Birmensdorf

Dieser Student ist nun selbst auch ein Zwergplanet

Dank eines internationalen Forschungsprojekts, bei dem der 21-jährige Birmensdorfer einen 3-D-Scanner entworfen hatte, taufte die Internationale Astronomische Union einen Asteroiden «Fabian David Tschopp». gep

Dank eines internationalen Forschungsprojekts, bei dem der 21-jährige Birmensdorfer einen 3-D-Scanner entworfen hatte, taufte die Internationale Astronomische Union einen Asteroiden «Fabian David Tschopp». gep

Nach dem Forschungstalent Fabian David Tschopp wurde ein Asteroid zwischen Jupiter und Venus benannt. Dank seiner wissenschaftlichen Arbeit. Die Zwergplaneten kreisen um unsere Sonne, wie die Erde auch.

Sie heissen Rumpelstilz, Kleopatra oder gar Jodie Foster. Die Rede ist von Asteroiden: Jenen Zwergplaneten, die wie die Erde um unsere Sonne kreisen. Einer von ihnen trägt seit kurzem den Namen eines Birmensdorfers.

Fabian David Tschopp öffnet stolz die edle rote Ledermappe, die er von der Internationalen Astronomischen Union erhalten hat. Es ist die Taufurkunde des Asteroiden «Fabian David Tschopp». «Auf der Umlaufbahn der Planeten ist genau zwischen derjenigen von Mars und Jupiter mein Asteroid eingezeichnet», sagt der 21-Jährige und tippt mit dem Finger auf die kleine Kugel, die den Zwergplaneten illustriert. Entdeckt wurde Tschopps «Minor Planet» 1995, seither rotiert er brav in seiner Bahn um die Sonne. Sein Durchmesser beträgt vier bis acht Kilometer.

Der rote Punkt auf der Grafik zeigt, wo Fabian David Tschopps Asteroid liegt.

Der rote Punkt auf der Grafik zeigt, wo Fabian David Tschopps Asteroid liegt.

Dass der ehemalige Schüler der Kantonsschule Limmattal einen eigenen Asteroiden hat, verdankt er seiner wissenschaftlichen Arbeit. Bereits vor drei Jahren hat Tschopp im Rahmen seiner Maturaarbeit damit begonnen, einen eigenen 3-D-Scanner zu entwerfen. Mit diesem Projekt klassifizierte sich Tschopp für den Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht», wo er wiederum die Bestklassifizierung erreichte.

Ein Teil seines Preises war eine Reise nach Phoenix in den USA, wo er am «Intel ISEF-Wettbewerb» teilnehmen durfte, dem grössten internationalen Forschungswettbewerb. Die amerikanische Jury war von Tschopps 3-D-Scanner-Projekt erneut überzeugt und wählte ihn unter die besten 7 Prozent aller Teilnehmenden. Als Preis wurde nach ihm nun ein Zwergplanet benannt. «Dass ich erneut eine Auszeichnung erhalten würde, hätte ich zu Beginn meiner Reise nicht gedacht», so Tschopp.

Motiviert für neue Forschung

Über ein Jahr liegt die Teilnahme am Wettbewerb in Phoenix nun zurück – der Asteroid wurde jedoch erst jetzt nach dem Birmensdorfer benannt. «Nur wenige Leute sind überhaupt berechtigt, Vorschläge für Namen einzureichen», sagt Tschopp. Deshalb dauere das seine Zeit. Nur die International Astronomical Union dürfe Asteroiden taufen. Und im Normalfall seien es ohnehin verstorbene Personen, nach denen Himmelskörper benannt würden. «Asteroiden werden nach Albert Einstein oder Isaac Newton benannt. Mich dazu zählen zu dürfen, ist ein tolles Gefühl», so Tschopp.

Namensvetter eines Asteroiden zu sein, motiviert Tschopp dazu, auch in Zukunft in der Forschung tätig zu sein, wenn auch in einem neuen Bereich. Denn während seiner Arbeit am 3-D-Scanner habe er gemerkt, dass er sich in eine Sackgasse bewege. «Grosse Firmen wie Google und Microsoft forschen zurzeit an 3-D-Entwicklungen», sagt er. Da habe er als Einzelperson wenig Chancen, etwas Neues herauszufinden. Nach seinem Bachelor-Studium in Informatik will sich Tschopp deshalb im Bereich Bioinformatik oder Neurocomputation spezialisieren. «Da erforscht man beispielsweise, wie man Krankheitsrisiken anhand von DNA-Codes voraussagen kann», erklärt er.

Den Asteroiden kann dem jungen Forschungstalent aber niemand mehr nehmen. «Bleibt nur zu hoffen, dass er nicht mit einem anderen Asteroiden kollidiert und damit verschwindet», sagt Tschopp mit einem Augenzwinkern.

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