Schlieren
Diesen Herbst bietet der Stadtplatz mehr als nur ein Comedy-Programm

Vom 2. Oktober an beleben zum dritten Mal Comedy-Veranstaltungen den Schlieremer Stadtplatz. Ein neues Konzept soll dieses Jahr mehr Limmattaler in das Festzelt auf dem Stadtplatz locken.

Bastian Heiniger
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Das Comédy-Duo Sutter und Pfändler wird auch diesen Herbst das Publikum unterhalten. In Schlieren zeigen sie ihre Vorpremiere.

Das Comédy-Duo Sutter und Pfändler wird auch diesen Herbst das Publikum unterhalten. In Schlieren zeigen sie ihre Vorpremiere.

Christoph Merki

Dieses Jahr ist alles ein wenig anders: ein neuer Veranstalter, ein grösseres Zelt, weniger Comedy, dafür aber auch Konzerte und eine Halloween-Party.

Der Comédy-Herbst wird daher umbenannt in «Comedy und Events». Mit dem neuen Konzept wollen die Veranstalter auf die Wünsche der Bevölkerung eingehen. Viele Schlieremer hätten gesagt, Comedy interessiere sie nicht, sagt Barbara Gysling, die Programmchefin. Sie sei sich bewusst, dass mit dem letztjährigen Programm eher eine kleines Publikum angesprochen worden sei. Deshalb reduzierte sie für diesen Herbst die Comedy-Shows, und zwar um die Hälfte. Neu wird es noch neun Veranstaltungen in dieser Sparte geben. An sieben weiteren Daten gehen auf dem Stadtplatz verschiedenste Events über die Bühne: vom Gospel- und Country-Konzert über einen Spaghettiplausch bis hin zu einem Bier-Dinner.

Mehr Abwechslung soll mehr Zuschauer bringen. Denn finanziell lohnte sich der Comédy-Herbst letztes Jahr nicht. Es sei schwierig gewesen, die Limmattaler anzulocken, sagt Barbara Gysling. «Wenn sie aber gekommen sind, dann waren sie begeistert.»

Programm: Das erwartet Sie an den Comedy-Shows

2. Oktober, Donnerstag: Zyculus «Comedy-Hypnose-Show»
8. Oktober, Mittwoch: Hanspeter Müller-Drossaart «Himmelhoch»
16. Oktober, Donnerstag: Michael Gammenthaler «Scharlatan»
18. Oktober, Samstag: Starbugs «Grüezi!»
23. Oktober, Donnerstag: Bernhard Hoëcker «Netthamseshier !»
5. November, Mittwoch: Pepe & Tommy «Zack Zack»
29. November, Samstag: Sutter und Pfändler «All-Inklusive»
4. Dezember, Donnerstag: Rob Spence «Echt Stark»
10. Dezember, Mittwoch: Nils Althaus «Apfänt Apfänt»

Mehr Einnahmen dank neuem Zelt

Dass es diesen Herbst überhaupt wieder Veranstaltungen gibt, ist nicht selbstverständlich. Das Organisationskomitee des Comédy-Herbstes löste sich letztes Jahr auf. Sponsoren und Eintritte alleine hätten nicht gereicht, sagt Gysling, die als Einzige vom alten Team in diesem Jahr noch dabei ist.

Der Stadt war es ein Anliegen, dass weiterhin Veranstaltungen auf dem Stadtplatz stattfinden. Daher kam sie auf den Verein Event Schlieren zu. Dieser organisiert jeweils das Schlierefäscht, besitzt daher organisatorische Erfahrung. Mit der Stadt besteht nun eine Leistungsvereinbarung. Die Zusammenarbeit sei eng, sagt Rolf Wild, der Präsident des Vereins. Neben den Sponsoren fungiert nun also auch de Stadt als Geldgeberin.

Auch dank dem neuen Zelt erhoffen sich die Veranstalter auf zusätzliche Einnahmen: Das Festzelt könne nun zu einem Bankettsaal umgebaut und vermietet werden, sagt Wild. Bisher hätten sich bereits drei Firmen, zwei Vereine und zwei Private angemeldet. Aufgebaut werden ein kleines Bar-Zelt und ein grosses für die Auftritte. Beide sind miteinander verbunden und bieten insgesamt Platz für 200 Personen. Zudem wird das Zelt dieses Jahr rollstuhlgängig – anstelle von Holzspänen werden Holzplatten ausgelegt.

Schweizer Dialekte parodieren

Am meisten freuen sich Rolf Wild und Barbara Gysling auf Zyculus, einen Hypnosekünstler aus Deutschland. Er wird die Veranstaltungsreihe am 2. Oktober eröffnen. Es sei mutig, mit einer derart speziellen Show zu beginnen, sagt Gysling. Zyculus verbinde Comedy mit Hypnose und werde Zuschauer in seine Show einbinden. Ein weiteres Highlight sei, dass Sutter und Pfändler in Schlieren ihre Vorpremiere feiern.

Der in Dietikon wohnhafte Schauspieler und Kabarettist Hanspeter Müller-Drossaart hingegen hat quasi ein Heimspiel. Seine Kinder aber werde er zu Hause lassen. «Kabarett ist ja nicht kinderfreundlich», sagt er. In seinem Programm «Himmelhoch» schlüpfe er in verschiedene Figuren und nehme so die schweizerischen Eigenarten auf die Schippe. Das Publikum erfreue sich besonders, wenn er die verschiedenen Dialekte parodiere, etwa Walliser- oder Berndeutsch. Am Kabarett reizt den Schauspieler vor allem den unmittelbaren Kontakt zu dem Publikum. «Man erfährt sofort, was ankommt und was nicht.» Zudem trete er gerne mit Zuschauern spontan in einen Dialog und baue diesen in die Show ein.

Die Nähe zum Publikum sei ohnehin wichtig. Müller-Drossaart vermutet denn auch, dass aus diesem Grund regionale Veranstaltungen allgemein beliebter werden. Dieser Meinung sind auch die Veranstalter: «Viele Schlieremer freuen sich, wenn sie für einen kulturellen Event einmal nicht eigens nach Zürich fahren müssen», sagt Rolf Wild.