Dietikon

Diesen Sommer darf die Frisur nicht perfekt sitzen

Der Dietiker Hairstylist Tim Ungricht durfte am Berliner Mode-Salon eigene Ideen in Frisuren umsetzen. zvg

Der Dietiker Hairstylist Tim Ungricht durfte am Berliner Mode-Salon eigene Ideen in Frisuren umsetzen. zvg

Tim Ungricht frisierte diese Woche für deutsche Designer an der Berliner Fashion Week.

Die letzten Models treffen ein. In Kürze beginnt die Fashion Show. Tim Ungricht hat jetzt noch eine halbe Stunde Zeit, die neun Köpfe für den Laufsteg zu stylen. «In so einer Situation muss es schnell gehen», sagt der 22-jährige Hairstylist. Im Eiltempo wird frisiert, geschminkt und angekleidet – viel Arbeit in kurzer Zeit, dafür sei man «voll drin».

Als vielversprechendes Frisurtalent wurde der Dietiker vom Wella-Studio Zürich zum ersten Mal an den Berliner Mode Salon geschickt, der derzeit im Rahmen der Berliner Fashion Week stattfindet. Die Chance hat Ungricht gefreut, es sei eine eindrückliche Erfahrung gewesen. «Noch nie habe ich an nur einem Tag so viele faszinierende Haarideen, Kleider und Leute gesehen», sagt Ungricht. Als Teil des Wella Professional Teams kreierte und stylte er für die Shows von Hien Le, René Storck, Malaika Raiss und Odeeh Frisuren.

Verwuschelt liegt im Trend

Wie die Köpfe der Models ungefähr auf dem Laufsteg aussehen sollen, gaben die Designer dem Head of Hair des Wella Teams im Vorfeld bekannt. «Am Tag selber wird dann aber verworfen und neu gemacht», sagt Ungricht. Die Vorgaben erhielt er vor zwei Wochen, genug Zeit, um Ideen zu sammeln. Ausprobieren konnte er seine Entwürfe an seinem Arbeitsort, dem Familienunternehmen Intercoiffure Ungricht in Dietikon.

Der Tag in Berlin ging für Ungricht schnell vorbei. Um sieben Uhr war sein erster Einsatz, fünf bis sechs Modelle galt es zu frisieren, dann gab es zwei Stunden Pause bis zur nächsten Show. Krönender Abschluss bildete die Show des Designers Odeeh, die im Humboldt-Forum des Berliner Schlosses stattfand. Da dieser kein konkretes Frisurkonzept vorgab, konnten sich Ungricht und sein Team mehr kreative Freiheit leisten.

Der Trend gehe momentan Richtung lässiger Sommerlook. «Dazu passen leicht verwuschelte Frisuren, die nicht perfekt sitzen, dieser Stil nennt sich ‹undone›», so Ungricht. Ob dann die Haarsträhne hinter oder vor das Ohr frisiert werde, könne er als Stylist entscheiden. Schlussendlich müsse alles zur Mode und Model passen. Manchmal sei auch ein Umdenken gefragt, wenn das Model nicht die bevorzugte Haarlänge habe.

Die Welt der Faishon Shows und Fotoshootings hat es Ungricht angetan. Im Entwerfen und Kreieren von Frisuren sehe er seine berufliche Zukunft. Vor zwei Monaten machte er seinen «Master of Color» im Zürcher Wella Studio. Seine Ausbildung hat er an der Coffina Jelmoli in Zürich gemacht, weil er sie nicht im Familienunternehmen absolvieren wollte. «Mein Bruder ist auch Friseur, für uns war von Anfang an klar, dass wir die Lehre nicht bei unserem Vater machen», so Ungricht.

Um Neues zu lernen, opfert Ungricht gerne freie Tage für Weiterbildungen. Wer weiterkommen will, darf nicht abhängen: «Es ist ein schnelllebiges Business, man muss immer am Ball bleiben.»

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