Gemäss dem am Mittwoch vorgestelten ETH-Projekt «Perspektive Raumentwicklung Limmattal» soll das Gebiet eigenständig bleiben. Dazu die wichtigsten Fragen und Antworten über die Zukunft des Limmattals:

1 Verschmilzt das Limmattal zu einer grossen Stadt?

Nein. Aus dem Limmattal soll kein durchgehendes homogenes Stadtband werden. Vielmehr wird empfohlen, drei eigenständige Teilräume zu betrachten. Es sind dies Baden-Wettingen, Dietikon/Spreitenbach/Killwangen sowie Zürich Altstetten/Schlieren. Der mittlere Teil soll prioritär behandelt werden. In sämtliche Überlegungen sollen die Verbindungen mit den Gemeinden rechts der Limmat miteinbezogen werden.

2 Welche Rolle Spielt die Limmat in den Überlegungen?

Die Landschaft mit dem «blauen Band» im Zentrum ist der Identität stiftende Standortfaktor des Limmattals. Die Freiraumqualität des Flussraumes soll gestärkt werden. Oberstes Prinzip bleibt die freie Zugänglichkeit. Gleichzeitig sollen aber auch vermehrt Möglichkeiten für Wohnen am Wasser genutzt werden. Es wird eine Raumentwicklungsstrategie mit einem für alle Beteiligten gültigen Pflichtenheft empfohlen. Zudem soll eine Vermarktungsstrategie die Qualitäten der Limmattaler Landschaft bekannt machen.

3 Wie soll der zu erwartende Mehrverkehr abgewickelt werden?

Laut Empfehlung muss das zusätzliche Verkehrsaufkommen über den öffentlichen Verkehr sowie den Langsamverkehr abgewickelt werden. Als Rückgrat des regionalen Verkehrs gilt die Limmattalbahn. Zudem soll der Honeret-Tunnel realisiert werden, um zusätzliche Kapazitäten für die
S-Bahn gewinnen zu können. Ein Fernverkehrsbahnhof im Limmattal wird überdies als zweckmässig empfunden.

4 Braucht es eine S-Bahn-Station Silbern?

Gemäss Bericht drängt sich keine der vorgeschlagenen neuen Haltestellen auf. Zuerst sei die Funktionsteilung zwischen S-Bahn und der Limmattalbahn zu klären.

5 Was Sagt der Bericht zum Gateway?

Fragen zum geplanten Containerterminal auf dem Rangierbahnhof Limmattal wurden nicht vertieft. Sie führen aber zur Annahme, dass keine Optionen für eine Verringerung der Bahninfrastrukturflächen vorhanden sind.

6 Wie soll das Busnetz entwickelt werden?

Unter anderem soll das Netz hinsichtlich zusätzlicher Querverbindungen im Tal weiterentwickelt werden. Expressbusse aus ausgewählten Achsen sowie als Verbindungen ins Reuss- und ins Furttal werden zur Prüfung empfohlen.

7 Was sagt der Bericht zu Veloschnellwegen?

Langfristig sollen solche entlang der Bahn und der Limmat realisiert werden. Priorität hat eine Achse parallel zur Bahn als Zubringer zur Limmattalbahn.

8 Wie Wird ein Verkehrskollaps auf der Autobahn verhindert?

Kurzfristig lassen sich durch die Nutzung des Pannenstreifens neue Strassenkapazitäten gewinnen. Langfristig ist eine Regionalschnellstrasse entlang der A1 zu prüfen.

9 Wie soll dem Siedlungsdruck entgegengewirkt werden?

Die Entwicklung des Limmattals muss der Prognoseunsicherheit mehr Rechnung tragen. Konkret sollen Siedlungsflächen zurückhaltend ausgewiesen und von der tatsächlichen Nachfrage abhängig gemacht werden. Flächen von Familiengärten werden also nur dann als Bauland ausgewiesen, wenn der Nachfragedruck zu sozial nicht mehr tragfähigen Bodenpreisen führt. Den Gemeinden wird eine aktive Bodenpolitik empfohlen. Dazu gehört die frühzeitige Sicherung von Flächen beispielsweise für Schulen.

10 Wie können die Ortskerne wiederbelebt werden?

Dem Einzelhandel kommt eine wichtige integrative Funktion zu. Im Idealfall treffen dort die kaufkräftigen Bevölkerungsschichten der «Hanglage» auf die weniger kaufkräftige Bevölkerung des Talbodens. Aber auch Einkaufszentren sind wichtig für die Belebung von Ortszentren. Die Angebote müssen aber noch besser aufeinander abgestimmt werden.

11 Wo sollen neue Wohnflächen entstehen?

Wohnen am Wasser kann zu einer Aufwertung führen, wenn es am richtigen Standort realisiert wird. Die Entwicklungsstrategie soll sich aber zunächst auf die Erneuerung bestehender Quartiere konzentrieren.

12 Wie geht es mit den Ideen nun weiter?

Auf den erarbeiteten Grundlagen soll die gemeinde-, regionen- und kantonsübergreifende Zusammenarbeit intensiviert und vertieft werden. Es soll unter den Beteiligten ein regelmässiger Austausch stattfinden. Als Zeithorizont werden die Jahre 2014 bis 2016 ins Auge gefasst.