Aliana Pizzi gibt letzte Anweisungen an ihre Tänzer. In einem Probesaal im Mediacampus in Altstetten bereiten sich die Tanzprofis für ihren grossen Showact vom Wochenende vor. Während die einen ihre Figuren bis zur Perfektion wiederholen, gehen andere ihre Schritte nochmals im Kopf durch, machen Dehnübungen oder spornen sich gegenseitig an. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist spürbar im Raum. «Wir unterstützen uns gegenseitig. Gemeinsam ist alles möglich», sagt Pizzi, künstlerische Leiterin der Schlieremer Pizzi Dance Art Company, kurz Pidarco.

Die Tanzkompanie tritt am 17. und 18. Februar mit ihrem Programm «Tanz und Artistik» im Badener Kurtheater auf. Die Philosophie hinter der Aufführung ist einfach: Der Mensch solle sich von Egozentrik und Selbstsucht befreien. Nur ein Miteinander führe zum Erfolg. «Wir alle spielen Theater. Das Leben ist unsere Bühne. Dabei wechseln wir zwischen verschiedenen Rollen. Für Tanz und Artistik haben wir eine Choreografie erstellt, die genau diese Aspekte im Leben demonstriert», sagt Carlos Fernandez, Präsident des Vereins. Infolgedessen ist das Programm in verschiedene Themen unterteilt, die diese Rollen in unserem Lebensalltag widerspiegeln sollen. Zum Beispiel das Stück «Inner Voice»: Eine Liebe zwischen zwei Personen, die von Selbstzweifeln geprägt ist und daher nicht funktionieren kann.

«Unser Publikum soll zum Nachdenken angeregt werden. Wir möchten die Leute inspirieren, aus einem eingeschränkten quadratischen Denkvermögen ihren persönlichen Kreisfluss wieder zu finden», sagt Fernandez.

Simpel, aber mit viel Bedeutung

Diese Botschaft kommt auch in der Choreografie zum Ausdruck. Abstrakte Tanzbewegungen werden unterstützt durch runde Objekte wie beispielsweise Kugeln oder Ringe. Neben klassischem und zeitgenössischem Tanz treten auch Artisten auf, so etwa der Jongleur Joseph Viatte. Er symbolisiere mit seiner Glaskugel das Herz des Menschen, erklärt Fernandez.

«Für mich ist die Botschaft wichtig. Kunst muss für alle da sein, wir urteilen über niemanden», sagt Aliana Pizzi. Denn mit Pidarco möchten sie und Fernandez nicht nur Tanzprofis, sondern auch angehende Tanztalente fördern. Deshalb ist die Aufführung in zwei Akte aufgeteilt. Beim ersten Teil treten die Profis an, beim zweiten können junge Tanztalente ihre Begabung unter Beweis stellen.

Ein attraktives Schlieren

Die Tänzer der Tanzkompanie Pidarco im Einsatz

Die Tänzer der Tanzkompanie Pidarco im Einsatz

Pizzi und Fernandez sind kulturell sehr aktiv. Zurzeit planen sie beispielsweise ein Festival der Künste in Schlieren. Er sei bereits in Kontakt mit dem Vorstand von EventSchlieren gewesen, um das Projekt vorzustellen, sagt Fernandez. Überhaupt befinde sich die Kultur in Schlieren im Aufbruch. Erst kürzlich haben sich drei grosse Schlieremer Vereine zum Komitee «Pro Stadtsaal Schlieren» zusammengeschlossen. Sie setzen sich für einen geplanten Stadtsaal ein, der westlich vom neu entstehenden Stadtplatz gebaut werden soll. Damit soll das Zentrum kulturell belebt und vermehrt zum Begegnungsort werden.

«Wir unterstützen das Komitee ‹Pro Stadtsaal Schlieren› für ein attraktiveres Schlieremer Stadtzentrum. Wir befürworten die soziale Integration der Einwohner», sagt Fernandez. Weiter führt er aus, dass sie im Zusammenhang mit ihrem Festival eine Tribüne auf dem Kirchenplatz in Schlieren aufbauen möchten. Es soll ein Programm aufgeführt werden, indem Pidarco nur ein kleiner Teil vom grossen Spektakel sein wird. «Mit den Vorbereitungen werden wir bereits dieses Jahr beginnen. Dabei liegt der Fokus auf Volks- und Traditionstänze, von Bollywood bis zum spanischen Flamenco. Uns verbindet mehr, als uns trennt», sagt er.

Neben Tanz-Theater soll das Festival der Künste auch künstlerische Aktivitäten für Familien mit Kindern bieten. Pizzi und Fernandez hoffen, dass sie ihr Projekt auch mit dem kommenden Schlierefäscht im Jahr 2019 zusammenführen können.

Die Aufführung «Tanz und Artistik» findet im Badener Kurtheater am 17. und 18. Februar jeweils um 20 Uhr statt.