Eigentlich sollte aus ihr eine Zubringerstrasse zur Autobahn werden. Dies erklärt wohl, warum die Kesslerstrasse zwischen Badenerstrasse und Spital Limmattal heute diese gewisse Breite aufweist. Nun plant der Kanton – als Staatsstrasse liegt sie in seiner Kompetenz – dies zu ändern. Wie der Schlieremer Stadtrat jüngst in einer Stellungnahme bekannt gab, sei in den nächsten Jahren einerseits eine Totalsanierung der Fahrbahn auf der Achse Kessler- und Urdorferstrasse vorgesehen.

Andererseits werde die Anbindung des Neubaus des Spitals Limmattal an die Urdorferstrasse ebenfalls neu geregelt. Wie Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) auf Anfrage sagt, gehe es dabei primär um die Anbindung des Spital-Notfalls, der nach Fertigstellung des Neubaus und des Strassenprojekts über die Urdorferstrasse angefahren werden wird. Die Neuorganisation des Verkehrsregimes wurde vom kantonalen Amt für Verkehr unter Beteiligung der Stadt neu entwickelt.

Streitpunkt Parkplätze

Obwohl die Stadt das neue Konzept positiv zur Kenntnis genommen habe, wie der Stadtrat schreibt, gibt es auch eine Knacknuss. So will der Kanton, dass die Parkplätze vis-à-vis dem Migros-Parking sowie weiter westlich jene in der blauen Zone verschwinden. Dies werde mit Sicherheitsüberlegungen begründet.

Bärtschiger präzisiert, dass der Kanton die Gefahr für Fahrradfahrer als zu gross einschätzt. Dies weil die Kesslerstrasse auf dieser Höhe auch eine gewisse Steigung aufweise. «Auf Staatsstrassen versucht der Kanton seit längerem, auf Seitwärts-Parkplätze zu verzichten», so Bärtschiger. Für die Streichung der Plätze in der blauen Zone hat die Schlieremer Exekutive Verständnis. Doch: «Aus unserer Sicht sind die heute bestehenden Parkplätze beim Migros-Parking beizubehalten, da sie vom Gewerbe und von Besuchern der Geschäfte rege genutzt werden», sagt Bärtschiger.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Denn beim Betriebskonzept des Kantons handle es sich um den ersten Planungsschritt. «Offen ist, ob das Projekt eine Grössenordnung erreicht, bei der die Stadt beim Kanton mittels Einwendungsverfahren nochmals intervenieren kann», so Bärtschiger. Doch im Zusammenhang mit der Festsetzung der Planung habe die Stadt ohnehin nochmals die Möglichkeit, mit dem Kanton zu verhandeln. Bezüglich der Umsetzung gehe der Kanton von einem Zeitrahmen von zwischen anderthalb und fünf Jahren aus.

Platz wird separat geplant

Zudem ist der Kesslerplatz nicht Plan des Betriebskonzepts des Kantons. Dessen Gestaltung werde nämlich separat angegangen, schreibt die Exekutive. Im vergangenen September veröffentlichten Stadtentwicklungskonzept II wurde ersichtlich, dass die Stadt diesen als eines der Eingangstore zu Schlieren modellieren möchte. Hierzu habe der Kanton einen Kostenbeitrag in Aussicht gestellt. «Die Planung für den neuen Kesslerplatz steckt noch in den Kinderschuhen», sagt Bärtschiger. Jüngst habe man Gespräche mit privaten Grundeigentümern aufgenommen.