Weiningen

Diese Volksmusiker veranstalten eine Jamsession im Restaurant Linde

An der Limmattaler Stubete wurde gelacht, getrunken, gegessen und musiziert. Eine Formation aus Schlieren bot dabei einen besonders schönen Anblick.

Obschon sie die Limmattaler-Stubete organisiert haben, wissen sie nicht, wer heute auftauchen wird. «Wir lassen uns überraschen», sagt Hans Meier, Mitglied der Schwyzerörgeler vom Fohrewäldli. «Wenn nicht viele kommen, müssen halt wir an die Säcke.» Die Stubete – sozusagen eine Jamsession der Schweizer Volksmusik – steht prinzipiell jedem Musikanten offen.

Jeder kann in den schmucken Saal des Restaurants Linde in Weiningen reinspazieren und völlig unangemeldet mit seiner Bassgeige, seiner Klarinette oder mit seinem Örgeli mitspielen. Bezahlt wird man dafür nicht, erhält aber von der Gastgeberin Maya Grossmann einen Konsumationsgutschein von zehn Franken.

Eigentlich ist an diesem Freitagabend nur der Anfang geplant, eine kurze Begrüssung vonseiten der Schwyzerörgeler, danach wechseln sich die Formationen nach je drei Stücken ab. Wer mag, kann sich auch spontan einer Gruppe anschliessen und nach Lust und Laune mitspielen. «Ich muss nur die Tonart wissen und schon kann es losgehen», sagt Sylvia Bernet, die ebenfalls bei den Schwyzerörgelern vom Föhrewäldli spielt. Einfach sei das Musizieren mit dem Örgeli aber nicht. «Man muss sich konzentrieren», gleichzeitig einen Kafi-Schnaps trinken und dem Nachbar einen Witz erzählen, könnten sie noch nicht, sagt Meier.

Es erklingt ein Klassiker nach dem anderen

Die Formation, die im Jahr 2015 für die Schweizergarde in Rom spielen durfte, hat sich vor allem dem Bärnerstil verschrieben, einem gemütlichen und lieblichen Stil, der in puncto Instrumente auf Örgeli und Bassgeige setzt. Mit der Kapelle Aare-Limmatwind ist heute – selbstverständlich völlig spontan ohne Anmeldung – auch eine gemischte Formation aufgetaucht. Mit Akkordeon, Klarinetten und Bassgeige unternehmen sie einen Streifzug quer durch den Berner-, Bündner- und Innerschweizer Stil und lassen einen Klassiker nach dem anderen erklingen.

Das Publikum ist dabei nur auf die Musik fokussiert: «Bei einer Stubete wird getrunken, gegessen und geplaudert», stellt Meier klar. Das senke vor allem bei den neuen Formationen die Nervosität, da so nicht jeder Fehler wie bei einem Tonhalle-Konzert aufgeschnappt werde.

Schlieremer bieten prächtigen Anblick

Etwas stiller wird es beim Auftritt des Jodlerclubs Schlieren. Die 15 Jodlerinnen und Jodler bieten einen prächtigen Anblick: Die Männer treten in blauer blumenverzierter Tracht auf, die Frauen tragen lange Röcke und haben sich Rosen angesteckt. Schön auch die weite, breite und alpenluftumwitterte Musik. Hier wird alles heraufbeschwört, was einem heimatverbundenen Eidgenossen das Herz erwärmen kann. Im Verlauf des kurzweiligen und vergnüglichen Abends treten auch die Tablet-Örgeler – die ihre Noten ganz modern von einem iPad ablesen – die Räbhöckler und eine Solo-Jodlerin aus Andelfingen auf. Selbstverständlich alle spontan und unangemeldet.

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