Oberengstringen

Diese sieben Kandidaten wollen in den Gemeinderat – Sitzgewinn der SVP steht bevor

Die SVP dürfte die stärkste Partei im Gemeinderat Oberengstringen werden und die FDP nicht mehr vertreten sein. Die Kandidaten im Überblick.

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Sieben Sitze, sieben Kandidaten: Die Gemeinderatswahlen vom 15. April in Oberengstringen versprechen wenig Spannung. Von den bisherigen Amtsträgern tritt lediglich David Specker (FDP) nicht mehr an. Gemeindepräsident André Bender (SVP), Bauvorstand René Beck, Finanzvorstand Jürg Bruppacher (beide CVP), Sozialvorstand Kurt Leuch (Politisches Forum), Schulpräsidentin Elsbeth von Atzigen (parteilos) und Liegenschaftenvorstand Jean Fritz Weber (SVP) kandidieren erneut.

Für den siebten Sitz und damit die Nachfolge von Specker stellt sich Andreas Leupi (SVP) zur Verfügung. Damit zeichnet sich ab, dass die SVP mit drei Sitzen neu stärkste Partei im Gemeinderat wird. Anders präsentiert sich die Situation für die FDP. Sie wird ihren einzigen Sitz verlieren. Während sich auch für die Wahlen in die Schulpflege und die Sozialbehörde so viele Kandidaten zur Verfügung stellen, wie es Sitze zu verteilen gibt, wird es bei der Rechnungsprüfungskommission um einiges spannender. Gleich sieben Kandidaten wollen in das fünfköpfige Gremium. Neben zwei Bisherigen stellen sich dort fünf neue Personen zur Wahl.

André Bender (SVP, bisher) Gemeindepräsidium

  • Alter: 55 Familie: verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: Inhaber Elektroinstallationsfirma
  • Ämter: Gemeindepräsident, Kantonsrat, Vorstandsmitglied Planungsgruppe Limmattal (ZPL)

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Der Platz zwischen Einkaufszentrum, Kirche, Gemeindehaus und Bibliothek muss besser zugänglich werden durch einen direkten Zugang von der Zentrumskreuzung her. Die Möglichkeiten für eine Neugestaltung des Platzes sollten mit einem umfassenden Projekt erarbeitet werden. Ob der Platz temporär überdeckt werden soll, ist nur eine der Fragen dazu. Die Nutzung des Platzes mit Anlässen ist ebenfalls sehr wichtig und von der Gemeinde gewünscht.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Die Gemeinde kann sehr wohl noch wachsen, jedoch nur mit einer Verdichtung nach innen. Diese muss mit der nötigen Qualität umgesetzt werden. Es gibt zum Beispiel mehrere Liegenschaften, die in den 1950er Jahren gebaut wurden, die noch Potential haben für attraktiveren Wohnraum und eine höhere Ausnutzung. Die Zentrumszone kann moderat wachsen; sie eignet sich meines Erachtens, um zum Beispiel Wohnen im Alter zu realisieren.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Die Handlungsfreiheit der Gemeinde ist mittels eines gesunden Finanzhaushaltes zu bewahren. Das Projekt Wohnen im Alter in Zentrumsnähe vorantreiben. Die Umsetzung der Bau- und Zonenordnung zur Verbesserung des Wohnungsmix. Das Zentrum mit Dienstleistungen und attraktiven Einkaufsmöglichkeit als Standortqualität erhalten. Die Reorganisation der Verwaltung umsetzen, sodass die Verwaltung effizient einen bürgernahen Service public erbringt.

Elsbeth von Atzigen (parteilos, bisher)

  • Alter: 58 Familien: feste Partnerschaft, zwei Kinder
  • Beruf: lic. phil. I Anglistik
  • Ämter: Gemeinderätin/Schulpräsidentin (seit 2011), alt Schulpflegerin (2004 bis 2011)

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Die Belebung des Dorfplatzes mit Anlässen für die Bevölkerung (zum Beispiel Dorfplatzfest, Markt, Eisstockschiessen) sollte weitergeführt werden; unterstützende bauliche Massnahmen sind zu prüfen. Im Einkaufszentrum fehlt eine Bank, damit Kunden ihre Bankgeschäfte wieder beim täglichen Einkauf im eigenen Dorf erledigen können. Von der Umsetzung des kantonalen Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die Zürcherstrasse erhoffe ich mir auch eine gestalterische Aufwertung.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Die revidierte Bau- und Zonen-Ordnung wird aufzeigen, wo Wachstum in Zukunft auch in unserem Dorf noch möglich ist. Dabei soll Qualität vor Quantität stehen. Wachstumspotential ist wahrscheinlich auch bei einer umfassenden Sanierung von älterer Bausubstanz vorhanden.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Die öffentliche Schule ist immer stärker mit hohen Erwartungen von Eltern und von der Gesellschaft konfrontiert; ich unterstütze unsere Schulschaffenden gerne weiterhin in ihrer wichtigen Aufgabe, zum Beispiel in der Umsetzung des Lehrplans 21. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, ist das familien- und schulergänzende Betreuungsangebot zu überprüfen und bedarfsgerecht zu ergänzen. Hort- und Mittagstischplätze sind gefragt und für Familien zunehmend ein Standortkriterium.

Jürg Bruppacher (CVP, bisher)

  • Geburtsdatum: 58 Familie: verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: Maschinen- und Elektro-Ingenieur HTL bei internationalem Unternehmen
  • Ämter: Gemeinderat (seit 2002), Verwaltungsrat Spital Limmattal (seit 2012)

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Im Dorfzentrum nimmt der Dorfplatz eine wichtige Position ein. Eine Öffnung des Zugangs auf den Dorfplatz und eine polyvalente Nutzung für Veranstaltungen kann die Attraktivität des Zentrums erhöhen. Die Konzepte dafür müssen mit den Besitzern der umliegenden Liegenschaften, den Anwohnern und künftigen Nutzern abgestimmt werden.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Die Gemeinde hat tatsächlich nur noch wenige unbebaute Grundstücke und weist eine der höchsten Bevölkerungsdichten im Kanton auf. Ein Wachstum ist dennoch möglich und wird vor allem über eine bessere Ausnutzung von Bauland und Zonen erfolgen müssen. Der Gemeinderat ist sich dessen bewusst und schon seit geraumer Zeit an der Überarbeitung der Bau- und Zonen Ordnung, um damit Leitplanken für kontrolliertes Wachstum setzen zu können.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Der Gemeinderat wird sich mit Fragen zur Altersbetreuung und Pflege beschäftigen müssen. Bei der geplanten Renovation und der Erweiterung des Seniorenzentrums Im Morgen Weiningen möchte ich mich im Gemeinderat für die Finanzierung mit eigenem Haushalt sowie einer angepassten Einflussnahme der Gemeinden einsetzen. Der geplante Neubau des Pflegezentrums im Spital Limmattal wird ein weiteres Projekt sein, wofür ich mich für die Gemeinde einsetzen möchte.

Jean Fritz Weber (SVP, bisher)

  • Alter: 64 Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
  • Beruf: selbstständiger Architekt HTL mit Büro in Oberengstringen
  • Ämter: Gemeinderat (seit 1998), Verwaltungsratspräsident Zentrum Oberengstringen AG

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Es gibt drei Schwerpunkte: die Zentrumskreuzung, die Dorfplatzgestaltung im Zentrum und die Aufwertung des Einkaufszentrums. Mit der guten zukünftigen Gestaltung der Zentrumskreuzung wird der Dorfmittelpunkt eine Aufwertung erhalten und die Zusammenführung des oberen und unteren Dorfteils ermöglichen. Die Dorfplatzgestaltung und die Neuausrichtung der Bedürfnisse der Bevölkerung sind eine grosse Chancen für eine Belebung und Begegnungsstätte mitten im Dorf.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Das moderate Wachstum ist durch die neue Bau- und Zonen-Ordnung (BZO) weiterhin möglich. Eine qualitative innere Verdichtung ist das grosse Plus der neuen BZO. In den Gebieten Winkel, Dorfstrasse, Zürcherstrasse und Kirchweg sind Baureserven in Form von Bauland und grossem Nachverdichtungspotential vorhanden. Ein subtiler Umgang mit diesen Baureserven und ein qualitativer guter Anspruch schaffen die neuen Möglichkeiten für gutes und anspruchsvolles Wohnen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Mit dem grossen Liegenschaftenportefeuille der Gemeinde ist ein weiteres gutes Wachstum und Bewirtschaftung möglich. Den Ausbau und die Attraktivitätssteigerung des Zentrums im Bereich Einkauf-Ladengasse weiter vorantreiben. Die Möglichkeiten für Wohnen im Alter im Winkel und im Zentrum zu planen und die notwendigen Grundlagen für eine Realisierung schaffen. Den eingeschlagenen Weg der Liegenschaftenstrategie der Gemeinde weiter optimieren.

René Beck (CVP, bisher)

  • Alter: 57 Familie: getrennt, zwei Kinder
  • Beruf: Sanitärplaner, Bereichsleiter Verkauf/Projektabwicklung
  • Ämter: Gemeinderat (seit 2001), Präsident Limeco-Kontrollorgan, Delegierter Spital Limmattal

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Für Dorfzentrum und Ladengasse ist der Verwaltungsrat der Zentrums AG zuständig. Der Gemeinderat ist mit dem Gemeindepräsidenten und dem Liegenschaften-Vorstand würdig vertreten. Was den Dorfplatz anbelangt, bin ich der Meinung, dass eine neue Gestaltung dringend nötig ist. Es wurde vor kurzen eine Arbeitsgruppe (Dorfplatz- und Zentrumsgestaltung) gebildet, die sich mit dem Thema Dorfzentrum beschäftigen wird. Ich bin Mitglied dieser Arbeitsgruppe.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Oberengstringen ist noch lange nicht gebaut. Die vielen Möglichkeiten hat die Revision der Bau- und Zonenordnung gezeigt (BZO), welche vor kurzem vom Gemeinderat zu Handen der Vorprüfung beim Amt für Raumentwicklung verabschiedet wurde. An einer weiteren Informationsveranstaltung wird der Gemeinderat die BZO der Bevölkerung nach der Vorprüfung dann vorstellen können. Als Bauvorstand liegt mir eine erfolgreiche Einführung der BZO sehr am Herzen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Einerseits in der Umsetzung der Bau- und Zonenordnung. Im Weiteren haben wir grossen Nachholbedarf bei den Altglas- und Werkstoff Sammelstellen in der Gemeinde. Die Unordnung um diese Sammelstellen ist für sehr viele Bewohner von Oberengstringen ein Ärgernis. In verschiedenen Quartieren von Oberengstringen müssen zudem die Bewohner besser aufgeklärt werden, was die Kehrichtabfuhr entsorgt und was nicht.

Kurt Leuch (Forum, bisher)

  • Alter: 59 Familie: verheiratet
  • Beruf: Sekundarlehrer B/C in Dietikon
  • Ämter: Gemeinderat (2005-2009 und seit 2014), Präsident Sozialbehörde und Jugendkommission, alt Kantonsrat, alt Schulvizepräsident

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Durch die weitere Umsetzung des Masterplans mit der Öffnung von Zentrum und Dorfplatz zur Zentrumskreuzung hin und der Umgestaltung der Zentrumskreuzung ergibt sich ein attraktiverer Zentrumsbereich für alle Nutzer. Der im Masterplan erwähnt Zentrumsbau Nord könnte einen weiteren attraktiven Akzent setzen. Der Gemeinderat ist dran und hat mit der bald einmal abgeschlossenen Revision der Bau- und Zonen-Ordnung einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung geleistet.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Die Gemeinde kann nur noch moderat wachsen, und zwar vor allem durch die innere Verdichtung der bestehenden, aber zum Teil etwas angejahrten Siedlungsbereiche. Bei einer solchen Verdichtung muss unbedingt auf Qualität vor Quantität geachtet werden. Mit der neuen Bau- und Zonenordnung wird dem Rechnung getragen.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Ich werde mich weiterhin schwerpunktmässig den sozialen und gesellschaftlichen Fragen und Aufgaben widmen und versuchen, einerseits die damit verbundenen Lasten für die Gemeinde zu mindern, aber andererseits auch die Bedürfnisse unserer Einwohner zu befriedigen. Das ist angesichts der stetig steigenden Fallzahlen im Sozialbereich eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle und die ich weiterhin mit Elan anpacken werde.

Andreas Leupi (SVP, neu)

  • Alter: 21 Familie: ledig
  • Beruf: ICT-System-Administrator
  • Ämter: Mitglied Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (offizielle Kommission des Bundesrats), Präsident SVP Oberengstringen

1. Das Dorfzentrum ist wichtig: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf, um dessen Attraktivität zu steigern?

Der Dorfplatz in seiner heutigen Form ist nicht wirklich einladend um dort zu verweilen. Abhilfe verschaffen könnte zum Beispiel eine Öffnung auf verschiedene Seiten. Ausserdem braucht es unbedingt mehr Grün und dauerhafte Sitzflächen auf dem Platz. Als weitere Massnahme muss man den Fussgängerverkehr rund um das Zentrum optimieren, um die verschiedenen Abschnitte stärker zu verbinden, wofür sich mit der Erneuerung der Kreuzung in den nächsten Jahren Gelegenheit bietet.

2. Oberengstringen scheint fertiggebaut. Kann die Gemeinde noch wachsen und wenn ja, wo?

Oberengstringen kann und muss wachsen, nämlich nach oben! In unserem Dorf hat es nicht mehr viele Grünflächen, diese müssen unbedingt erhalten bleiben. Was jedoch Höhe und Verdichtung anbelangt, sehe ich Optimierungsbedarf.
Das bedeutet aber nicht, dass dadurch weniger qualitativer Wohnraumraum entstehen soll, im Gegenteil. Die neue Bau- und Zonenordnung will eben auch diese Qualität erhöhen, was ich unterstütze.

3. In welchem Bereich wollen Sie in den nächsten vier Jahren Akzente setzen?

Unser Dorf entwickelt sich leider immer mehr zu einem Ort, an welchem man nur wohnt, nicht lebt. Dem will ich unter anderem mit attraktiveren Begegnungszonen Gegensteuer bieten. Was man jedoch auch nicht vergessen darf: In den nächsten Jahren werden viele Kosten auf die Gemeinden zukommen, welche aktuell noch beim Kanton sind. Deshalb müssen etwa durch mehr Wohnraum mehr Steuereinnahmen generiert werden, um die Finanzen langfristig zu sichern.

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