wolle. Denn Schuler weiss, wie schwierig es ist, sich für einen Beruf zu entscheiden.

Züspa Erlebniswelten

Die Züspa ist die grösste Herbstmesse der Region Zürich mit 400 Ausstellern aus den Bereichen Handwerk, Bau, Sport, Unterhaltung, Kosmetik oder Gastronomie. Dieses Jahr führt die Messe neu drei Erlebniswelten ein: «Feel Good», «Feel Swiss» und «Feel Stylish». Die Züspa findet in den Messehallen in Oerlikon vom 23. September bis zum 2. Oktober statt. Als Teil der Züspa finden ausserdem die Parallelmessen Creativa, «Hund, Katze & Co» und Veggieworld statt.

Schon im Alter von 13 Jahren fing er an, in handwerkliche Berufe zu schnuppern. Seine Eltern wollten, dass er etwas findet, was er gerne macht, weil ihm die Schule überhaupt nicht zusagte. Sprachliche Fächer liess er links liegen. Nur Mathematik, Geometrie und Handwerk interessierten ihn. Erst bei der 18. Schnupperlehre, bei der Schuler den Beruf des Spenglers ausprobieren konnte, dachte er sofort: «Das ist es.»

Gesundheitliche Probleme

Gleich nach Schulabschluss fing der damals 16-Jährige eine Lehre als Spengler in Dietikon an. In dem Beruf ist man für alles zuständig, was mit Dünnblech ausgekleidet werden muss wie etwa Dächer oder Dachabläufe. Nach einem Jahr musste Schuler aufgrund von Schulterproblemen die Lehre abbrechen. Eine Welt brach für den Lehrling zusammen. Eine Zeit der Suche begann. Für zwei Monate arbeitete er als Aushilfe bei einem Zimmermann und absolvierte anschliessend ein Zwischenjahr an einer Berufsintegrationsschule. Im Dezember 2012, etwas mehr als einem Jahr nach der Schulteroperation, kam die gute Nachricht. Schuler konnte wieder als Spengler arbeiten, so das Urteil der Ärzte. Gleich beim Verlassen des Spitals habe er nach einer freien Lehrstelle als Spengler im Internet gesucht und wurde im Kanton Schwyz fündig.

«Wegen des Kantonswechsels musste ich die Lehre von vorne beginnen, weil der Schulstoff anders aufgebaut war», sagt Schuler. Doch das soziale Umfeld und das Arbeitsklima passten nicht und nach ein paar Monaten wurde das Lehrverhältnis aufgelöst. Aufgeben kam für ihn nicht infrage. Nach einigen Umwegen konnte er wieder als Spengler-Lehrling bei der Urdorfer Betschart AG einsteigen. Auch hier zeigten sich Probleme aufgrund seiner mangelnden sozialen Kompetenzen. Das Kader der Firma setzte sich jedoch für Schuler ein und unterstützte ihn fachlich und menschlich.

Zu diesem beruflichen Happy End gesellt sich noch ein privates. In der Freizeit geniesst der 22-jährige Urdorfer Familienaktivitäten mit seiner Freundin und ihrem dreijährigen Sohn. Im Oktober beginnt Schuler die Weiterbildung zum Spengler-Polier und in ferner Zukunft kann er sich vorstellen, den Meister zu absolvieren.

Simon Schuler wird jeweils morgens vom 27. bis 29. September an der Züspa in der Halle 4 am Stand H01 zu sehen sein.