Schlieren
"Dieser Film ist herzerwärmend": Neues Reisedokument zeigt 100 Minuten erlebtes Südamerika und die Antarktis

Fern der Heimat: Romy Müller und Miro Slezak geben vielfältige Einblicke in ihre Reise nach Südamerika und in die Antarktis.

Cynthia Mira
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Romy Müller und Miro Slezak unterwegs in Südamerika und Antarktis
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Natur pur: Das heisse Wasser beim Geysrfeld von el Tatio taugt zum Kochen für das perfekte Frühstückei.
Die Pinguine kommen in ihren Verhaltensweisen den Menschen manchmal sehr nahe.
Das Eis der Antarktis schimmert blau.
Königlicher Empfang von 180 000 Königspinguinen.

Romy Müller und Miro Slezak unterwegs in Südamerika und Antarktis

Romy Müller/ zvg

Es ist das Jahr 2016, als sich die beiden reisebegeisterten Limmattaler Romy Müller und Miro Slezak auf eine Reise nach Südamerika und in die Antarktis begeben. Im Stürmeierhuus Schlieren bot sich am Donnerstagabend die Gelegenheit, diesem Abenteuer virtuell beizuwohnen. Das neue Reisedokument ist bespickt mit humorvollen Kommentaren und Erklärungen zu den gesichteten Tier-, und Pflanzenwelten und gibt zahlreiche Einblicke in die Traditionen und in das Kulturgut aller bereisten Länder. Der Verein Freizeit Schlieren hat zum Anlass geladen und es müssen zu Beginn weitere Stühle aufgestellt werden, sodass am Ende rund 55 Personen in diese Welten fern der Heimat eintauchen.

«Ich komme immer vorbei, wenn ein solcher Film von den beiden gezeigt wird. Es ist so speziell gemacht und etwas ganz anderes, wie beispielsweise die Werbefilme von Reiseunternehmen», sagt Irene Hildebrand aus Geroldswil. Einmal sei sie nach einem solchen Anlass effektiv an einen gezeigten Ort gereist. «Ein paar Wochen danach ging ich nach Usbekistan», erzählt sie. Das Dokument gibt in der Tat auch diesmal genügend Inspiration für eigene Projekte.

Warum nicht das Frühstücksei in heissen Quellen kochen?

Ein Highlight jagt das nächste in dem rund 100 minütigen Reisedokument. Eindrücklich blau schimmern die Eishöhlen in der Antarktis, überraschend farbig präsentiert sich die Atacamawüste in Südamerika, und ein naturgewaltiges Schauspiel ereignet sich bei den Wasserfällen im Nationalpark nahe der Kleinstadt Puerto Iguazú. Nach dem Besuch des grössten Weinfestes in Argentinien gehen Müller und Slezak auf Tuchfühlung mit Vikunjas, deren Fell sich grosser Beliebtheit erfreut. Anschliessend befinden sie sich inmitten der Atacamawüste und auf Pässen in rund 5000 Meter fernab jeglicher Zivilisation.

Besonders einfallsreich und waghalsig zeigen sich weiter die Einheimischen der entlegenen Osterinsel, die zu Chile gehört. Ein Besuch auf der kleinen Insel gibt weitere Einblicke: Halsbrecherische Szenen spielen sich ab beim Tapatifest, denn traditionell sausen bei diesem Fest die Männer auf selbstgebastelten Schlitten mit einer unglaublichen Geschwindigkeit einen steilen Hang hinunter. Der schlimme Unfall, der folgt, ist vorprogrammiert. Gewisse Szenen sorgen auch für Schmunzeln. Etwa die Bilder, wie die beiden ihre Frühstückseier im sprudelnden Wasser in den heissen Quellen beim Geysirfeld von el Tatio kochen.

Von der Begeisterung im Publikum zeugt der Zwischenapplaus in der Pause. «Dieser Film ist herzerwärmend», sagt Maria Schachenmann im Publikum. Auch thematisch sei alles abgedeckt worden. So werde die Schönheit der Natur, die Tierwelt, aber auch die kulturellen Bräuche auf eine eindrückliche Weise vorgeführt. «Die Vielfalt zeigt auch, dass Müller eine versierte Fotografin ist», äussert sich Andreas Schachenmann. Es sei sicher keine einfache Reise gewesen mit den unwegsamen Routen und den Bedingungen in der Höhe, meint er. Aber er wisse, dass die beiden bereits in einem alten VW-Bus schon abenteuerlichere Reisen unternommen hätten. «Wir sind mit ihnen vor zwei Jahren auch gemeinsam in Afrika gewesen.»

Ein königlicher Empfang dank 180 000 Pinguinen

Von rund 180 000 Königspinguinen werden sie schliesslich in der Antarktis empfangen. Müller vergleicht die Verhaltensweisen der Pinguine gerne mit den Gewohnheiten der Menschen, sodass die Kommentare über einen möglichen Tratsch zwischen den Tieren das Publikum weiter erheitern. Es geht vorbei an Seeelefanten und an Walen. «Für diese Reise waren wir neun Wochen unterwegs», erzählt Müller nach der Vorführung. Die Rückkehr ins Limmattal erwies sich aber bei einer früheren zweijährigen Reise noch als schwieriger.