Gut 20 Jahre ist es her, dass ein Auto mit hoher Geschwindigkeit Pierre Zwygarts Wagen rammte. Mit mehreren verletzten Wirbeln fand er sich im Paraplegikerzentrum Nottwil wieder, wo er viel Zeit investieren musste, um wieder zu lernen, richtig zu gehen. Vor dem Unfall war der gebürtige Genfer als Agent für Modemarken wie Roberto Cavalli und Jean-Paul Gaultier tätig. Er wohnte in Urdorf mit seiner Frau und zwei Kindern. Nach dem Unglück sollte alles ins Wanken kommen.

«Ich habe 20 Jahre gebraucht, um vollständig zu genesen», sagt Zwygart. Nach dieser Zeit wage er nun einen Neuanfang. Damit meint Zwygart nicht eine Rückkehr ins Geschäftsleben, sondern einen Neubeginn als Künstler. Schon im Modegeschäft brachte er neben bekannten Namen auch eigene Kollektionen in die Zürcher Boutiquen. Zudem hatte er damals schon eine Leidenschaft für Malerei und das Schaffen von Skulpturen.

Wenn er mit Plexiglas arbeite, könne er alles um sich herum vergessen, sagt Fabian Záruba. Nur der Ruf «Essen!» seiner Mutter könne ihn wieder in die Realität zurückreissen. Der Uitiker Gymnasiast kann ab heute im Rahmen der Ausstellung «Pezzi Pazzi» seine Werke dem Publikum präsentieren. Durch Pierre Zwygart als Kunstlehrer fand der heute 17-Jährige, der sich mit Künstlername Zárfa nennt, vor fünf Jahren zu seinem künstlerischen Spezialgebiet. Mehrere Skulpturen aus Plexiglas werden von ihm bis am Sonntag im Üdiker-Huus zu sehen sein. Mentor Zwygart umschreibt die Werke als «futuristisch mit gewaltiger Dynamik».

Uitiker Nachwuchstalent: Fabian Záruba

Wenn er mit Plexiglas arbeite, könne er alles um sich herum vergessen, sagt Fabian Záruba. Nur der Ruf «Essen!» seiner Mutter könne ihn wieder in die Realität zurückreissen. Der Uitiker Gymnasiast kann ab heute im Rahmen der Ausstellung «Pezzi Pazzi» seine Werke dem Publikum präsentieren. Durch Pierre Zwygart als Kunstlehrer fand der heute 17-Jährige, der sich mit Künstlername Zárfa nennt, vor fünf Jahren zu seinem künstlerischen Spezialgebiet. Mehrere Skulpturen aus Plexiglas werden von ihm bis am Sonntag im Üdiker-Huus zu sehen sein. Mentor Zwygart umschreibt die Werke als «futuristisch mit gewaltiger Dynamik».

«Also malte ich»

Nach dem Unfall konnte der damals 45-Jährige das Geschäft nicht mehr weiterführen. Beim Gehen verspürte er noch jahrelang Schmerzen, auch die Bilder im Fernsehen konnte sein Hirn lange nicht mehr verarbeiten. «Alles, was ich machen konnte, war malen, also malte ich», sagt Zwygart heute. Mit jedem Genesungsschritt konnte der gelernte Kaufmann sich ein weiteres Element seines neuen Lebens aufbauen. Unter anderem bekam er eine Stelle als Assistenzlehrer für Kunst. Seinen künstlerischen Tatendrang demonstriert Zwygart, der in den 1970er-Jahren nach Urdorf zog, ab heute mit einer Ausstellung im Üdiker-Huus.

Für die Ausstellung «Pezzi Pazzi» (auf Deutsch: verrückte Stücke) hat der 65-Jährige vier befreundete Künstler aus der Region Zürich zusammengetrommelt, um dem Uitiker Publikum ausgefallene Bilder und Skulpturen zu präsentieren. So brachte der Holzkünstler Peter Ammann seine Deko-Würfel mit, durch deren Wurmlöcher das Licht des Beleuchters scheint. Der Uitiker Gymnasiast Fabian Záruba hat futuristische Plexiglasskulpturen kreiert. Zwygart selber bringt unter anderem seine Skulptur Barstar mit: ein Flaschenkühler, der dem Satelliten Sputnik ähnelt.

Vom Ausstellungstitel soll man sich nicht irreführen lassen: Er wolle die Werke keineswegs als verrückt bezeichnen, sagt Zwygart. «Pezzi Pazzi» solle die Besucher darauf vorbereiten, dass sie Dinge bestaunen könnten, die sie vorher noch nie gesehen haben.

Er habe gerne Schönes, ganz besonders schöne Kleider, sagt der Künstler, der im Üdiker-Huus auch ein mit Swarovski-Steinen bestücktes Bild ausstellt. Die Wiederauferstehung als Künstler begeht Zwygart unter dem Pseudonym Pl2J. «Pierre les deux jardins» (auf Deutsch: Pierre, die zwei Gärten) bedeute das Kürzel. «Zwei Gärten» sei die französische Version des Namens Zwygart, der weder für West- noch für Deutschschweizer Ohren vertraut sei. «Mein Künstlername ist viel einfacher zu merken, weshalb die Leute sich so eher an mich erinnern.»

Ausstellung «Pezzi Pazzi»im Üdiker-Huus, Grosser Saal. Do und Fr ab 19 Uhr, Sa ab 16 Uhr und So ab 10 Uhr.